Elastolin - Heer 2 Sanitätssoldaten mit Verwundeten auf Bahre marschierend

7,5 cm, Zustand 2/2-.
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45,00

Elastolin - Heer 2 Sanitätssoldaten mit Verwundeten auf Bahre marschierend

Die vorliegende Elastolin-Figur stellt zwei Sanitätssoldaten der Wehrmacht dar, die einen Verwundeten auf einer Bahre transportieren. Mit einer Höhe von 7,5 cm gehört diese Figurengruppe zur klassischen Standardgröße der Hausser-Elastolin-Produktlinie, die zwischen den 1930er Jahren und dem Ende des Zweiten Weltkriegs hergestellt wurde.

Elastolin war der Markenname für Spielzeugfiguren der Firma O. & M. Hausser aus Ludwigsburg bei Stuttgart. Das Unternehmen wurde 1904 von den Brüdern Otto und Max Hausser gegründet und entwickelte sich zu einem der führenden deutschen Hersteller von Massefiguren. Der Name Elastolin leitet sich von dem verwendeten Material ab, einer elastischen Masse aus Kasein, Kreide, Kaolin, Glycerin und anderen Zusätzen, die auf einen Draht- oder Holzkern aufgebracht wurde. Dieses Material ermöglichte eine detaillierte Modellierung und war gleichzeitig bruchfester als die damals üblichen Porzellan- oder Bleifiguren.

Die Darstellung von Sanitätspersonal in militärischen Spielzeugserien reflektiert die Bedeutung des Sanitätsdienstes in der deutschen Militärtradition. Der Sanitätsdienst des Heeres war für die medizinische Versorgung verwundeter und erkrankter Soldaten verantwortlich und gliederte sich in verschiedene Ebenen, von der Truppenverbandplatz unmittelbar hinter der Front bis zu den rückwärtigen Lazaretten. Die Sanitätssoldaten trugen die gleiche Uniform wie andere Heeresangehörige, waren jedoch durch das Rote-Kreuz-Emblem als medizinisches Personal gekennzeichnet, was ihnen nach den Genfer Konventionen einen besonderen Schutzstatus verlieh.

Die Trageweise Verwundeter auf Bahren war eine grundlegende Technik der Verwundetenversorgung. Die Krankentrage bestand in der Regel aus einem Gestell aus Holz oder Metall mit Segeltuch- oder Leinenbespannung. Der Transport Verwundeter erfolgte nach einem festgelegten System: Zunächst wurden die Verwundeten am Truppenverbandplatz erstversorgt, dann zu Hauptverbandplätzen und schließlich zu Feldlazaretten oder Kriegslazaretten im rückwärtigen Gebiet gebracht. Je nach Situation kamen hierbei Träger, Krankenkraftwagen oder Sanitätszüge zum Einsatz.

Die Firma Hausser produzierte während der 1930er und 1940er Jahre umfangreiche Serien von Wehrmacht-Figuren, die verschiedene Waffengattungen und Funktionen darstellten. Diese Figuren dienten nicht nur als Spielzeug, sondern hatten auch eine propagandistische Dimension, indem sie militärische Szenarien normalisierten und das Militär als selbstverständlichen Teil der Gesellschaft präsentierten. Die Sanitätsfiguren zeigten dabei die “humane” Seite des Militärs und betonten Kameradschaft und Fürsorge.

Die Herstellung von Elastolin-Figuren wurde während des Zweiten Weltkriegs zunehmend schwieriger, da Rohstoffe knapp wurden und die Produktion auf kriegswichtige Güter umgestellt werden musste. Nach 1945 nahm Hausser die Produktion wieder auf, musste jedoch auf militärische Motive zunächst verzichten. Erst in den 1950er Jahren wurden wieder Soldatenfiguren hergestellt, allerdings in veränderten Kontexten.

Der Erhaltungszustand dieser Figur wird mit 2/2- angegeben, was auf eine gut erhaltene Figur mit leichten Gebrauchsspuren hinweist. Dies ist für Elastolin-Figuren aus der Zeit vor 1945 bemerkenswert, da das Material anfällig für Beschädigungen, Risse und Farbverluste ist. Viele Figuren haben den Krieg und die Nachkriegszeit nicht überstanden oder weisen erhebliche Schäden auf.

Heute sind Elastolin-Figuren begehrte Sammlerobjekte, die sowohl militärhistorisch als auch spielzeuggeschichtlich von Bedeutung sind. Sie dokumentieren nicht nur die handwerkliche Qualität deutscher Spielzeugherstellung, sondern auch die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse ihrer Entstehungszeit. Sammler schätzen besonders Figurengruppen mit mehreren Personen und Zubehör, wie die vorliegende Sanitätsszene, da diese komplexere Szenarien ermöglichen und seltener sind als einzelne Figuren.