Preußen Fahnennagel der Kriegerkameradschaft "IR 163 Vereinigung der Offiziere des ehem. Schleswig-Holsteinschen Infanterie-Regiment No. 163 14. März 1925"

um 1925. Großer versilberter Fahnennagel, fein graviert, Höhe 90 mm, seitlich mit Bohrungen zum Befestigen auf der Fahnenstange. Zustand 2.
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120,00

Preußen Fahnennagel der Kriegerkameradschaft "IR 163 Vereinigung der Offiziere des ehem. Schleswig-Holsteinschen Infanterie-Regiment No. 163 14. März 1925"

Der vorliegende Fahnennagel der Kriegerkameradschaft IR 163 stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Veteranenkultur der Weimarer Republik dar. Dieser versilberte Nagel mit einer Höhe von 90 mm wurde um 1925 angefertigt und trägt die Inschrift der Vereinigung der Offiziere des ehemaligen Schleswig-Holsteinischen Infanterie-Regiments Nr. 163 mit dem Datum des 14. März 1925.

Das Infanterie-Regiment Nr. 163 wurde erst während des Ersten Weltkriegs aufgestellt, als der Bedarf an zusätzlichen Truppenverbänden die preußische Armee zwang, ihre Strukturen massiv zu erweitern. Diese jüngeren Regimenter, die nach 1914 entstanden, hatten zwar nicht die jahrhundertelangen Traditionen älterer Formationen, entwickelten jedoch schnell einen eigenen Korpsgeist und Kameradschaftssinn, der durch die gemeinsamen Erlebnisse an der Front geschmiedet wurde.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Auflösung der kaiserlichen Armee im Jahr 1919 entstanden überall im Deutschen Reich Kriegerkameradschaften und Veteranenvereinigungen. Diese Organisationen erfüllten mehrere wichtige Funktionen: Sie bewahrten die Erinnerung an die gefallenen Kameraden, pflegten die militärischen Traditionen der aufgelösten Regimenter und boten den heimgekehrten Soldaten soziale Unterstützung in der schwierigen Nachkriegszeit. Besonders Offiziersvereinigungen wie die des IR 163 verstanden sich als Hüter der Regimentsehre und -geschichte.

Der Fahnennagel als militärisches Objekt hat eine lange Tradition in der deutschen und europäischen Militärgeschichte. Ursprünglich dienten diese aufwendig gestalteten Nägel dazu, die Fahnentücher an der Fahnenstange zu befestigen. Im Laufe der Zeit entwickelten sie sich jedoch zu symbolträchtigen Ehrenzeichen, die besondere Ereignisse, Jubiläen oder Stiftungen markierten. Die seitlichen Bohrungen des vorliegenden Exemplars belegen seine praktische Funktion zur Befestigung an einer Fahnenstange.

Die feine Gravur und Versilberung des Nagels zeugen von der handwerklichen Qualität, die solchen Objekten auch in der wirtschaftlich schwierigen Zeit der Weimarer Republik beigemessen wurde. Die Veteranenverbände investierten erhebliche Mittel in ihre Fahnen, Symbole und Zeremonialstücke, da diese für die Identität und den Zusammenhalt der Gemeinschaft von zentraler Bedeutung waren.

Das Datum 14. März 1925 markiert möglicherweise die offizielle Gründung oder ein bedeutendes Ereignis der Offiziersvereinigung. In den mittleren 1920er Jahren hatte sich die politische und wirtschaftliche Lage in Deutschland nach den Krisenjahren 1919-1923 etwas stabilisiert, was den Veteranenorganisationen erlaubte, ihre Strukturen zu festigen und öffentliche Veranstaltungen durchzuführen.

Die Verbindung zu Schleswig-Holstein verweist auf die regionale Verwurzelung des Regiments. Die preußische Armee war territorial organisiert, und die Rekrutierung erfolgte in der Regel aus bestimmten geografischen Bereichen. Dies schuf eine enge Verbindung zwischen den militärischen Einheiten und ihrer Heimatregion, die auch nach der Auflösung der Armee in den Veteranenvereinigungen fortbestand.

Fahnennägel wie dieser wurden bei verschiedenen Anlässen verwendet: bei Gedenkfeiern für gefallene Kameraden, bei Regimentstreffen, bei der Einweihung von Kriegerdenkmälern oder bei anderen zeremoniellen Anlässen. Sie symbolisierten die Kontinuität militärischer Tradition trotz der durch den Versailler Vertrag erzwungenen Auflösung der alten Armee und der Beschränkung der Reichswehr auf 100.000 Mann.

Die Erhaltung solcher Objekte ist heute von großer historischer Bedeutung. Sie dokumentieren nicht nur die materielle Kultur der Veterannenorganisationen der Zwischenkriegszeit, sondern auch die Art und Weise, wie ehemalige Soldaten ihre Kriegserfahrungen verarbeiteten und ihre militärische Identität in der demokratischen Weimarer Republik aufrechterhielten. Diese Veteranenkultur bildete einen wichtigen, wenn auch ambivalenten Teil der deutschen Gesellschaft der 1920er und frühen 1930er Jahre.

Für Sammler und Historiker bieten solche Fahnennägel wertvolle Einblicke in die Organisationsgeschichte der einzelnen Regimenter und ihrer Nachfolgeorganisationen. Die handwerkliche Ausführung, die verwendeten Materialien und die Ikonographie erlauben Rückschlüsse auf die finanzielle Situation und die Selbstwahrnehmung der jeweiligen Veteranenvereinigung.