NSKK / DDAC - nichttragbare Teilnehmerplakette - " 1. Niederrheinische Geländeprüfungsfahrt 28. Okt. 1934 Süchteln "
Die NSKK/DDAC-Teilnehmerplakette der 1. Niederrheinischen Geländeprüfungsfahrt 1934
Die vorliegende Plakette dokumentiert ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte der nationalsozialistischen Kraftfahrorganisationen: die 1. Niederrheinische Geländeprüfungsfahrt, die am 28. Oktober 1934 in Süchteln stattfand. Dieses nichttragbare Erinnerungsstück aus versilbertem Buntmetall mit partieller Emaillierung wurde vom renommierten Hersteller Adam Donner aus Elberfeld gefertigt und repräsentiert die enge Verbindung zwischen dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) und dem Der Deutsche Automobil-Club (DDAC).
Das NSKK wurde am 1. April 1931 zunächst als motorisierte Unterorganisation der SA gegründet und entwickelte sich zu einer der bedeutendsten paramilitärischen Gliederungen der NSDAP. Nach der Machtübernahme 1933 erfuhr das NSKK eine erhebliche Expansion und übernahm zunehmend die Kontrolle über das deutsche Kraftfahrwesen. Der DDAC, gegründet 1903 als einer der ältesten Automobilclubs Deutschlands, wurde 1933 gleichgeschaltet und arbeitete eng mit dem NSKK zusammen, bevor er 1934 faktisch in dessen Strukturen integriert wurde.
Die Geländeprüfungsfahrten stellten einen wichtigen Bestandteil der NSKK-Aktivitäten dar. Sie dienten offiziell der Förderung des Kraftfahrsports und der Verbesserung der Fahrtechnik, hatten jedoch auch eine klare wehrsportliche und propagandistische Dimension. Diese Veranstaltungen sollten die Geländegängigkeit von Fahrzeugen testen, Fahrer in schwierigem Terrain schulen und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie demonstrieren. Im Kontext der Wiederaufrüstung und der Vorbereitung auf einen zukünftigen Krieg besaßen solche Übungen eine besondere militärische Relevanz.
Der Austragungsort Süchteln, heute ein Stadtteil von Viersen am Niederrhein, bot mit seiner Umgebung ideale Voraussetzungen für eine solche Geländeprüfung. Die Region verfügte über abwechslungsreiches Terrain mit Wäldern, Feldern und natürlichen Hindernissen, die eine realistische Prüfung der Fahrzeuge und Fahrer ermöglichten.
Die Plakette selbst mit ihren vier Bohrungen war für eine dauerhafte Montage konzipiert, vermutlich zur Anbringung an Fahrzeugen, in Clubräumen oder als Teil von Trophäensammlungen. Die Kombination aus versilbertem Buntmetall und Emaillearbeiten entsprach dem zeitgenössischen Standard für hochwertige Erinnerungsstücke und Auszeichnungen. Die Dimensionen von 65 x 90 mm machten sie zu einem auffälligen und repräsentativen Objekt.
Der Hersteller Adam Donner aus Elberfeld (heute Teil von Wuppertal) war ein etablierter Produzent von Abzeichen, Plaketten und Auszeichnungen. Die Firma gehörte zu den zahlreichen Unternehmen im Bergischen Land, die im Dritten Reich Insignien und Erinnerungsstücke für verschiedene NS-Organisationen fertigten. Die handwerkliche Qualität dieser Hersteller war allgemein hoch und entsprach der deutschen Tradition der Metallverarbeitung und Emaillekunst.
Die Veranstaltung von 1934 fand in einer Phase der Konsolidierung der NS-Herrschaft statt. Nach dem sogenannten “Röhm-Putsch” im Juni 1934 hatte das NSKK an Bedeutung gewonnen, da es im Gegensatz zur geschwächten SA als zuverlässig galt. Die Organisation unter der Führung von NSKK-Korpsführer Adolf Hühnlein expandierte kontinuierlich und übernahm immer mehr Aufgaben in der motorisierten Ausbildung und Schulung.
Solche regionalen Veranstaltungen wie die Niederrheinische Geländeprüfungsfahrt dienten mehreren Zwecken: Sie förderten die Volksgemeinschaftsideologie durch gemeinsame Aktivitäten, boten eine Plattform zur Demonstration technischer Leistungsfähigkeit, dienten der vormilitärischen Ausbildung und stärkten die lokale Präsenz der NS-Organisationen. Die Vergabe von Teilnehmerplaketten schuf zudem einen Anreiz zur Partizipation und diente der Ehrung der Beteiligten.
Heute sind solche Plaketten wichtige zeithistorische Dokumente, die Einblick in die Organisationskultur, die Propagandamechanismen und die Alltagspraxis der NS-Zeit geben. Sie dokumentieren die Durchdringung der Gesellschaft durch nationalsozialistische Organisationen und deren Aktivitäten auf lokaler und regionaler Ebene.