RAD Reichsarbeitsdienst Feldbindenschloß für Arbeitsführer
Die Feldbindenschließe des Reichsarbeitsdienstes (RAD) für Arbeitsführer stellt ein charakteristisches Ausrüstungsstück der nationalsozialistischen Arbeitsorganisation dar, die zwischen 1935 und 1945 bestand. Diese aus Aluminium gefertigte Schnalle diente zur Befestigung der Feldbinde, einem wichtigen Bestandteil der Uniform höherer Dienstgrade innerhalb des RAD.
Der Reichsarbeitsdienst entwickelte sich aus der 1931 gegründeten Freiwilligen Arbeitsdienstorganisation und wurde am 26. Juni 1935 durch das “Reichsarbeitsdienstgesetz” zu einer Pflichtorganisation für alle jungen Deutschen zwischen 18 und 25 Jahren. Unter der Leitung von Konstantin Hierl, der den Titel Reichsarbeitsführer trug, wuchs der RAD zu einer Organisation mit zeitweise über 350.000 Mitgliedern an.
Die Rangstruktur des RAD orientierte sich an militärischen Vorbildern, auch wenn der Dienst offiziell als vormilitärische Erziehungseinrichtung galt. Der Rang des Arbeitsführers entsprach etwa einem Leutnant in der Wehrmacht und stellte die unterste Offiziersebene dar. Arbeitsführer waren für die unmittelbare Führung von Arbeitsgruppen verantwortlich und trugen entsprechende Rangabzeichen sowie besondere Uniformteile, zu denen auch die Feldbinde mit ihrer charakteristischen Schließe gehörte.
Die Feldbinde selbst war ein breites, diagonal über der Brust getragenes Band, das von der rechten Schulter zur linken Hüfte verlief. Sie diente nicht nur der Dekoration, sondern symbolisierte auch die Autorität und den Führungsanspruch ihrer Träger. Die Schnalle, die die beiden Enden der Binde zusammenhielt, war in der Regel rechteckig geformt und zeigte typischerweise RAD-spezifische Symbole.
Die Verwendung von Aluminium als Material war für diese Schnallen charakteristisch. Aluminium bot mehrere Vorteile: Es war leicht, korrosionsbeständig und ließ sich gut gießen und prägen. Im Gegensatz zu höheren Rängen, die teilweise Schnallen aus versilbertem oder vergoldetem Material trugen, erhielten Arbeitsführer üblicherweise Ausführungen aus einfachem Aluminium, was die hierarchische Struktur auch in der Materialwahl widerspiegelte.
Die Uniformvorschriften des RAD waren detailliert geregelt und wurden in offiziellen Dienstvorschriften festgelegt. Die “Anzugordnung für den Reichsarbeitsdienst” von 1936 legte genau fest, welche Uniformteile zu welchen Anlässen und von welchen Rängen zu tragen waren. Die Feldbinde mit ihrer Schnalle gehörte zur Ausgehuniform und wurde bei offiziellen Anlässen, Paraden und Zeremonien getragen.
Während des Zweiten Weltkrieges veränderte sich der Charakter des RAD erheblich. Aus der ursprünglich für Arbeits- und Infrastrukturprojekte konzipierten Organisation wurde zunehmend eine militärische Hilfseinheit. RAD-Einheiten wurden zum Bau von Befestigungsanlagen, zur Unterstützung der Wehrmacht und ab 1943 sogar in bewaffneten Flak-Einheiten eingesetzt. Entsprechend veränderte sich auch die Bedeutung und der Kontext militärischer Insignien wie der Feldbindenschließe.
Nach 1945 wurde der Reichsarbeitsdienst aufgelöst, und seine Symbole und Uniformteile wurden zu historischen Relikten. Heute sind solche Gegenstände Gegenstand militärhistorischer Sammlungen und dienen der wissenschaftlichen Aufarbeitung dieser Periode deutscher Geschichte. Die Feldbindenschließe für Arbeitsführer ermöglicht Einblicke in die Organisationsstruktur, Uniformgestaltung und symbolische Selbstdarstellung des Reichsarbeitsdienstes.
Für Sammler und Historiker sind mehrere Aspekte bei der Bewertung solcher Objekte relevant: die Herstellungsqualität, eventuelle Herstellermarkierungen, der Erhaltungszustand und die Authentizität. Feldbindenschließen wurden von verschiedenen Herstellern produziert, die teilweise ihre Marken auf der Rückseite anbrachten. Die Qualität konnte je nach Herstellungszeitpunkt variieren, wobei frühere Stücke oft eine bessere Verarbeitung aufwiesen als kriegsbedingte Produktionen aus der späteren Phase.