Preußen 1. Weltkrieg Koppelschloss am Lederriemen für Mannschaften und Unteroffiziere

Messing Stahl, am originalen Lederriemen mit Stahlhaken, viel getragen Zustand 3


483217
180,00

Preußen 1. Weltkrieg Koppelschloss am Lederriemen für Mannschaften und Unteroffiziere

Das preußische Koppelschloss für Mannschaften und Unteroffiziere aus dem Ersten Weltkrieg stellt ein bedeutendes Zeugnis der militärischen Ausrüstung des Deutschen Kaiserreiches dar. Diese funktionalen, aber auch symbolträchtigen Ausrüstungsgegenstände waren integraler Bestandteil der Uniform deutscher Soldaten zwischen 1914 und 1918.

Die Konstruktion des Koppelschlosses aus Messing und Stahl entsprach den militärischen Vorschriften jener Zeit. Das Messing wurde für die sichtbaren Teile verwendet, während Stahl die strukturelle Festigkeit gewährleistete. Der beigefügte originale Lederriemen mit Stahlhaken war Teil des Leibriemens, an dem verschiedene Ausrüstungsgegenstände wie Seitengewehr, Patronentaschen und Brotbeutel befestigt wurden.

Die preußische Armee, die den größten Kontingent der deutschen Streitkräfte im Ersten Weltkrieg stellte, führte ein standardisiertes System von Koppelschlössern ein. Für Mannschaften und Unteroffiziere war das Schloss mit der charakteristischen Inschrift “GOTT MIT UNS” (Gott mit uns) versehen, umgeben von der preußischen Krone. Dieser Wahlspruch hatte eine lange Tradition in der preußischen Militärgeschichte und ging auf die Zeit König Friedrich Wilhelms III. zurück.

Die Herstellung erfolgte in verschiedenen königlichen und privaten Manufakturen. Zu den bedeutendsten Herstellern gehörten Firmen wie Overhoff & Cie. in Lüdenscheid und die Metallwarenfabrik Eisenhammer. Die Qualität variierte je nach Herstellungsjahr, wobei gegen Kriegsende aufgrund von Materialknappheit zunehmend Ersatzmaterialien verwendet wurden.

Das hier beschriebene Exemplar zeigt einen “viel getragenen Zustand”, was auf seinen aktiven Einsatz hindeutet. Solche Gebrauchsspuren erzählen die Geschichte eines Soldaten, der dieses Ausrüstungsstück möglicherweise durch die Schützengräben der Westfront oder die Schlachtfelder der Ostfront trug. Die Patina und Abnutzung sind authentische Zeugnisse der Kriegsrealität.

Die militärische Bekleidungsvorschrift der preußischen Armee, die “Adjustierungsvorschrift”, regelte genau, wie das Koppelschloss zu tragen war. Der Leibriemen wurde so angelegt, dass das Schloss zentral auf der Bauchseite saß. Die Breite des Riemens betrug standardmäßig etwa 45-50 Millimeter.

Im Kontext des Ersten Weltkrieges diente das Koppelschloss nicht nur praktischen Zwecken, sondern auch der militärischen Identität und Disziplin. Das regelmäßige Putzen und Pflegen der Messingteile gehörte zu den täglichen Pflichten eines Soldaten. In den Schützengräben wurden diese Vorschriften allerdings oft gelockert, da blitzende Messingteile die Aufmerksamkeit feindlicher Scharfschützen erregen konnten.

Nach Kriegsende 1918 und der Auflösung der kaiserlichen Armee wurden viele dieser Koppelschlösser von heimkehrenden Soldaten als Erinnerungsstücke behalten oder auf dem zivilen Markt verkauft. Andere wurden von der neu formierten Reichswehr weiterverwendet, allerdings oft mit entfernten oder überarbeiteten monarchischen Symbolen.

Heute sind solche Koppelschlösser wichtige Sammlerobjekte und Museumsstücke, die Einblick in die materielle Kultur des Ersten Weltkrieges geben. Der Erhaltungszustand, die Herstellermarkierungen und die Authentizität der Patina sind entscheidende Faktoren für die historische Bewertung. Das vorliegende Exemplar mit seinem originalen Lederriemen und den deutlichen Gebrauchsspuren repräsentiert ein authentisches Zeitzeugnis aus einer der prägendsten Epochen der deutschen und europäischen Geschichte.