Kriegsmarine Säbel für Offiziere aus dem Besitz des damaligen Kapitänleutnant zur See Joachim Skibowski, Nachrichtenoffizier auf Panzerschiff "Admiral Scheer"

Saubere Klinge mit beidseitiger Zierätzung Anker und Kriegsschiff, auf der Fehlschärfe rückseitig Herstellerbezeichnung von Alcoso Solingen "A C S" mit Waage", vergoldetes Messinggefäß mit Klappscharnier, der Löwenkopf mit rot/grünen Glasaugen (Backbord und Steuerbord), weißer Kunststoffgriff mit intakter Drahtwicklung, Lederscheide mit vergoldeten Messingbeschlägen, komplett mit original gebundenem Portepee. Leicht getragenes Stück, auf der Klinge ein paar kleine Rostflecken, in guter Erhaltung. Zustand 2
Gesamtlänge: 87 cm.
Wir konnten den gesamten Nachlass direkt aus der Familie erwerben.
Joachim Skibowski, geboren 11.9.1909 in Zoppot bei Danzig, gehörte zur Crew 1928, 1932 Fähnrich, von Oktober 1937 bis April 1940 Nachrichtenoffizier auf Panzerschiff "Admiral Scheer", danach weiterer Einsatz als Nachrichtenoffizier bei verschiedenen Kommandos. Nach dem Kriege bei der Bundesmarine als Korvettenkapitän 1956 der 1. Kommandeur der Marinefernmeldeschule in Flensburg-Mürwik.
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2.500,00

Kriegsmarine Säbel für Offiziere aus dem Besitz des damaligen Kapitänleutnant zur See Joachim Skibowski, Nachrichtenoffizier auf Panzerschiff "Admiral Scheer"

Der Kriegsmarine-Offiziersäbel repräsentiert eines der charakteristischsten Ausstattungsstücke der deutschen Marine zwischen 1919 und 1945. Als traditionsreiches Blankwaffen-Element verband der Säbel militärische Funktionalität mit symbolischer Bedeutung und diente als Ausdruck von Rang, Stand und maritimer Tradition.

Die Kriegsmarine wurde offiziell am 1. Juni 1935 gegründet und löste die Reichsmarine der Weimarer Republik ab. Mit der Wiederaufrüstung unter dem nationalsozialistischen Regime entwickelte sich ein komplexes System von Uniformvorschriften und Ausrüstungsgegenständen, zu denen der Offiziersäbel als wesentliches Bestandteil der Galauniform gehörte. Die Vorschriften für die Gestaltung und das Tragen des Säbels waren in der Anzugordnung für die Kriegsmarine detailliert festgelegt.

Der typische Kriegsmarine-Offiziersäbel zeichnete sich durch mehrere charakteristische Merkmale aus. Die Klinge war traditionell leicht gebogen und wies eine Länge von etwa 74 bis 78 Zentimetern auf, bei einer Gesamtlänge von circa 85 bis 90 Zentimetern. Die Verzierungen der Klinge zeigten maritime Motive – üblicherweise einen Anker als Symbol der Marine sowie häufig Darstellungen von Kriegsschiffen. Diese Ätzungen waren beidseitig angebracht und demonstrierten die Zugehörigkeit zur Seestreitkraft.

Das Gefäß des Säbels bestand typischerweise aus vergoldetem Messing und war mit einem charakteristischen Löwenkopf verziert. Dieser Löwenkopf, ein traditionelles maritimes Symbol, das Stärke und Wachsamkeit repräsentierte, war oft mit farbigen Glasaugen ausgestattet. Die rot-grüne Farbkombination der Augen symbolisierte die nautischen Positionslichter – rot für Backbord (links) und grün für Steuerbord (rechts). Das Klappscharnier des Gefäßes ermöglichte das Tragen des Säbels am Koppel und war ein technisches Merkmal, das den praktischen Gebrauch erleichterte.

Der Griff war meist aus weißem Kunststoff oder Elfenbein gefertigt und mit einer Drahtwicklung versehen, die einen sicheren Halt gewährleistete. Die Scheide bestand aus Leder mit vergoldeten Messingbeschlägen, die das maritime Thema fortsetzten.

Die Herstellung dieser Säbel oblag spezialisierten Waffenmanufakturen, unter denen Alcoso Solingen (Alexander Coppel Solingen) eine führende Rolle einnahm. Die Firma, die mit dem Markenzeichen einer Waage und den Initialen “ACS” signierte, produzierte hochwertige Blankwaffen für militärische und zivile Abnehmer. Solingen hatte eine jahrhundertealte Tradition in der Klingenherstellung und galt als Zentrum der deutschen Schneidwarenindustrie.

Zum vollständigen Säbel gehörte das Portepee, eine geflochtene Schlaufe mit Troddel, die am Gefäß befestigt wurde. Das Portepee diente nicht nur praktischen Zwecken – es verhinderte das Verlieren der Waffe im Gefecht –, sondern war auch ein wichtiges Rangabzeichen. Die Farbe und Ausführung des Portepees unterschieden sich je nach Dienstgrad und Verwendungszweck.

Der Säbel wurde zu verschiedenen Anlässen getragen: bei Paraden, offiziellen Zeremonien, beim Landgang in Galauniform und bei besonderen militärischen Anlässen. Für den Borddienst auf Kriegsschiffen war er hingegen unpraktisch und wurde dort nicht getragen. Die Offiziere der Kriegsmarine erwarben ihre Säbel in der Regel selbst von zugelassenen Herstellern, was auch Qualitätsunterschiede erklärt.

Auf Panzerschiffen wie der “Admiral Scheer” dienten die Säbel vor allem repräsentativen Zwecken. Diese Schiffe der Deutschland-Klasse waren zwischen 1929 und 1936 gebaut worden und galten als technologische Meisterleistungen – schnell genug, um Schlachtschiffen zu entkommen, und stark genug, um Kreuzer zu besiegen. Die “Admiral Scheer” war von 1934 bis 1945 im Einsatz und führte bedeutende Operationen im Atlantik und in der Arktis durch.

Nachrichtenoffiziere spielten auf Kriegsschiffen eine entscheidende Rolle. Sie waren verantwortlich für die gesamte Kommunikationstechnik an Bord, einschließlich Funk, Signalgebung und der Verschlüsselung geheimer Nachrichten. Diese Position erforderte technisches Verständnis und höchste Zuverlässigkeit, da die Kommunikation für die Kriegsführung zur See von existenzieller Bedeutung war.

Nach 1945 verloren die Kriegsmarine-Säbel ihre militärische Funktion. Viele Stücke wurden als Kriegsbeute beschlagnahmt, zerstört oder gelangten in Privatbesitz. Heute sind sie begehrte militärhistorische Sammlerstücke, die ein wichtiges Zeugnis der deutschen Marinegeschichte darstellen. Die Bundesmarine, gegründet 1956, knüpfte an Traditionen der Kaiserlichen Marine an, grenzte sich jedoch bewusst von der Kriegsmarine ab, auch wenn ehemalige Marineoffiziere wie viele andere beim Aufbau der neuen deutschen Seestreitkräfte mitwirkten.

Der Erhaltungszustand solcher Säbel variiert erheblich. Vollständig erhaltene Exemplare mit originaler Scheide und Portepee sind heute selten. Leichte Gebrauchsspuren, kleine Rostflecken auf der Klinge und Abnutzungserscheinungen an der Vergoldung sind typisch für getragene Stücke und mindern bei angemessener Ausprägung den historischen Wert nicht, sondern unterstreichen die authentische Verwendung des Objekts.

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