III. Reich KdF nichttragbare Erinnerungsplakette "Erste Gau-Ausstellung der KdF-Sammlergruppen in Württemberg 1941"

Runde Plakette Buntmetall versilbert, Durchmesser 60 mm. Auf der Vorderseite Emblem der KdF, Umschrift "Stadt der Auslandsdeutschen Stuttgart". Komplett im Verleihungsetui. Zustand 2. Selten.
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320,00

III. Reich KdF nichttragbare Erinnerungsplakette "Erste Gau-Ausstellung der KdF-Sammlergruppen in Württemberg 1941"

Die vorliegende Erinnerungsplakette repräsentiert ein bemerkenswertes Zeugnis der Kraft durch Freude (KdF)-Organisation während des Dritten Reiches. Diese runde, versilberte Buntmetallplakette mit einem Durchmesser von 60 mm wurde anlässlich der Ersten Gau-Ausstellung der KdF-Sammlergruppen in Württemberg 1941 in Stuttgart ausgegeben.

Kraft durch Freude wurde am 27. November 1933 als Unterorganisation der Deutschen Arbeitsfront (DAF) gegründet und entwickelte sich zu einer der größten Freizeitorganisationen im nationalsozialistischen Deutschland. Unter der Leitung von Robert Ley und später Bodo Lafferentz sollte KdF die Freizeitgestaltung der deutschen Arbeiterschaft kontrollieren und gleichzeitig als Instrument der nationalsozialistischen Propaganda dienen.

Die KdF-Organisation umfasste zahlreiche Aktivitäten, darunter Urlaubsreisen, Theaterbesuche, Sportveranstaltungen und auch Sammlergruppen. Diese Sammlergruppen waren Teil des umfassenden Programms zur Freizeitgestaltung und sollten das Gemeinschaftsgefühl fördern sowie kulturelle Interessen unter nationalsozialistischer Ausrichtung kanalisieren.

Die Plakette zeigt auf der Vorderseite das charakteristische KdF-Emblem – ein stilisiertes Zahnrad mit dem Hakenkreuz –, umgeben von der Umschrift "Stadt der Auslandsdeutschen Stuttgart". Diese Bezeichnung für Stuttgart geht auf eine Entscheidung von 1936 zurück, als die Stadt diesen offiziellen Beinamen erhielt, um ihre Rolle als Zentrum für die Betreuung und Förderung der Auslandsdeutschen zu unterstreichen.

Das Jahr 1941 markiert einen bedeutenden Zeitpunkt in der Geschichte des Dritten Reiches. Während Deutschland sich mitten im Zweiten Weltkrieg befand und der Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941 begonnen hatte, versuchte das Regime weiterhin, durch Organisationen wie KdF ein Gefühl der Normalität und des zivilen Lebens aufrechtzuerhalten. Solche Ausstellungen und Veranstaltungen dienten der inneren Propaganda und sollten die Moral der Heimatfront stärken.

Die Tatsache, dass diese Plakette nichttragbar war, unterscheidet sie von militärischen Auszeichnungen oder tragbaren Abzeichen. Sie wurde vermutlich in einer begrenzten Auflage an Teilnehmer, Organisatoren oder besondere Gäste der Ausstellung ausgegeben und diente als Erinnerungsstück an die Veranstaltung. Die vollständige Erhaltung im Verleihungsetui ist bemerkenswert und deutet darauf hin, dass dem Objekt von seinem Besitzer besondere Bedeutung beigemessen wurde.

Solche Erinnerungsplaketten waren im Dritten Reich weit verbreitet und wurden bei verschiedenen Anlässen ausgegeben – von sportlichen Wettkämpfen über kulturelle Veranstaltungen bis hin zu politischen Versammlungen. Sie spiegeln die umfassende Durchdringung des Alltagslebens durch nationalsozialistische Organisationen wider.

Die handwerkliche Ausführung der Plakette mit ihrer Versilberung und dem Durchmesser von 60 mm entspricht den Standards der Zeit für solche Erinnerungsstücke. Die Verwendung von Buntmetall (in der Regel eine Kupferlegierung) war üblich, da edelere Metalle für Rüstungszwecke reserviert waren, besonders nach Kriegsbeginn.

Aus historischer Perspektive dokumentiert diese Plakette die Bemühungen des NS-Regimes, auch in Kriegszeiten zivile Aktivitäten und Sammlerkultur zu fördern. Die regionale Ausrichtung auf den Gau Württemberg zeigt die dezentrale Organisation solcher Veranstaltungen, wobei die Gaue als administrative und politische Einheiten des Dritten Reiches fungierten.

Heute sind solche Objekte wichtige Quellen für die Erforschung der Alltagsgeschichte und der Propagandastrukturen des Dritten Reiches. Sie dokumentieren die Durchdringung aller Lebensbereiche durch nationalsozialistische Organisationen und die Instrumentalisierung von Freizeit und Kultur für ideologische Zwecke. Die Seltenheit dieser spezifischen Plakette unterstreicht ihren dokumentarischen Wert für Sammler und Historiker gleichermaßen.