Preußen 1. Weltkrieg Einzel Schulterstück für einen Leutnant im Cleveschen Feldartillerie-Regiment Nr. 43

Heimatstandort Wesel, um 1915. Zustand 2.
498716
60,00

Preußen 1. Weltkrieg Einzel Schulterstück für einen Leutnant im Cleveschen Feldartillerie-Regiment Nr. 43

Das Clevesches Feldartillerie-Regiment Nr. 43 war eine bedeutende militärische Einheit des Königreichs Preußen, die während des Ersten Weltkriegs im Einsatz stand. Das hier beschriebene einzelne Schulterstück für einen Leutnant stammt aus der Zeit um 1915 und repräsentiert die preußische Militärtradition sowie die Rangabzeichen der kaiserlichen Armee.

Das Regiment wurde ursprünglich als Clevesches Feldartillerie-Regiment bezeichnet und hatte seinen Heimatstandort in Wesel, einer strategisch wichtigen Festungsstadt am Niederrhein. Die Stadt Wesel diente seit Jahrhunderten als bedeutender Garnisonsstandort und war für ihre militärische Infrastrtur bekannt. Das Regiment gehörte zum VII. Armee-Korps und wurde in der preußischen Rheinprovinz stationiert.

Die Schulterstücke (auch Schulterklappen oder Achselstücke genannt) waren ein wesentlicher Bestandteil der preußischen Uniform und dienten der schnellen Identifikation von Waffengattung, Regiment und Rang eines Soldaten. Für Offiziere wie einen Leutnant waren diese Rangabzeichen besonders aufwendig gestaltet. Die Schulterklappen eines Leutnants in der Feldartillerie zeigten typischerweise die Regimentsnummer in arabischen Ziffern sowie spezifische Farben, die der Waffengattung zugeordnet waren.

Die Feldartillerie verwendete charakteristische rote Unterlagen für ihre Schulterstücke, was die Waffengattung sofort erkennbar machte. Die Nummer “43” war deutlich auf dem Schulterstück angebracht und identifizierte das Regiment eindeutig. Für Offiziere waren die Schulterklappen mit silbernen oder goldenen Tressen und Sternen versehen, wobei ein Leutnant als niedrigster Offiziersrang einen einzelnen Stern führte.

Das Jahr 1915, aus dem dieses Stück datiert, markiert eine bedeutende Phase des Ersten Weltkriegs. Nach dem gescheiterten Schlieffen-Plan und der Stabilisierung der Westfront hatte sich der Krieg zu einem zermürbenden Stellungskrieg entwickelt. Die Feldartillerie spielte in dieser Phase eine entscheidende Rolle, da sie zum wichtigsten Kampfmittel beider Seiten wurde. Das Regiment Nr. 43 war an verschiedenen Frontabschnitten im Einsatz und erlebte die verheerenden Materialschlachten dieser Zeit.

Die Herstellung von Schulterstücken unterlag strengen militärischen Vorschriften, die in den preußischen Uniformierungsbestimmungen festgelegt waren. Die Adjustierungsvorschriften regelten präzise, wie die verschiedenen Uniformteile beschaffen sein mussten. Dennoch gab es während des Krieges Variationen in der Ausführung, da die industrielle Produktion den enormen Bedarf decken musste und teilweise vereinfachte Versionen hergestellt wurden.

Ein einzelnes Schulterstück, wie hier beschrieben, ist für Sammler und Historiker von besonderem Interesse, da es authentische Einblicke in die materielle Kultur der preußischen Armee bietet. Solche Objekte wurden paarweise getragen, jeweils auf beiden Schultern der Uniform. Das Vorhandensein eines einzelnen Stücks kann verschiedene Ursachen haben: Es könnte sich um ein Ersatzteil handeln, um ein Fragment einer unvollständigen Uniform, oder um ein Stück, das zu Erinnerungszwecken aufbewahrt wurde.

Der Zustand 2 deutet in der Terminologie des Militaria-Sammelns auf ein gut erhaltenes Objekt mit leichten Gebrauchsspuren hin. Dies ist bemerkenswert für ein über hundert Jahre altes Textilstück, das die Strapazen des Krieges und die Jahrzehnte danach überdauert hat. Die Erhaltung solcher Objekte erforderte sorgfältige Lagerung und Pflege.

Das Feldartillerie-Regiment Nr. 43 war mit modernsten Geschützen seiner Zeit ausgerüstet, darunter die bewährten Feldkanonen und Feldhaubitzen deutscher Produktion. Die Offiziere wie der Leutnant, für den dieses Schulterstück bestimmt war, trugen große Verantwortung für die Führung ihrer Batterien und die koordinierte Feuerunterstützung der Infanterie.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs 1918 und dem Zusammenbruch des Kaiserreichs wurden viele Regimenter aufgelöst. Die Uniformteile und Ausrüstungsgegenstände gelangten auf verschiedenen Wegen in private Hände, wo sie als historische Zeugnisse bewahrt wurden. Heute sind solche Objekte wichtige Quellen für die militärhistorische Forschung und helfen, die Organisation, Hierarchie und materielle Kultur der kaiserlichen Armee zu verstehen.

Das Schulterstück repräsentiert nicht nur ein einzelnes Regiment, sondern steht symbolisch für die gesamte preußisch-deutsche Militärtradition des langen 19. Jahrhunderts, die im Inferno des Ersten Weltkriegs ihr Ende fand. Es erinnert an die jungen Männer, die diese Uniformen trugen und deren Leben durch den Krieg unwiderruflich verändert oder beendet wurde.