Deutsches Reichssportabzeichen DRL in Bronze Konvolut - Miniatur ohne Hakenkreuz

2 Abzeichen, 17 mm, ohne Hersteller, an langer Nadel, Zustand 2.
478619
20,00

Deutsches Reichssportabzeichen DRL in Bronze Konvolut - Miniatur ohne Hakenkreuz

Das Deutsche Reichssportabzeichen (DRL) stellt eines der bedeutendsten sportlichen Auszeichnungen des Deutschen Reiches während der Zeit des Nationalsozialismus dar. Die hier vorliegende Miniaturausführung in Bronze ohne Hakenkreuz repräsentiert eine besondere Kategorie dieser Auszeichnung, die nach dem Zweiten Weltkrieg für das Tragen an ziviler Kleidung modifiziert wurde.

Das Reichssportabzeichen wurde ursprünglich am 19. Januar 1937 durch den Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten als offizielle Auszeichnung des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen (DRL) eingeführt. Es ersetzte das bereits seit 1913 existierende Deutsche Sportabzeichen und wurde zu einem wichtigen Element der nationalsozialistischen Körperkultur- und Sportpolitik. Die Verleihung erfolgte in drei Stufen: Bronze, Silber und Gold, wobei die Bronzestufe die Grundstufe darstellte.

Die Verleihungsvoraussetzungen für das Abzeichen in Bronze waren streng geregelt und erforderten sportliche Leistungen in verschiedenen Disziplinen. Bewerber mussten Prüfungen in den Bereichen Leichtathletik, Schwimmen und Turnen ablegen. Männer und Frauen hatten unterschiedliche Anforderungen zu erfüllen, die nach Altersklassen gestaffelt waren. Für Männer zwischen 18 und 32 Jahren beispielsweise war unter anderem ein 100-Meter-Lauf in bestimmter Zeit, ein Weitsprung sowie eine Schwimmstrecke von 300 Metern zu absolvieren.

Die vorliegende Miniaturausführung mit einer Größe von 17 mm gehört zu den verkleinerten Versionen des Abzeichens, die vornehmlich für das Tragen an Zivilkleidung oder an der Ordenstracht gedacht waren. Während die regulären Abzeichen etwa 35-40 mm maßen, wurden Miniaturen für diskreteres Tragen gefertigt. Die lange Nadel auf der Rückseite war charakteristisch für diese Miniaturausführungen und ermöglichte ein sicheres Befestigen an verschiedenen Kleidungsstücken.

Das Fehlen des Hakenkreuzes auf diesen Abzeichen ist von besonderer historischer Bedeutung. Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches im Jahr 1945 und den nachfolgenden alliierten Kontrollratsgesetzen, insbesondere dem Kontrollratsgesetz Nr. 1 vom Oktober 1945, wurde die Verwendung nationalsozialistischer Symbole verboten. Viele Träger des Reichssportabzeichens, die ihre sportliche Leistung weiterhin dokumentieren wollten, ließen ihre Abzeichen entnazifizieren, indem das Hakenkreuz entfernt oder durch andere Symbole ersetzt wurde. Alternativ wurden in der Nachkriegszeit neue Versionen ohne verfassungsfeindliche Symbole hergestellt.

Die DRL-Kennzeichnung verweist auf den Deutschen Reichsbund für Leibesübungen, der 1938 in Nationalsozialistischer Reichsbund für Leibesübungen (NSRL) umbenannt wurde. Abzeichen mit der DRL-Bezeichnung stammen somit aus dem Zeitraum zwischen 1937 und 1938. Das Konvolut mit zwei Abzeichen deutet darauf hin, dass der ursprüngliche Besitzer möglicherweise mehrfache Auszeichnungen erhielt oder die Abzeichen zu verschiedenen Zwecken verwendete.

Die Herstellung der Reichssportabzeichen erfolgte durch verschiedene autorisierte Hersteller, die meist ihre Herstellermarken auf der Rückseite anbrachten. Das Fehlen einer Herstellerangabe bei diesen Miniaturen kann verschiedene Ursachen haben: Entweder handelt es sich um Nachkriegsanfertigungen oder um Produkte kleinerer Manufakturen, die keine Kennzeichnungspflicht hatten.

Der Zustand 2 in der Sammlerterminologie bezeichnet einen sehr guten Erhaltungszustand mit nur minimalen Gebrauchsspuren. Dies deutet darauf hin, dass die Abzeichen entweder wenig getragen oder sorgfältig aufbewahrt wurden.

Nach 1945 wurde das Sportabzeichen in beiden deutschen Staaten in modifizierter Form fortgeführt. In der Bundesrepublik Deutschland wurde 1952 das Deutsche Sportabzeichen eingeführt, in der DDR existierte ab 1952 das Sportabzeichen der DDR. Beide knüpften an die sportliche Tradition an, distanzierten sich aber deutlich von der nationalsozialistischen Symbolik.

Heute besitzen solche Miniaturabzeichen einen historischen Sammlerwert und dokumentieren ein bedeutendes Kapitel deutscher Sportgeschichte. Sie dienen als materielle Zeugnisse einer Zeit, in der Sport intensiv für politische und ideologische Zwecke instrumentalisiert wurde, erinnern aber auch an die individuellen sportlichen Leistungen der Träger.