Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern - Verleihungsurkunde + Foto
Das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern war eine bedeutende Auszeichnung des Deutschen Reiches während des Zweiten Weltkriegs. Die hier vorliegende Verleihungsurkunde vom 20. April 1943, ausgestellt für einen Obergefreiten des Stabes der Pionier-Bataillon 183, dokumentiert eine typische Verleihung dieser Auszeichnung an einen Soldaten in einer technischen Truppengattung.
Das Kriegsverdienstkreuz wurde durch Verordnung vom 18. Oktober 1939 von Adolf Hitler gestiftet und war gedacht für Verdienste im Kriege, die nicht unmittelbar mit Kampfhandlungen zusammenhingen. Es wurde in zwei Klassen verliehen, wobei die 2. Klasse die niedrigere Stufe darstellte. Die Variante “mit Schwertern” war für militärisches Personal bestimmt, während die Version “ohne Schwerter” für Zivilpersonen vorgesehen war.
Die Pionier-Truppe, zu der das Pionier-Bataillon 183 gehörte, spielte eine wesentliche Rolle in der deutschen Wehrmacht. Pioniere waren für technische Aufgaben wie Brückenbau, Minenräumung, Befestigungsarbeiten und Sprengungen zuständig. Das Pi.Btl. 183 war Teil der 83. Infanterie-Division, die an verschiedenen Frontabschnitten eingesetzt wurde, darunter an der Ostfront, wo 1943 intensive Kämpfe stattfanden.
Die Unterzeichnung durch Generalmajor Adolf Sinzinger verleiht diesem Dokument besondere historische Bedeutung. Sinzinger war ein höherer Offizier, der am 9. Februar 1942 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet wurde, einer der höchsten militärischen Auszeichnungen. Als Divisionskommandeur oder in einer ähnlichen Position hatte er die Autorität, solche Auszeichnungen zu verleihen.
Das Datum der Verleihung, der 20. April 1943, fällt auf Adolf Hitlers Geburtstag, einen Tag, an dem traditionell besonders viele Auszeichnungen verliehen wurden. Diese Praxis war im Dritten Reich üblich und sollte die Verbindung zwischen dem Führer und den ausgezeichneten Soldaten symbolisieren.
Der Rang des Empfängers als Obergefreiter ist bemerkenswert, da dies ein Unteroffiziersrang ohne Portepee war, der typischerweise erfahrenen Mannschaftsdienstgraden verliehen wurde. Obergefreite waren oft spezialisierte Soldaten oder Gruppenführer, die sich durch besondere Leistungen ausgezeichnet hatten.
Die Verleihungsurkunde selbst folgte einem standardisierten Format, das vom Oberkommando der Wehrmacht vorgegeben war. Sie musste den Namen des Empfängers, seinen Rang, die Einheit, das Datum und die Unterschrift des verleihenden Offiziers enthalten. Die mittige Faltung war üblich, da die Urkunden für die Aufbewahrung in persönlichen Dokumenten gefaltet wurden.
Das beigefügte Foto des Obergefreiten als Fotopostkarte ist ein wertvolles Zeitdokument. Solche Fotografien wurden häufig in professionellen Studios oder von Regimentsfotografen angefertigt und an Familie und Freunde geschickt. Sie zeigen oft den Soldaten in Uniform, manchmal mit sichtbaren Auszeichnungen.
Der Zustand der Urkunde wird mit Zustand 2 angegeben, was nach militaria-sammlerischen Standards einen sehr guten bis guten Erhaltungszustand bedeutet. Trotz der mittigen Faltung sind solche Dokumente heute selten in derart gutem Zustand erhalten.
Das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern wurde in großer Zahl verliehen - Schätzungen gehen von mehreren Millionen Verleihungen aus. Dennoch besitzt jede Verleihungsurkunde ihren individuellen historischen Wert, da sie die persönliche Geschichte eines Soldaten dokumentiert und Einblick in die militärische Hierarchie und Anerkennungskultur der Wehrmacht gibt.
Als Teil der komplexen Ordenslandschaft des Dritten Reiches steht das Kriegsverdienstkreuz heute als historisches Zeugnis für die militärische Organisationsstruktur und das Auszeichnungswesen jener Zeit. Für die militärhistorische Forschung sind solche Dokumente von unschätzbarem Wert, da sie helfen, Einheitsgeschichten zu rekonstruieren und individuelle Soldatenschicksale nachzuvollziehen.