Luftwaffe Waffenrock für einen Flieger-Hauptingenieur und Teilnehmer an der Operation Merkur (Eroberung der Insel Kreta)

Eigentumsstück. Tuch aus Gabardine, komplett mit allen Effekten. Metallfaden-handgestickter Brustadler per Hand vernäht, Kragenspiegel maschinell vernäht, Waffenfarbe rosa, Schulterstücke vernäht. Auf der Brust Schlaufen für 4 Steckabzeichen, 1 Bandspange, sowie Frontflugspange, rechte Brustseite mit Paradefangschnur. Das Band zum Eisernen Kreuz II. Klasse 1914 mit Wiederholungsspange 1939 am Knopfloch vernäht. Am linken Unterarm, das Ärmelband Kreta, per Hand vernäht. Innen mit dunkelblauem Seidenfutter, seitlich mit Schlitz zum tragen des Offiziersdolches. Maße: Schulterbreite ca. 41 cm, Armlänge-Außen ca. 62 cm, Gesamtlänge ca. 63 cm. Leichte Tragespuren, Zustand 2

Die Teilnahme eines Flieger-Ingenieurs der Luftwaffe an der Operation „Merkur“ (Mai 1941) ist im Kontext der hohen technischen Anforderungen dieser Luftlandeoperation zu sehen. Als Verantwortlicher für die Einsatzbereitschaft der Transportflugzeuge, insbesondere der Ju 52, waren sie maßgeblich an der Organisation von Wartung und Instandsetzung beteiligt. Ein Einsatz erfolgte dabei sowohl in rückwärtigen Bereichen als auch nach der Einnahme von Flugplätzen wie Maleme direkt im Operationsgebiet, wo der schnelle Wiederaufbau der technischen Infrastruktur entscheidend war. Deren Rolle lag somit nicht im unmittelbaren Kampfeinsatz, sondern in der Sicherstellung der technischen Funktionsfähigkeit der eingesetzten Verbände.
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3.200,00

Luftwaffe Waffenrock für einen Flieger-Hauptingenieur und Teilnehmer an der Operation Merkur (Eroberung der Insel Kreta)

Der vorliegende Luftwaffe Waffenrock eines Flieger-Hauptingenieurs repräsentiert ein außerordentlich seltenes Zeugnis der technischen Elite der deutschen Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs. Das Gabardine-Uniformstück zeichnet sich durch die charakteristische rosa Waffenfarbe des Ingenieurkorps aus, eine Kennzeichnung, die in der Luftwaffe als extrem selten gilt. Der Waffenrock diente ab 1935 als Parade- und Gesellschaftsuniform der Wehrmacht und basierte auf preußischen Militärtraditionen, die bis 1842 zurückreichten.

Besondere historische Bedeutung erlangt diese Uniform durch das am linken Unterarm handgenähte Ärmelband Kreta. Dieses Kampfabzeichen dokumentiert die Teilnahme des Trägers an der Operation Merkur, der deutschen Luftlandeinvasion auf Kreta vom 20. Mai bis 1. Juni 1941. Diese Operation stellte die erste strategische Luftlandeoperation großen Umfangs in der Militärgeschichte dar. Etwa 22.000 deutsche Fallschirmjäger und Gebirgstruppen nahmen daran teil und wurden mittels Ju 52-Transportflugzeugen, Lastenseglern und Schiffen eingesetzt. Nach heftigen Kämpfen von etwa zwei Wochen Dauer gelang die Eroberung der Schlüsselflugplätze, insbesondere Maleme, und die Insel fiel in deutsche Hand.

Die deutschen Verluste waren jedoch schwerwiegend: Etwa 7.000 Soldaten fielen oder wurden verwundet, was einer Ausfallrate von 33 Prozent entsprach. Diese hohen Verluste schockierten Hitler derart, dass er für den Rest des Krieges weitere großangelegte Luftlandeoperationen verbot. Das Kreta-Ärmelband wurde im Oktober 1942 eingeführt, um diese Schlacht zu würdigen, und war die erste Kampagne des Zweiten Weltkriegs, bei der ein Ärmelband als Kampfauszeichnung verliehen wurde. Das Design zeigte das Wort KRETA in gelber oder goldener Stickerei auf weißem Stoff, flankiert von Akanthusblättern, die von griechisch-römischen Architekturmotiven inspiriert waren.

Die Rolle der Flieger-Ingenieure bei der Operation Merkur war von entscheidender technischer Bedeutung. Als spezialisierter technischer Zweig waren sie für die Wartung der Flugzeuge und die Einsatzbereitschaft verantwortlich. Ihr Einsatz erfolgte sowohl in rückwärtigen Bereichen als auch nach der Einnahme von Flugplätzen direkt im Operationsgebiet, wo der schnelle Wiederaufbau der technischen Infrastruktur entscheidend war. Ohne die Gewährleistung der technischen Funktionsfähigkeit der eingesetzten Verbände, insbesondere der Ju 52-Transportflugzeuge, hätten die Lufttransportoperationen nicht gelingen können.

Der Waffenrock selbst ist als achtknoepfiger Paraderock ohne Außentaschen konzipiert, mit höherem Kragen als die Dienstuniform und dunkelgrünen schwedischen Ärmelaufschlägen. Das beschriebene Exemplar verfügt über einen metallisch handgestickten Brustadler, der per Hand vernäht wurde, sowie maschinell vernähte Kragenspiegel. Auf der Brust befinden sich Schlaufen für vier Steckabzeichen, eine Bandspange und eine Frontflugspange. Die rechte Brustseite trägt eine Paradefangschnur. Das Band zum Eisernen Kreuz II. Klasse 1914 mit Wiederholungsspange 1939 ist am Knopfloch vernäht, was auf Dienst im Ersten Weltkrieg hinweist.

Die Fertigung des Waffenrocks wurde Ende 1939 oder Anfang 1940 aufgrund kriegswirtschaftlicher Erfordernisse eingestellt. Ab 1940 ersetzte die M37-Ausgehuniform den Waffenrock weitgehend für formelle Anlässe, obwohl der Waffenrock für diejenigen, die ihn besaßen, weiterhin zum Ausgang zugelassen blieb. Offiziere und bestimmte höhere Unteroffiziere erwarben ihre Uniformen selbst und ließen sie oft privat schneidern. Das dunkelblaue Seidenfutter und der seitliche Schlitz zum Tragen des Offizierdolches zeugen von der hochwertigen Verarbeitung dieses Exemplars.

Nach 1945 wurde die Bezeichnung Waffenrock in deutschsprachigen Streitkräften nicht mehr verwendet. In den 1950er Jahren erkannte die deutsche Regierung den Dienst im Zweiten Weltkrieg einschließlich der Teilnahme an der Kreta-Kampagne an. Die erhaltene Uniform mit ihrer Dokumentation der Teilnahme an einer der bedeutendsten Luftlandeoperationen der Geschichte bleibt ein bedeutsames historisches Zeugnis in Privatbesitz.