Königreich Sachsen Helm für einen Offizier im Königlich Sächsischen Karabinier-Regiment (2. Schweres Regiment)

Standort Borna, um 1910. Hocheleganter Helm in feinster Qualität in der letzten Ausführung mit dem steilen Nackenschirm, sogenannter "lobster tail".  Die Helmglocke des leichten Helmes aus Tombak vergoldet, außen sehr schön kupferfarben glänzend. Komplett mit allen Beschlägen. Vorne der große hochgewölbte versilberte Stern mit darauf aufgelegtem großen gekrönten vergoldeten sächsischen Wappen im Lorbeerkranz.  Gewölbte Schuppenketten an Kleeblättern und Schrauben, beiden Kokarden in der großen Ausführung. Versilbertes Kreuzblatt in der Ausführung der Garde Reiter, Komplett mit dem besonderen gekehlten vergoldeten Paradetrichter und einem mächtigen besonders langen Paradebusch aus weißem Büffelhaar. Weiterhin die hohe elegante vergoldete Dienstspitze für den Tagesdienst. Der Nackenschirm aus einem Stück geprägt mit den angedeuteten Segmenten, die seitlich angebrachten versilberten Kugelnieten sind nur zur Zierde.  Innen mit hellem Schweißleder mit weißem Seidenbanddurchzug, helles Seidenfutter, in feiner Offiziersqualität. Der Vorderschirm mit dunkelgrünem Leder, der Nackenschirm mit schwarzem Samt gefüttert. Größe ca. 60, der Helm eines besonders großen Offiziers. Nur minimal getragen,  Zustand 2+.
Komplett mit dem großen Helmkoffer, innen mit hellem Hirschkalbleder gefüttert sowie der Papptülle für den Paradebusch.

Nur leicht getragen, ein besonders eleganter Helm in wunderschönem Zustand. In dieser Qualität nur ganz selten zu finden ! 
Die Helme für Offiziere des Sächsischen Karabinier-Regiment sind erheblich seltener als die des Garde-Reiter-Regiments. Während im Garde-Reiter-Regiment der gesamte sächsische Adel mit einem hohen Durchlauf an Offizieren und zahlreichen Offizieren à la Suite "diente", hatte das Karabinier-Regiment nur die normale Personalstärke mit ca. 40 aktiven Offizieren.
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Offiziershelm des Königlich Sächsischen Karabinier-Regiments (2. Schweres Regiment)

Dieser prachtvolle Helm eines Offiziers des Königlich Sächsischen Karabinier-Regiments (2. Schweres Regiment) verkörpert die höchste Blüte militärischer Repräsentation in den letzten Friedensjahren vor dem Ersten Weltkrieg. Gefertigt um 1910, repräsentiert er die letzte Ausführung der sächsischen Schwerkavallerie-Helme und ist ein außergewöhnlich seltenes Sammlerstück von herausragender Qualität.

Das Regiment: Geschichte und Tradition

Das Königlich Sächsische Karabinier-Regiment wurde am 1. November 1849 als 3. Reiter-Regiment aus Elementen des Garde-Reiter-Regiments sowie des 1. und 2. Reiter-Regiments aufgestellt, zunächst mit fünf Schwadronen. Am 1. April 1867 wurde eine sechste Schwadron formiert und das Regiment als schwere Kavallerie reorganisiert. Die Bezeichnung “Karabinier-Regiment” wurde durch königlichen Befehl als Ehrentitel verliehen.

Der Regimentsstab sowie die 1., 2. und 4. Schwadron waren in Borna stationiert, während die 3. und 5. Schwadron bis 1893 in Pegau lagen. Ab 1893 wurde das gesamte Regiment in Borna zusammengezogen, wo zwischen 1893 und 1901 Kasernenanlagen errichtet wurden. Vor dem Ersten Weltkrieg bildete das Regiment die 40. Kavallerie-Brigade (4. Sächsische) der 40. Division (4. Königlich Sächsische) im XIX. (II. Königlich Sächsisches) Armeekorps.

Die Regimentsfarben waren Silber-Blau-Schwarz und trugen die Bedeutung “Reine Treue bis in den Tod”. Das Regiment bewährte sich in den Kriegen von 1864 (Deutsch-Dänischer Krieg), 1866 (Deutsch-Österreichischer Krieg) und 1870/71 (Deutsch-Französischer Krieg) und erwarb sich dabei besondere Auszeichnungen.

Regimentschefs und herausragende Persönlichkeiten

Als erster Regimentschef wurde Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach ernannt, der dieses Amt von 1892 bis 1901 bekleidete. Ihm folgte Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar-Eisenach, der von 1903 bis 1918 als Regimentschef fungierte. Das Regiment galt als Eliteeinheit, in der zahlreiche Söhne des sächsischen Adels als Offiziere dienten. Zu den bemerkenswerten Offizieren des Regiments zählten der Maler Fritz von Uhde sowie Victor Vieth von Golzenau, der Bruder des späteren Schriftstellers Ludwig Renn.

Der Helm: Konstruktion und Bedeutung

Die charakteristischen Metallhelme der sächsischen schweren Kavallerie wurden 1876 nach dem Vorbild preußischer Kürassierhelme eingeführt und von beiden sächsischen Schwerkavallerie-Regimentern getragen: dem Garde-Reiter-Regiment (1. Schweres Regiment) und dem Karabinier-Regiment (2. Schweres Regiment). Der vorliegende Helm zeigt die letzte Ausführung mit dem steilen Nackenschirm, im Sammlerkreisen als “lobster tail” bekannt.

Die Helmglocke besteht aus vergoldetem Tombak (einer Kupfer-Zink-Legierung mit hohem Kupferanteil) in leichter Bauweise – ein Kennzeichen der Offiziersausführung, die sich dadurch deutlich von den Helmen der Mannschaften unterschied. Die Beschläge umfassen einen großen hochgewölbten versilberten Stern mit darauf aufgelegtem großen gekrönten vergoldeten sächsischen Wappen im Lorbeerkranz, gewölbte Schuppenketten an Kleeblattbeschlägen mit Schrauben sowie beide Kokarden (Reichs- und sächsische Kokarde) in der großen Ausführung. Das versilberte Kreuzblatt im Muster der Garde-Reiter wurde von beiden Schwerkavallerie-Regimentern geteilt.

Bemerkenswert ist die vollständige Ausstattung mit dem besonderen gekehlten vergoldeten Paradetrichter nebst einem besonders langen Paradebusch aus weißem Büffelhaar sowie der hohen eleganten vergoldeten Dienstspitze für den täglichen Dienst. Das Innere zeigt feinste Offiziersqualität mit hellem Schweißleder, weißem Seidenbanddurchzug und hellem Seidenfutter. Der Vorderschirm ist mit dunkelgrünem Leder, der Nackenschirm mit schwarzem Samt gefüttert.

Seltenheit und Sammlerwert

Mit einer Personalstärke von lediglich etwa 40 aktiven Offizieren verfügte das Karabinier-Regiment über erheblich weniger Offiziere als das Garde-Reiter-Regiment, in dem der gesamte sächsische Adel mit einem hohen Durchlauf an Offizieren und zahlreichen Offizieren à la Suite diente. Dies macht Offiziershelme des Karabinier-Regiments zu deutlich selteneren Sammlerstücken als die des Garde-Reiter-Regiments. Der vorliegende Helm in der ungewöhnlichen Größe 60 wird als Helm eines besonders großen Offiziers beschrieben und ist komplett mit dem großen Helmkoffer, innen mit hellem Hirschkalbleder gefüttert, sowie der Papptülle für den Paradebusch erhalten.

Historischer Kontext und Ende einer Epoche

Die Fertigung um 1910 fällt in die letzte Friedenszeit vor dem Ersten Weltkrieg, als militärische Paradeuniformen ihren Höhepunkt an Pracht erreichten. Im Ersten Weltkrieg kämpfte das Regiment im Baltikum und in Finnland. Ab 1915 wurden die prächtigen Paradehelme durch praktische Stahlhelme ersetzt, und die aufwendigen Kopfbedeckungen verloren ihre militärische Funktion. Nach der Niederlage Deutschlands und der Abdankung des sächsischen Königs Friedrich August III. im Jahr 1918 wurde das Regiment 1919 aufgelöst. Seitdem sind solche Helme zu begehrten Sammlerstücken und Museumsobjekten geworden. Das Museum der Stadt Borna unterhält seit 2003 eine Dauerausstellung unter dem Titel “Die Blauen Reiter” über das Regiment.

Dieser Helm steht als herausragendes Zeugnis für die militärische Pracht und handwerkliche Meisterschaft der wilhelminischen Ära und dokumentiert gleichzeitig die Geschichte eines der traditionsreichsten sächsischen Kavallerieregimenter.

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