NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Motorbrigade Westmark - Westerwald-Geländefahrt 24.-25.8.1935 "
Die NSKK-Teilnehmerplakette zur Westerwald-Geländefahrt vom 24. bis 25. August 1935 ist ein bedeutendes Zeugnis der Motorsportaktivitäten des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) in der Motorbrigade Westmark. Diese nichttragbare Plakette aus versilbertem Buntmetall mit einem Durchmesser von 74 mm dokumentiert eine der zahlreichen Geländefahrten, die das NSKK in der Mitte der 1930er Jahre organisierte.
Das NSKK wurde am 1. April 1931 gegründet und ursprünglich als motorisierte Unterorganisation der SA konzipiert. Nach der Machtergreifung 1933 entwickelte sich das Korps zu einer eigenständigen Formation der NSDAP unter der Führung von Adolf Hühnlein, der bis zu seinem Tod 1942 als Korpsführer fungierte. Die Hauptaufgabe des NSKK bestand in der vormilitärischen Ausbildung im Kraftfahrwesen, der Förderung des Motorsports und der Verbreitung der nationalsozialistischen Ideologie unter Kraftfahrern.
Die Motorbrigade Westmark gehörte zu den territorialen Gliederungen des NSKK, die das Deutsche Reich flächendeckend organisierten. Der Begriff “Westmark” bezeichnete die westlichen Grenzgebiete des Reiches, insbesondere die Gebiete an der Grenze zu Frankreich und Luxemburg. Die Brigade umfasste Teile der Pfalz, des Saarlandes und angrenzende Regionen. Die territoriale Organisation des NSKK folgte einem hierarchischen System von Motorobergruppen, Motorgruppen, Motorbrigaden, Motorstandarten und kleineren Einheiten.
Die Geländefahrt im August 1935 fand im Westerwald statt, einem Mittelgebirge zwischen Rhein, Sieg und Lahn. Solche Veranstaltungen dienten mehreren Zwecken: Sie waren einerseits sportliche Wettbewerbe, die fahrerisches Können in schwierigem Gelände testeten, andererseits paramilitärische Übungen, die auf die Anforderungen des Krieges vorbereiteten. Die Teilnehmer mussten Navigation, Fahrzeugbeherrschung unter extremen Bedingungen und Orientierung im Gelände beweisen.
Im Jahr 1935 befand sich das NSKK in einer Phase rascher Expansion. Nach der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht im März 1935 intensivierte das Regime die vormilitärische Ausbildung in allen Gliederungen. Das NSKK spielte dabei eine zentrale Rolle bei der Heranbildung von Kraftfahrern für die wieder aufgebaute Wehrmacht. Geländefahrten wie die im Westerwald waren integraler Bestandteil dieses Ausbildungsprogramms.
Die nichttragbare Teilnehmerplakette unterscheidet sich grundlegend von tragbaren Abzeichen und Auszeichnungen. Während tragbare Abzeichen an der Uniform befestigt wurden und offiziellen Charakter hatten, waren nichttragbare Plaketten Erinnerungsstücke an bestimmte Veranstaltungen. Sie wurden typischerweise mit zwei Bohrungen versehen, um sie an einer Wand montieren oder in Sammlungen präsentieren zu können. Diese Plaketten waren beliebte Andenken, die die Teilnahme an besonderen Ereignissen dokumentierten.
Die Herstellung solcher Plaketten erfolgte meist bei spezialisierten Metallwarenfabriken. Das versilberte Buntmetall bot eine kostengünstige Alternative zu echtem Silber, während es dennoch einen repräsentativen Charakter behielt. Die Gestaltung solcher Plaketten folgte typischerweise den ikonografischen Konventionen der NS-Zeit: Hakenkreuze, Adler, stilisierte Kraftfahrzeuge und geografische Symbole waren häufige Motive.
Die Veranstaltungen des NSKK in dieser Periode dienten auch der Propaganda und der Demonstration technischer Überlegenheit. Das NS-Regime nutzte den Motorsport systematisch zur Selbstdarstellung, wie die internationalen Erfolge der deutschen Rennwagen bei Grand-Prix-Rennen zeigten. Geländefahrten auf regionaler Ebene trugen zur Popularisierung der Motorisierung bei und sollten die Verbundenheit zwischen Partei und Bevölkerung stärken.
Für Sammler und Historiker sind solche Teilnehmerplaketten wichtige Quellen zur Erforschung der NSKK-Geschichte. Sie dokumentieren die Vielfalt der Aktivitäten, die geografische Organisation und die Entwicklung des Korps. Der Erhaltungszustand “2” deutet auf eine gut erhaltene Plakette mit nur geringen Gebrauchsspuren hin, was ihre historische und sammlerische Bedeutung unterstreicht.
Die historische Bewertung des NSKK und seiner Aktivitäten muss im Kontext des nationalsozialistischen Systems erfolgen. Das Korps war integraler Bestandteil der Herrschafts- und Kriegsvorbereitungsstrukturen des NS-Regimes und trug zur Militarisierung der Gesellschaft bei. Gleichzeitig bieten Objekte wie diese Plakette Einblicke in die Alltagsgeschichte und die Organisationsstrukturen der NS-Zeit.