Preußen Kartuschkasten mit Bandolier für Mannschaften für den Galawachanzug des Regiments der Gardes du Corps

Um 1900. Schweres, geweißtes Leder, auf dem Deckel der große Gardestern für Mannschaften, umlaufend rotweiße Borte, am Kasten kleine Plakette mit der Nummer "58", innen eingesetzt Holzkasten. Das Bandelier ebenfalls aus schwerem, ca. 6,7 cm breitem, geweißtem Leder mit aufgelegten roten Borten und neusilbernen Beschlägen, auf der Innenseite mit getilgten Trägernamen. Zustand 2.

Sehr selten, das 1. Mal seit 1988 bei uns im Angebot.

Die seit 1883 vorgeschriebene Kartusche und das Bandelier gehörten nur zu dem Galawachanzug des Regiments der Gardes du Corps.
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Kartuschkasten mit Bandolier für Mannschaften des Galawachanzugs des Regiments der Gardes du Corps

Unter den Ausrüstungsgegenständen der preußischen Armee nimmt dieses Ensemble aus Kartuschkasten und Bandolier eine besondere Stellung ein. Es gehörte ausschließlich zum Galawachanzug des Regiments der Gardes du Corps und verkörpert in einzigartiger Weise die zeremonielle Pracht des preußischen Hofes an der Schwelle zum 20. Jahrhundert. Die seit 1883 vorgeschriebene Kombination aus Kartuschkasten und Bandolier war ein reines Zeremonialobjekt, bestimmt für den Ehrenwachdienst bei höfischen Festlichkeiten.

Das Regiment der Gardes du Corps – Leibgarde des Königs

Das Regiment der Gardes du Corps war die persönliche Leibwache des Königs von Preußen und nach 1871 des Deutschen Kaisers. Die Einheit wurde 1740 von Friedrich dem Großen gegründet und war ab 1753 in Potsdam garnisoniert. Als eine der prestigeträchtigsten Formationen der preußischen Armee nahm das Regiment an zahlreichen Feldzügen teil, darunter dem Siebenjährigen Krieg, den Napoleonischen Kriegen und dem Ersten Weltkrieg.

Zu den einzigartigen Merkmalen der Paradeuniform des Regiments, die bis 1914 getragen wurde, gehörten eine rote ärmellose Supraweste (Überweste) mit dem Stern des Schwarzen Adlerordens auf Brust und Rücken sowie schwarze eiserne Kürasse mit roter Einfassung, die 1814 vom russischen Zaren überreicht worden waren.

Der Galawachanzug und seine Einführung

Für große Hoffestlichkeiten trugen die als Ehrenwache abkommandierten Mannschaften des Regiments der Gardes du Corps eine besondere Uniform, den sogenannten Galawachanzug. Ursprünglich bestand dessen besonderes Kennzeichen nur in der Supraweste. Ab 1883 wurden ein spezielles Bandolier mit Kartuschkasten sowie ein besonderer Gürtel zur Galawachuniform hinzugefügt. Nur mit dieser Uniform gehörten auch der Ringkragen und das besondere weiße Bandolier mit dem großen weißen Kartuschkasten zusammen. Diese Ausrüstung unterschied sich grundlegend von der Standardfeldausrüstung und war ausschließlich für den zeremoniellen Galawachdienst bei königlichen Hofveranstaltungen bestimmt.

Beschreibung des Objekts

Der Kartuschkasten besteht aus schwerem, geweißtem Leder. Auf dem Deckel befindet sich der große Gardestern für Mannschaften, der den Stern des Schwarzen Adlerordens darstellte. Umlaufend ist eine rot-weiße Borte angebracht. Im Inneren des Kastens befindet sich ein eingesetzter Holzkasten. Am Kasten selbst ist eine kleine nummerierte Plakette angebracht.

Das Bandolier ist ebenfalls aus schwerem, geweißtem Leder gefertigt und weist aufgelegte rote Borten sowie neusilberne Beschläge auf. Auf der Innenseite finden sich verschiedene Inschriften, darunter Trägernamen und Jahresdaten. Dieses Detail verweist auf die übliche Praxis, Ausrüstungsgegenstände über mehrere Dienstjahre hinweg verschiedenen Soldaten zuzuweisen und die jeweiligen Träger zu dokumentieren.

Verwendung und Bedeutung

Die Supraweste wurde von Ehrenwachen des Regiments der Gardes du Corps getragen, die für festliche Anlässe abkommandiert wurden. Der Kartuschkasten und das Bandolier waren seit 1883 vorgeschrieben und gehörten ausschließlich zum Galawachanzug des Regiments. Sie wurden von Mannschaften des Regiments der Gardes du Corps getragen, die den zeremoniellen Galawachdienst bei königlichen Hofveranstaltungen versahen. Die feierliche weiße Farbgebung des geweißten Leders, die rot-weiße Borte und die neusilbernen Beschläge unterstrichen den repräsentativen Charakter dieser Ausstattung, die ausschließlich bei den prächtigsten Anlässen des preußischen Hofes zum Einsatz kam.

Das Ende des Regiments und die Traditionspflege

Das Regiment der Gardes du Corps bestand bis zur Auflösung der preußischen Armee im Jahr 1918. Die Tradition wurde in der Reichswehr auf Befehl des Chefs der Heeresleitung, General der Infanterie Hans von Seeckt, am 24. August 1921 von der 1. Schwadron des 4. (Preußischen) Reiterregiments in Potsdam übernommen. In der Bundeswehr führte schließlich das Panzerbataillon 24 in Braunschweig die Tradition fort, bis es aufgelöst wurde.

Sammlerwert und Seltenheit

Dieser Kartuschkasten mit Bandolier ist ein außerordentlich seltenes Sammlerstück. Als reines Zeremonialstück, das nur für einen spezifischen Uniformtyp eines einzigen Regiments vorgesehen war, ist die Überlebensrate solcher Objekte naturgemäß äußerst gering. Der Produktionszeitraum erstreckte sich von etwa 1883 bis 1918, also über die gesamte Zeitspanne, in der das Regiment der Gardes du Corps diese zeremonielle Ausstattung nutzte. Für Sammler preußischer Militaria stellt dieses Ensemble ein herausragendes Dokument der höfischen Militärtradition dar, das die einzigartige Stellung des Regiments der Gardes du Corps im Gefüge der preußischen Armee auf eindrucksvolle Weise bezeugt.

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