Bayern Freistaat Jubiläumsdenkmünze des Kgl. Bayer. 2. Infant. Regiment Kronprinz 1682-1932

der Rand bayr. Hauptmünzamt markiert, am Band.
Die Erinnerungsmedaille wurde am 29. Juni 1932, unter dem Protektorat des letzten Regimentsinhabers Kronprinz Rupprecht von Bayern, gestiftet und von der Vereinigung ehemaliger Angehöriger des 2. Bayerischen Infanterie-Regiments „Kronprinz“ anlässlich des 250-jährigen Gründungsjubiläums der renommierten Truppenformation verliehen. Verleihungsanspruch hatten alle ehemaligen Regimentsangehörigen, die im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte waren. Es wurden ca. 1.000 Medaillen verliehen.
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Die Jubiläums-Denkmünze des 2. Königlich Bayerischen Infanterie-Regiments “Kronprinz” 1682–1932

Unter den zahlreichen Erinnerungsstücken bayerischer Militärgeschichte nimmt die Jubiläums-Medaille des 2. Königlich Bayerischen Infanterie-Regiments “Kronprinz” eine besondere Stellung ein. Sie wurde am 29. Juni 1932 gestiftet und erinnert an das 250-jährige Gründungsjubiläum einer der ältesten Truppenformationen des bayerischen Heeres – ein Regiment, dessen Geschichte von den Türkenkriegen des 17. Jahrhunderts bis in die Schützengräben des Ersten Weltkriegs reicht.

Die Gründung und Geschichte des Regiments

Das Regiment wurde am 29. Juni 1682 als Regiment “Degenfeld zu Fuß” unter Kurfürst Maximilian Emanuel für die Kurbayerische Armee aufgestellt. Diese Gründung fiel in eine Zeit, in der das Osmanische Reich eine existenzielle Bedrohung für Mitteleuropa darstellte, und das junge Regiment sollte bald darauf im Großen Türkenkrieg seine Feuertaufe erhalten.

Im Laufe der Jahrhunderte nahm das Regiment an zahlreichen bedeutenden Konflikten teil: dem Spanischen Erbfolgekrieg, dem Siebenjährigen Krieg, den Napoleonischen Kriegen und dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Im 19. Jahrhundert erhielt es die Bezeichnung 2. Infanterie-Regiment “Kronprinz”, da traditionell die kurfürstlichen bzw. später königlichen Kronprinzen von Bayern als Regimentsinhaber fungierten. Das Monogramm M.E.E. (Maximilian Emanuel Elector) wurde als Ehrenzeichen des Gründers beibehalten und bildete ein zentrales Element der Regimentsidentität.

Der Erste Weltkrieg und das Ende

Während des Ersten Weltkriegs diente das Regiment in der 6. Armee unter dem Kommando von Kronprinz Rupprecht von Bayern. Die Verluste des Regiments waren erschütternd: 64 Offiziere, 246 Unteroffiziere und 2.701 Mannschaften fielen im Verlauf des Krieges. Diese Zahlen verdeutlichen das Ausmaß des Opfers, das die Angehörigen dieser traditionsreichen Formation erbracht haben.

Kronprinz Rupprecht selbst hatte das Regiment vom 1. November 1899 bis zum 10. Oktober 1900 als Kommandeur geführt und war seit dem 5. November 1913 der letzte offizielle Regimentsinhaber bis zur Auflösung der Einheit. Nach Kriegsende wurde das Regiment 1918/1919 in München demobilisiert, womit eine 236-jährige ununterbrochene Militärtradition endete.

Die Stiftung der Jubiläumsmedaille 1932

Im Jahr 1932 befand sich Deutschland in der Endphase der Weimarer Republik, und Bayern war seit 1918 der Freistaat Bayern. In dieser Zeit politischer Umbrüche waren es die Veteranenverbände, die die Erinnerung an die aufgelösten Regimenter wachzuhalten suchten. Die Vereinigung ehemaliger Angehöriger des 2. Bayerischen Infanterie-Regiments “Kronprinz” stiftete unter dem Protektorat von Kronprinz Rupprecht von Bayern am 29. Juni 1932 – exakt 250 Jahre nach der Regimentsgründung – diese Erinnerungsmedaille.

Es ist dabei von Bedeutung, dass es sich nicht um eine offizielle staatliche Auszeichnung handelte, sondern um eine private Stiftung eines Veteranenverbandes. Dies spiegelt die Realitäten der Nachkriegszeit wider: Die bayerische Armee existierte nicht mehr, und die Pflege der Regimentstraditionen war in die Hände ehemaliger Soldaten übergegangen. Während der Weimarer Republik wurde die Tradition des Regiments durch drei Kompanien des 19. Bayerischen Infanterie-Regiments fortgeführt.

Beschreibung und Herstellung

Die Medaille wurde vom Bayerischen Hauptmünzamt in München geprägt, was durch die Randprägung “BAYER. HAUPTMÜNZAMT” bestätigt wird. Sie besteht aus Bronze und zeigt auf der Vorderseite zwei Infanteristen mit Gewehren und Stahlhelmen auf einem Sockel, umgeben von der Umschrift “KGL. BAYER. 2. INFANT. REGIMENT KRONPRINZ”. Die Rückseite trägt das gekrönte, verschlungene Monogramm M-E-E des Kurfürsten Maximilian Emanuel als Gründer des Regiments, umrahmt von der altertümlichen Inschrift “MIT GOTT FVER KOENIG VND VATERLAND” sowie den Jahreszahlen 1682 – 1932.

Das Medaillenband ist schwarz mit gelben Seitenstreifen, die sich 2 mm vom Rand befinden – die traditionellen bayerischen Farben. Die Medaille wurde an der linken Brust getragen.

Verleihung und Seltenheit

Verleihungsberechtigt waren alle ehemaligen Regimentsangehörigen, die im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte waren. Insgesamt wurden etwa 1.000 Medaillen verliehen. Diese Medaille war eine von vier Jubiläumsmedaillen, die 1932 für Bayerns vier älteste Regimenter geschaffen wurden: neben dem 2. Infanterie-Regiment “Kronprinz” auch das 10. Infanterie-Regiment “König”, das 1. Chevaulegers-Regiment und das 2. Chevaulegers-Regiment “Taxis”. Alle vier feierten 1932 ihr 250-jähriges Bestehen und wurden mit Genehmigung von Kronprinz Rupprecht gestiftet.

Bedeutung für Sammler

Heute stellt die Jubiläumsmedaille des 2. Infanterie-Regiments “Kronprinz” ein faszinierendes Sammlerstück bayerischer Militärgeschichte dar. Sie verkörpert die Kontinuität der Regimentsidentität über die Auflösung der bayerischen Armee hinaus und dokumentiert das Bestreben einer Veteranengeneration, die Erinnerung an ein Vierteljahrtausend militärischer Tradition zu bewahren – in einer der turbulentesten Epochen der deutschen Geschichte.

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