Der Reichsführer-SS - Julfest 1943 - Übersendungsschreiben zum Jul-Leuchter an die SS- Kameraden !
Das vorliegende Dokument stellt ein Übersendungsschreiben zum Jul-Leuchter aus dem Jahr 1943 dar, das im Rahmen der nationalsozialistischen Julfest-Tradition der SS verschickt wurde. Es handelt sich um ein DIN A4 Blatt aus Berlin, datiert auf Juli 1943, das die Faksimileunterschrift von Heinrich Himmler, dem Reichsführer-SS, trägt.
Die Julfeier war ein zentrales Element der ideologischen Instrumentalisierung germanischer und vorchristlicher Traditionen durch die SS. Himmler, der eine tiefe Faszination für germanische Mythologie und heidnische Bräuche hegte, etablierte ab Mitte der 1930er Jahre die Julfeier als Ersatz für das christliche Weihnachtsfest innerhalb der SS-Organisation. Diese Bestrebungen waren Teil eines umfassenderen Programms zur Schaffung einer spezifischen SS-Kultur, die sich vom Christentum abgrenzen und stattdessen auf vermeintlich germanische Wurzeln berufen sollte.
Der SS-Julleuchter selbst wurde als symbolisches Geschenk konzipiert, das hochrangigen SS-Angehörigen und deren Familien übermittelt wurde. Der Leuchter wurde erstmals 1939 von der Porzellan-Manufaktur Allach produziert, einem Unternehmen, das unter der Kontrolle der SS stand. Das Design stammte von Professor Karl Diebitsch, der auch maßgeblich an der Gestaltung von SS-Uniformen und -Symbolen beteiligt war. Der Leuchter war mit verschiedenen germanischen Runen und Symbolen versehen und sollte während der Julfeiern als Lichtquelle dienen.
Die Übersendungsschreiben, wie das hier beschriebene Dokument aus dem Jahr 1943, begleiteten die Julleuchter und erklärten deren symbolische Bedeutung. Diese Schreiben waren standardisiert und trugen die Faksimileunterschrift Himmlers, um den offiziellen Charakter und die persönliche Verbundenheit des Reichsführers-SS mit seinen Untergebenen zu unterstreichen. Das Jahr 1943 markiert einen besonders kritischen Zeitpunkt im Zweiten Weltkrieg: Nach der verheerenden Niederlage bei Stalingrad im Februar 1943 und dem wachsenden alliierten Druck auf allen Fronten versuchte die NS-Führung verstärkt, die Moral ihrer Truppen durch ideologische Festigung zu stärken.
Die Julfeier-Tradition der SS umfasste spezifische Rituale und Zeremonien. In den SS-Ordensburgen und anderen SS-Einrichtungen wurden aufwendige Feiern organisiert, bei denen germanische Lieder gesungen, Gedichte vorgetragen und die Geschichte der vermeintlichen germanischen Vorfahren beschworen wurde. Der Julleuchter spielte dabei eine zentrale Rolle als Symbol des Lichts in der dunkelsten Nacht des Jahres, was auf die Wintersonnenwende zurückging.
Das SS-Rasse- und Siedlungshauptamt (RuSHA) war maßgeblich an der Organisation und Verbreitung dieser Traditionen beteiligt. Es erstellte umfangreiche Anleitungen für die Durchführung von Julfeiern, die Gestaltung von Julschmuck und die Bedeutung verschiedener Symbole. Diese Dokumente wurden an SS-Angehörige verteilt, um eine einheitliche Praxis sicherzustellen.
Die Tatsache, dass auch im Juli 1943 solche Übersendungsschreiben verschickt wurden, zeigt die Kontinuität dieser Praxis selbst in der kritischen Kriegsphase. Die Verteilung erfolgte in der Regel bereits Monate vor dem eigentlichen Julfest im Dezember, um eine rechtzeitige Zustellung zu gewährleisten. Die logistischen Herausforderungen waren beträchtlich, da viele SS-Angehörige an verschiedenen Fronten stationiert waren.
Historisch betrachtet sind diese Übersendungsschreiben heute wichtige Dokumente der NS-Ideologie und der Versuche, eine alternative, rassistisch-völkische Religion zu etablieren. Sie dokumentieren die systematischen Bemühungen der SS-Führung, eine eigene Weltanschauung zu schaffen und zu verbreiten. Nach 1945 wurden viele dieser Dokumente und Julleuchter von alliierten Truppen beschlagnahmt oder von ihren Besitzern vernichtet.
Die Erforschung solcher Dokumente ist für Historiker von großer Bedeutung, um die ideologischen Mechanismen und die Alltagskultur innerhalb der SS zu verstehen. Sie zeigen, wie die NS-Führung versuchte, jeden Aspekt des Lebens ihrer Anhänger zu durchdringen und zu kontrollieren, selbst in scheinbar privaten Bereichen wie Familienfeiern und religiösen Praktiken.