Ordensschnalle eines württembergischen Soldaten im IR 246 - Kämpfers in Südwest-Afrika und im I. Weltkrieg.

7 Auszeichnungen: Eisernes Kreuz 1914 2. Klasse, Friedrichs-Orden Ritterkreuz 2.Klasse mit Schwertern, Silberne Militärverdienstmedaille König Wilhelm II. 1892 - 1918, Südwestafrika Denkmünze mit Stempelschneider Schultz und aufgeklammerten Gefechtsspangen "HEREROLAND", "OMAHEKE" und "GROSS-NAMALAND", Dienstauszeichnung 1.Klasse für 15 Dienstjahre, Medaille des Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 246, Kyffhäuser-Denkmünze mit Schwertern 1921. Ca. 20 cm breit.

Das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 246 gab - wie das Reserve-Infanterie-Regimenter Nr. 247 - eine Erinnerungsmedaille an den Ersten Weltkrieg heraus. Diese wurde zum 1-jährigen Regimentsjubiläum am 4. September 1915 den Soldaten verliehen.
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Ordensschnalle eines württembergischen Soldaten im IR 246 - Kämpfers in Südwest-Afrika und im I. Weltkrieg.

Diese bemerkenswerte Ordensschnalle dokumentiert die außergewöhnliche militärische Laufbahn eines württembergischen Soldaten, der sowohl an den Kolonialkriegen in Deutsch-Südwestafrika (1904-1908) als auch am Ersten Weltkrieg teilnahm. Die Zusammenstellung von sieben Auszeichnungen erzählt die Geschichte eines Mannes, der über anderthalb Jahrzehnte seinem König und Vaterland diente.

Die Ordensschnalle beginnt mit dem Eisernen Kreuz 1914 2. Klasse, der wohl bekanntesten deutschen Militärauszeichnung des Ersten Weltkriegs. König Wilhelm II. von Preußen stiftete diese Kriegsauszeichnung am 5. August 1914, unmittelbar nach Kriegsbeginn, in Erneuerung der von seinem Großvater 1813 geschaffenen Auszeichnung. Das Eiserne Kreuz 2. Klasse wurde für Tapferkeit vor dem Feind oder besondere Verdienste in der Kriegsführung verliehen und am Bande in der zweiten Knopflochposition der Uniform getragen.

Das Friedrichs-Orden Ritterkreuz 2. Klasse mit Schwertern war eine württembergische Auszeichnung höchsten Ranges. Der 1830 von König Wilhelm I. von Württemberg gestiftete Orden wurde während des Ersten Weltkriegs mit Schwertern für militärische Verdienste verliehen. Die Verleihung dieses Ordens deutet auf außerordentliche Leistungen des Trägers hin, da er im Vergleich zum Eisernen Kreuz wesentlich seltener vergeben wurde.

Die Silberne Militärverdienstmedaille König Wilhelm II. wurde zwischen 1892 und 1918 vom württembergischen Königshaus verliehen. Diese Auszeichnung honorierte langjährige treue Dienste oder besondere militärische Leistungen unterhalb der Schwelle für Ordensverleihungen.

Besonders bemerkenswert ist die Südwestafrika Denkmünze mit drei aufgeklammerten Gefechtsspangen: “HEREROLAND”, “OMAHEKE” und “GROSS-NAMALAND”. Diese Medaille wurde 1907 von Kaiser Wilhelm II. für die Teilnahme an den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) zwischen 1904 und 1908 gestiftet. Der Aufstand der Herero und Nama gegen die deutsche Kolonialherrschaft führte zu einem brutalen Kolonialkrieg, der heute als Völkermord anerkannt wird. Die drei Gefechtsspangen dokumentieren die Teilnahme an spezifischen Kampfhandlungen: im Hereroland (Zentral-Namibia), in der Omaheke-Wüste, wo die entscheidende und tragische Schlacht stattfand, und in Groß-Namaland (Süd-Namibia). Die Nennung des Stempelschneiders Schultz bezeichnet den Hersteller der Medaille, was für Sammler ein wichtiges Authentizitätsmerkmal darstellt.

Die Dienstauszeichnung 1. Klasse für 15 Dienstjahre belegt die langjährige Zugehörigkeit zur württembergischen Armee. Diese Auszeichnung wurde für fünfzehn Jahre treuen Militärdienst verliehen und zeigt, dass der Träger vermutlich bereits vor den Kolonialkriegen eingetreten war.

Die Medaille des Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 246 ist eine besondere Rarität. Das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 246 wurde erst während des Ersten Weltkriegs aufgestellt und verlieh zum ersten Jahrestag seiner Gründung am 4. September 1915 eine Erinnerungsmedaille an seine Soldaten. Solche Regimentsmedaillen waren privat gestiftete Auszeichnungen, die den Korpsgeist und die Kameradschaft förderten. Die Verleihung bereits nach einem Jahr zeigt die Intensität der Kampfhandlungen und die Notwendigkeit, die Moral der Truppe zu stärken.

Den Abschluss bildet die Kyffhäuser-Denkmünze mit Schwertern 1921. Diese Medaille wurde vom Kyffhäuserbund, dem deutschen Veteranenverband, nach dem Ersten Weltkrieg an ehemalige Kombattanten verliehen. Die Version mit Schwertern war Frontkämpfern vorbehalten. Der Kyffhäuserbund, benannt nach dem legendären Berg in Thüringen, wo der Sage nach Kaiser Barbarossa schläft, wurde 1900 gegründet und entwickelte sich zur größten Veteranenorganisation des Deutschen Reiches.

Die Kombination dieser Auszeichnungen zeichnet das Bild eines erfahrenen Soldaten, der vermutlich als junger Mann in die württembergische Armee eintrat, an den Kolonialkriegen teilnahm, im Ersten Weltkrieg im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 246 diente und für außerordentliche Tapferkeit ausgezeichnet wurde. Die ca. 20 cm breite Ordensschnalle wurde vermutlich nach Kriegsende zusammengestellt, um bei Veteranentreffen oder feierlichen Anlässen getragen zu werden. Sie ist ein wichtiges zeitgeschichtliches Dokument, das sowohl die deutsche Kolonialgeschichte als auch den Ersten Weltkrieg in der Biographie eines einzelnen Soldaten widerspiegelt.