Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei ( NSDAP ) - Mitgliedsabzeichen
Das NSDAP-Mitgliedsabzeichen (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) stellte eines der wichtigsten Symbole der nationalsozialistischen Bewegung in Deutschland zwischen 1920 und 1945 dar. Diese Parteiabzeichen dienten nicht nur als Erkennungszeichen, sondern symbolisierten auch die Zugehörigkeit zu einer Bewegung, die Deutschland und Europa grundlegend verändern sollte.
Das vorliegende Exemplar trägt die Herstellermarkierung RZM M1/72, was auf eine kontrollierte Produktion unter der Aufsicht der Reichszeugmeisterei (RZM) hinweist. Die RZM wurde 1929 unter der Leitung von Franz Xaver Schwarz gegründet und hatte die Aufgabe, alle offiziellen Uniformteile, Abzeichen und Ausrüstungsgegenstände der NSDAP zu überwachen und zu standardisieren. Die Kodierung M1/72 identifiziert den spezifischen Hersteller, wobei “M1” für die Kategorie Mitgliedsabzeichen steht.
Die emaillierte Ausführung des Abzeichens war die höherwertige Variante gegenüber den einfacheren, gestanzten Versionen. Die Emailletechnik ermöglichte eine farbintensive und dauerhafte Darstellung des charakteristischen Hakenkreuzes im weißen Kreis auf rotem Grund. Das Design basierte auf dem von Adolf Hitler persönlich entworfenen Parteisymbol, das erstmals 1920 verwendet wurde. Die Farbkombination Rot-Weiß-Schwarz knüpfte bewusst an die Farben des Deutschen Kaiserreichs an.
Die Geschichte des NSDAP-Mitgliedsabzeichens begann in den frühen 1920er Jahren. Zunächst wurden verschiedene Varianten ohne einheitliche Standards hergestellt. Ab 1933, nach der Machtergreifung, stieg die Nachfrage nach Parteiabzeichen dramatisch an, da Millionen Deutsche der NSDAP beitraten oder beizutreten versuchten. Die RZM musste daraufhin die Produktion streng regulieren und lizenzierte nur ausgewählte Hersteller.
Das Tragen des Parteiabzeichens war für NSDAP-Mitglieder nicht verpflichtend, wurde aber stark gefördert und war gesellschaftlich erwünscht. In der Praxis trugen die meisten aktiven Parteimitglieder ihr Abzeichen täglich an der Zivilkleidung, üblicherweise am linken Revers. Das Abzeichen hatte einen Durchmesser von etwa 24 Millimetern und wurde mit einer Nadel befestigt.
Die Herstellung von emaillierten Abzeichen erforderte erhebliches handwerkliches Geschick. Der Grundkörper wurde aus Metall gefertigt, dann wurden die verschiedenen Emaillefarben in mehreren Brennvorgängen bei hohen Temperaturen aufgetragen. Dieser aufwendige Prozess erklärt, warum emaillierte Exemplare teurer waren als gestanzte Varianten und warum Emaillebeschädigungen, wie bei diesem Stück vorhanden, relativ häufig auftreten, besonders bei Abzeichen, die über Jahre getragen wurden.
Die RZM-Kennzeichnung erfolgte auf der Rückseite des Abzeichens. Sammler und Historiker können anhand dieser Markierungen den Hersteller, die ungefähre Produktionszeit und oft auch die Authentizität bestimmen. Die Herstellernummer 72 wurde einem spezifischen Betrieb zugeteilt, der die strengen Qualitätsstandards der RZM erfüllen musste.
Nach 1945 wurde das Tragen und die öffentliche zur Schaustellung von NSDAP-Symbolen in Deutschland und Österreich verboten. In der Bundesrepublik Deutschland regelt § 86a des Strafgesetzbuches das Verbot von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Ausnahmen gelten für historische, wissenschaftliche und aufklärerische Zwecke.
Heute haben solche Objekte ausschließlich historischen und wissenschaftlichen Wert. Sie dienen in Museen und Sammlungen als materielle Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte. Für Militärhistoriker und Museen sind sie wichtige Studienobjekte, um die Organisationsstrukturen, Propaganda und Alltagskultur des Nationalsozialismus zu verstehen.
Die Beschädigung der Emaille bei diesem Exemplar ist typisch für Abzeichen, die tatsächlich getragen wurden, im Gegensatz zu nie verwendeten Lagerbeständen. Solche Gebrauchsspuren dokumentieren die reale Nutzung und verleihen dem Objekt zusätzliche historische Authentizität. Der angegebene Zustand 2 entspricht den üblichen Bewertungskriterien für militärhistorische Objekte, wobei leichte Gebrauchsspuren akzeptiert werden.