Originales Band zur China-Denkmünze für die Bandspange und Miniatur

Breite 15 mm, Länge 150 mm, ungetragen.

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Originales Band zur China-Denkmünze für die Bandspange und Miniatur

Das hier beschriebene Band zur China-Denkmünze repräsentiert ein faszinierendes Stück deutscher Kolonial- und Militärgeschichte aus der Wende zum 20. Jahrhundert. Mit einer Breite von 15 mm und einer Länge von 150 mm handelt es sich um ein Originalelement, das zur Befestigung der Miniaturversion oder für die Bandspange der China-Denkmünze bestimmt war.

Die China-Denkmünze, auch bekannt als China-Erinnerungsmedaille, wurde durch Allerhöchste Kabinettsorder vom 31. Dezember 1900 von Kaiser Wilhelm II. gestiftet. Diese Auszeichnung wurde allen Angehörigen der deutschen Expeditionsstreitkräfte verliehen, die am Boxeraufstand in China zwischen 1900 und 1901 teilgenommen hatten. Der Boxeraufstand war ein antiimperialistischer und antiwestlicher Aufstand der chinesischen Geheimgesellschaft der Yihetuan (Boxer), der sich gegen die zunehmende ausländische Einflussnahme in China richtete.

Die historischen Ereignisse, die zur Stiftung dieser Medaille führten, begannen im Frühjahr 1900, als die Boxer-Bewegung zunehmend gewalttätig wurde und gegen christliche Missionare sowie chinesische Christen vorging. Im Juni 1900 wurde die Gesandtschaft der ausländischen Mächte in Peking belagert. Als Reaktion darauf entsandten acht Nationen – Deutschland, Japan, Russland, Großbritannien, Frankreich, die Vereinigten Staaten, Italien und Österreich-Ungarn – ein gemeinsames Expeditionskorps.

Das deutsche Kontingent unter dem Oberbefehl von Generalfeldmarschall Alfred Graf von Waldersee umfasste etwa 20.000 Soldaten. Besonders berüchtigt wurde die deutsche Beteiligung durch die sogenannte “Hunnenrede” Kaiser Wilhelms II. vom 27. Juli 1900 in Bremerhaven, in der er die deutschen Truppen aufforderte, keine Gefangenen zu machen und sich einen Namen wie die Hunnen zu erwerben.

Das Band zur China-Denkmünze zeigt charakteristische Farben, die symbolische Bedeutung trugen. Die Farbkombination bestand aus gelben und weißen Streifen mit roten Rändern. Gelb und Weiß repräsentierten die kaiserlichen Farben Chinas, während Rot für das Deutsche Kaiserreich stand. Diese Farbwahl verdeutlichte den Einsatz im fernöstlichen Theater und die Verbindung zwischen dem deutschen und dem chinesischen Kaiserreich.

Die China-Denkmünze selbst zeigte auf der Vorderseite das Brustbild Kaiser Wilhelms II. in Uniform mit der Umschrift “WILHELM II DEUTSCHER KAISER KÖNIG VON PREUSSEN”. Die Rückseite trug die Inschrift “DEN TAPFEREN THEILNEHMERN AM OSTASIATISCHEN EXPEDITIONS-CORPS” sowie “CHINA 1900-1901”.

Für die Bandspange und Miniatur, wie im vorliegenden Fall, war das 15 mm breite Band von besonderer Bedeutung. Miniaturausführungen wurden häufig bei ziviler Kleidung oder bei festlichen Anlässen getragen, bei denen die Vollgröße der Medaille als unangemessen galt. Die Bandspange allein konnte auf der Uniform getragen werden, wenn die eigentliche Medaille nicht angelegt wurde.

Der ungetragene Zustand dieses Bandes ist bemerkenswert, da die meisten militärischen Textilien aus dieser Zeit durch Gebrauch, Lagerung oder die beiden Weltkriege verloren gingen oder beschädigt wurden. Solche erhaltenen Stücke bieten wichtige Einblicke in die Herstellungsqualität und die ursprünglichen Farben, die bei getragenen Exemplaren oft verblasst sind.

Die Verleihungspraxis der China-Denkmünze war klar geregelt. Anspruchsberechtigt waren alle Angehörigen der Kaiserlichen Marine, des Heeres und der Schutztruppen, die zwischen 1900 und 1901 in China im Einsatz waren. Auch zivile Beamte und medizinisches Personal, die mit dem Expeditionskorps dienten, konnten die Auszeichnung erhalten.

Im Kontext der deutschen Ordenskunde und Phaleristik stellt die China-Denkmünze eine der wenigen deutschen Kolonialauszeichnungen dar. Sie reiht sich ein neben der Südwestafrika-Denkmünze (1904-1906) und der Kolonial-Denkmünze. Diese Auszeichnungen dokumentieren die kurze, aber intensive Phase deutscher Kolonialpolitik unter Kaiser Wilhelm II.

Die historische Bedeutung der China-Denkmünze und ihrer Komponenten wie dem vorliegenden Band geht über den rein militärhistorischen Aspekt hinaus. Sie dokumentiert die imperialistische Politik der europäischen Mächte in China, die mit zur Schwächung der Qing-Dynastie beitrug und langfristige Auswirkungen auf die chinesisch-europäischen Beziehungen hatte. Aus heutiger Sicht werden diese Ereignisse kritisch als Teil des europäischen Kolonialismus und Imperialismus bewertet.

Für Sammler und Militärhistoriker sind solche Originalbänder wertvolle Studienobjekte. Sie ermöglichen die authentische Rekonstruktion von Uniformen und Ordensspangen und tragen zum Verständnis der materiellen Kultur des Kaiserreichs bei. Der internationale Sammlermarkt für deutsche Militaria zeigt anhaltendes Interesse an gut erhaltenen Stücken aus der Zeit des Boxeraufstands.

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