Urkunde zum Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern,

für einen Obergefreiten vom Artillerie Regiment 37, ausgestellt am 1.2.1942, unterzeichnet vom Generalmajor Martin Grase,- Ritterkreuz (18.10.1941),- Eichenlaub (23.05.1943). Die Urkunde ist gelocht und mehrfach gefaltet.
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Urkunde zum Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern,

Das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse mit Schwertern gehörte zu den wichtigsten Auszeichnungen des nationalsozialistischen Deutschen Reiches während des Zweiten Weltkriegs. Diese Urkunde, ausgestellt am 1. Februar 1942 für einen Obergefreiten des Artillerie-Regiments 37, dokumentiert eine bedeutende Würdigung militärischer Verdienste in einer entscheidenden Phase des Krieges.

Das Kriegsverdienstkreuz wurde durch Erlass vom 18. Oktober 1939 von Adolf Hitler gestiftet und war als Auszeichnung für Verdienste im Kriege vorgesehen, die nicht unmittelbar im Kampf gegen den Feind erbracht wurden. Es existierte in zwei Klassen sowie einer höheren Stufe mit dem Zusatz “mit Schwertern”. Die Schwerter kennzeichneten dabei Leistungen, die in unmittelbarer Frontnähe oder unter Feindeinwirkung erbracht wurden, während die Version ohne Schwerter primär für Verdienste in der Heimat oder im rückwärtigen Gebiet verliehen wurde.

Die 2. Klasse mit Schwertern stellte die häufigste Form dieser Auszeichnung dar und wurde an Wehrmachtsangehörige aller Teilstreitkräfte sowie an zivile Personen verliehen. Das Kreuz selbst bestand aus bronziertem Zinkguss und zeigte auf der Vorderseite ein Hakenkreuz, umgeben von der Jahreszahl 1939. Die gekreuzten Schwerter waren zwischen den Kreuzarmen angebracht und wiesen auf den militärischen Charakter der Auszeichnung hin.

Das Artillerie-Regiment 37 war Teil der Wehrmacht und hatte eine traditionsreiche Geschichte. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs war es verschiedenen Divisionen zugeordnet und nahm an mehreren wichtigen Feldzügen teil. Im Februar 1942, dem Ausstellungsdatum dieser Urkunde, befand sich die Wehrmacht in einer kritischen Phase des Krieges. Der Vormarsch im Osten war zum Stillstand gekommen, und die deutschen Truppen mussten den ersten harten Winter an der Ostfront überstehen.

Die Urkunde wurde von Generalmajor Martin Grase unterzeichnet, einem hochdekorierten Offizier der Wehrmacht. Grase erhielt das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 18. Oktober 1941 als Kommandeur der 102. Infanterie-Division. Seine weitere Auszeichnung mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz erfolgte am 23. Mai 1943 als Kommandeur der 45. Infanterie-Division. Diese hohen Auszeichnungen unterstreichen die Bedeutung seiner Unterschrift auf der Urkunde und zeigen, dass die Verleihung durch einen erfahrenen und anerkannten Truppenführer erfolgte.

Der Rang des Obergefreiten war ein Unteroffiziersdienstgrad ohne Portepee in der Wehrmacht, der Soldaten verliehen wurde, die besondere Fähigkeiten oder Verantwortlichkeiten übernommen hatten. In der Artillerie waren Obergefreite häufig als Richtschützen, Ladeschützen oder in anderen spezialisierten Funktionen eingesetzt, die besondere technische Kenntnisse und Zuverlässigkeit erforderten.

Die physische Beschaffenheit der Urkunde – gelocht und mehrfach gefaltet – erzählt ihre eigene Geschichte. Solche Dokumente wurden von den Soldaten oft im Soldbuch oder in der persönlichen Ausrüstung mitgeführt. Die Lochung deutet darauf hin, dass die Urkunde in einer Sammlung oder einem Ordner aufbewahrt wurde, während die Faltungen auf häufiges Mitführen oder beengte Aufbewahrungsbedingungen hinweisen. Diese Gebrauchsspuren sind typisch für Feldausfertigungen und unterscheiden sich deutlich von Urkunden, die sicher in der Heimat verwahrt wurden.

Das Verleihungsverfahren für das Kriegsverdienstkreuz war streng geregelt. Die Vorgesetzten mussten einen Verleihungsvorschlag einreichen, der die konkreten Verdienste detailliert darlegte. Diese Vorschläge durchliefen mehrere Instanzen, bevor die endgültige Genehmigung erteilt wurde. Die Urkunden wurden nach standardisierten Vorlagen gedruckt oder gestempelt und mussten die vorgeschriebenen Angaben enthalten: Name und Rang des Beliehenen, verleihende Dienststelle, Datum und Unterschrift des zuständigen Kommandeurs.

Im historischen Kontext des Februars 1942 markiert diese Verleihung eine Zeit intensiver Kämpfe und großer Herausforderungen für die Wehrmacht. Die Schlacht um Moskau war gescheitert, und die deutschen Truppen befanden sich erstmals in der Defensive. Artillerieeinheiten spielten in dieser Phase eine entscheidende Rolle bei der Abwehr sowjetischer Gegenangriffe und der Stabilisierung der Front.

Heute sind solche Urkunden wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in das Auszeichnungswesen, die Militärorganisation und die individuellen Schicksale von Soldaten während des Zweiten Weltkriegs geben. Sie dienen der historischen Forschung und Aufarbeitung dieser dunkelsten Periode deutscher Geschichte.

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