III. Reich Hirschfänger für Förster .
Anbei die CITES-Genehmigung für den Verkauf, Ein- und Ausfuhr nach dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen, datiert 2025.
Der Hirschfänger repräsentiert eine faszinierende Kategorie historischer Blankwaffen, die im Dritten Reich nicht nur als jagdliches Werkzeug, sondern vor allem als Statussymbol und Teil der uniformierten Ausrüstung verschiedener Organisationen diente. Das vorliegende Exemplar, gefertigt um 1938 von der renommierten Solinger Firma ACS Alcoso, verkörpert die typische Ausführung eines Förster-Hirschfängers aus dieser Epoche.
Die Tradition des Hirschfängers reicht weit über das 20. Jahrhundert hinaus. Ursprünglich im Spätmittelalter als jagdliches Hilfsgerät entwickelt, diente der Hirschfänger dem “Abfangen” - also dem finalen Töten - von angeschossenem Wild. Die breite, steife Klinge war speziell für diesen Zweck konstruiert. Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich der Hirschfänger zunehmend vom praktischen Werkzeug zum zeremoniellen und repräsentativen Gegenstand.
Solingen, die Stadt der Klingenfertigung, hatte bereits seit Jahrhunderten einen internationalen Ruf für qualitativ hochwertige Blankwaffen. Firmen wie Alcoso (Alexander Coppel Solingen) gehörten zu den bedeutenden Herstellern, die sowohl zivile als auch militärische Aufträge ausführten. Die Firma Alcoso wurde im 19. Jahrhundert gegründet und produzierte bis in die 1970er Jahre hinein hochwertige Schneidwaren und Blankwaffen.
Im Dritten Reich erlebte die Produktion zeremonieller Blankwaffen einen besonderen Aufschwung. Das NS-Regime nutzte Symbolik und Uniformierung intensiv zur Schaffung von Identität und Hierarchie. Förster und Forstbeamte erhielten als Teil der staatlichen Forstverwaltung spezielle Uniformen und Ausrüstungsgegenstände, zu denen auch der Hirschfänger gehörte. Diese Waffen waren weniger für den praktischen Einsatz bei der Jagd gedacht als vielmehr als Zeichen der Amtsautorität und der Verbindung zur deutschen Jagdtradition.
Die typische Gestaltung dieser Förster-Hirschfänger folgte strengen Vorgaben. Die Keilklinge mit einer Länge von etwa 295mm war charakteristisch für diese Waffen. Die beidseitige Ätzung mit jagdlichen Motiven - häufig Darstellungen von Hirschen, Eichenlaub, Jagdszenen oder Waldmotiven - unterstreicht den zeremoniellen Charakter. Die abgerundete Spitze war ein Merkmal, das den Hirschfänger von reinen Stichwaffen unterschied.
Das Messinggefäß mit muschelförmigem Stichblatt entsprach der zeittypischen Ausführung. Messing als Material bot den Vorteil, dass es poliert werden konnte und einen repräsentativen Glanz entwickelte. Die Griffschalen aus Elfenbein mit den charakteristischen drei aufgelegten Eicheln waren ein besonderes Qualitätsmerkmal. Die Eiche galt in der deutschen Symbolik seit jeher als Baum der Stärke und Beständigkeit und war entsprechend häufig in der Gestaltung zu finden.
Die schwarze Lederscheide mit Messingbeschlägen vervollständigte die Ausstattung. Das Portepee, eine geflochtene Schlaufe, die am Griff befestigt wurde, diente ursprünglich dazu, die Waffe am Handgelenk zu sichern, entwickelte sich aber ebenfalls zu einem Rangabzeichen, dessen Ausführung und Farbe Aufschluss über Status und Position des Trägers gaben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden solche Objekte zu begehrten Sammlerstücken. Der militärhistorische und handwerkliche Wert dieser Stücke wird heute international anerkannt. Dabei ist zu beachten, dass der Besitz und Handel mit solchen Objekten in verschiedenen Ländern unterschiedlich geregelt ist. In Deutschland beispielsweise sind historische Blankwaffen grundsätzlich sammelbar, solange sie nicht unter spezifische Verbote fallen.
Eine besondere Herausforderung beim heutigen Handel mit historischen Hirschfängern, die Elfenbein enthalten, stellt das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) dar. Dieses internationale Abkommen von 1973 reguliert den Handel mit gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Elfenbein unterliegt strengen Handelsbeschränkungen, wobei historische Objekte unter bestimmten Bedingungen mit entsprechender Genehmigung gehandelt werden dürfen. Die erforderliche CITES-Genehmigung dokumentiert, dass das verwendete Elfenbein vor den relevanten Stichtagen verarbeitet wurde und der Handel legal erfolgt.
Aus kulturhistorischer Perspektive sind solche Hirschfänger wichtige Zeugnisse der Handwerkskunst, der Jagdgeschichte und der komplexen Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert. Sie dokumentieren sowohl die hohe Fertigungsqualität der Solinger Klingenindustrie als auch die Bedeutung von Symbolen und Traditionen in der staatlichen Repräsentation jener Zeit. Für Sammler und Museen stellen sie bedeutende Studienobjekte dar, die Einblicke in Material- und Fertigungstechniken sowie in die sozialgeschichtlichen Strukturen ihrer Entstehungszeit ermöglichen.