Bundesrepublik Deutschland ( BRD ) Konvolut von 6 Wandplaketten und 2 Zinnteller Bundeswehr und Bundesmarine

60er bis 80er Jahre.
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85,00

Bundesrepublik Deutschland ( BRD ) Konvolut von 6 Wandplaketten und 2 Zinnteller Bundeswehr und Bundesmarine

Wandplaketten und Zinnteller der Bundeswehr und Bundesmarine (1960er-1980er Jahre)

Die Tradition militärischer Erinnerungsstücke und Ehrengeschenke hat in Deutschland eine lange Geschichte, die sich auch nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Bundeswehr im Jahr 1955 fortsetzte. Wandplaketten und Zinnteller stellten zwischen den 1960er und 1980er Jahren wichtige Elemente der militärischen Repräsentationskultur dar und dienten sowohl der Traditionspflege als auch dem kameradschaftlichen Austausch zwischen verschiedenen Einheiten und Verbänden.

Nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und der bedingungslosen Kapitulation 1945 musste die militärische Kultur der neu gegründeten Bundeswehr bewusst gestaltet werden. Die Himmeroder Denkschrift von 1950 und die Einführung des Konzepts der “Inneren Führung” durch Wolf Graf von Baudissin prägten das Selbstverständnis der neuen deutschen Streitkräfte als “Staatsbürger in Uniform”. Dennoch blieb der Wunsch nach militärischer Tradition und Symbolik bestehen, allerdings unter strenger demokratischer Kontrolle.

Wandplaketten aus Holz, Metall oder Keramik wurden zu beliebten Repräsentationsobjekten in Kasinoräumen, Offiziersheimen und Dienststuben. Sie zeigten typischerweise Wappen, Embleme und Abzeichen der verschiedenen Teilstreitkräfte, Truppengattungen oder spezifischer Einheiten. Die Bundesmarine, als Nachfolgerin der Kriegsmarine, entwickelte dabei eine besonders ausgeprägte Tradition solcher Erinnerungsstücke, die an die jahrhundertealte maritime Tradition Deutschlands anknüpfte, ohne dabei problematische NS-Symbolik zu übernehmen.

Die Gestaltung dieser Objekte unterlag strengen Richtlinien. Das Bundesministerium der Verteidigung regulierte die Verwendung von Hoheitszeichen und militärischen Emblemen. Der Bundesadler als Hoheitszeichen durfte nur in genehmigten Formen verwendet werden. Viele Plaketten zeigten daher Verbandswappen, Schiffsembleme oder traditionelle maritime Symbole wie Anker, Steuerräder oder Segelschiffe.

Zinnteller hatten eine besonders lange Tradition in der deutschen Militärkultur. Bereits in der kaiserlichen Marine und der Reichsmarine waren sie beliebte Erinnerungsstücke. In der Bundeswehr und Bundesmarine der 1960er bis 1980er Jahre wurden sie häufig als Abschiedsgeschenke, Auszeichnungen für besondere Verdienste oder als Gastgeschenke bei offiziellen Besuchen überreicht. Die Zinnverarbeitung hatte in Deutschland eine handwerkliche Tradition, und verschiedene Manufakturen spezialisierten sich auf die Herstellung militärischer Erinnerungsstücke.

Die dargestellten Motive variierten erheblich: Schiffsdarstellungen waren bei der Marine besonders beliebt, wobei sowohl moderne Kriegsschiffe als auch historische Segelschiffe abgebildet wurden. Luftwaffenplaketten zeigten oft Flugzeugtypen oder Geschwaderwappen, während Heereseinheiten ihre Truppenwappen oder geografische Bezüge zu ihren Standorten darstellten. Die deutsch-deutsche Teilung und die Rolle der Bundeswehr im NATO-Bündnis spiegelten sich gelegentlich in Motiven wider, die die westliche Verteidigungsgemeinschaft symbolisierten.

In den 1960er Jahren befand sich die Bundeswehr noch im Aufbau. Die Integration in die NATO 1955 und die Einführung der Wehrpflicht 1956 prägten diese Dekade. Wandplaketten und Zinnteller aus dieser Zeit sind oft noch von einer gewissen Schlichtheit gekennzeichnet. In den 1970er Jahren erreichte die Bundeswehr ihre Sollstärke von etwa 495.000 Soldaten, und die militärische Gemeinschaft entwickelte eine ausgeprägtere eigene Kultur. Die 1980er Jahre waren vom Kalten Krieg und der NATO-Nachrüstung geprägt, was sich gelegentlich auch in der Symbolik militärischer Erinnerungsstücke niederschlug.

Die Bundesmarine umfasste in dieser Zeit verschiedene Flotillen mit Zerstörern, Fregatten, Schnellbooten, U-Booten und Minensuchbooten. Jedes Schiff hatte sein eigenes Wappen und seine eigene Tradition, die oft auf Plaketten und Tellern verewigt wurden. Der Austausch solcher Gegenstände bei Hafenbesuchen oder gemeinsamen Manövern mit NATO-Partnern war Teil der maritimen Diplomatie.

Heute sind diese Wandplaketten und Zinnteller wichtige zeithistorische Dokumente, die Einblick in die militärische Alltagskultur der Bundesrepublik während des Kalten Krieges geben. Sie dokumentieren nicht nur die verschiedenen Einheiten und ihre Embleme, sondern auch die Art und Weise, wie die Bundeswehr ihre Identität zwischen demokratischen Werten und militärischer Tradition definierte. Für Sammler und Militärhistoriker bieten sie wertvolle Informationen über die Organisationsgeschichte der deutschen Streitkräfte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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