Preußen Paar Schulterstücke aus dem Besitz Kaiser Wilhelms II. als Generalfeldmarschall und Oberbefehlshaber des Deutschen Heeres

um 1900. Schweres Gold/silbernes Generalsgeflecht mit schwarzen Durchzügen. Darauf aufgelegte silberne Generalfeldmarschallstäbe sowie die gekrönte vergoldete Chiffre "W" , die der Kaiser auf allen seinen Schulterstücken trug. Rote Tuchunterlage mit Schlaufen. Über viele Jahre getragen, in gutem Zustand .

Die meisten Schulterstücke aus dem Besitz von Kaiser Wilhelm II. stammen aus der Zeit des Exils aus Haus Doorn. Diese sind in der Regel das Modell 1915 und meist in ungetragenem Zustand. Schulterstücke, die der Kaiser allerdings tatsächlich im Krieg als Oberbefehlshaber des Deutschen Heeres getragen hat, sind nur ganz selten zu finden.
495619
15.000,00

Preußen Paar Schulterstücke aus dem Besitz Kaiser Wilhelms II. als Generalfeldmarschall und Oberbefehlshaber des Deutschen Heeres

Die hier vorliegenden Schulterstücke repräsentieren ein außergewöhnliches Zeugnis der preußisch-deutschen Militärgeschichte und stehen in direktem Zusammenhang mit Kaiser Wilhelm II. (1859-1941), dem letzten deutschen Kaiser und König von Preußen. Als Generalfeldmarschall und Oberster Kriegsherr des Deutschen Heeres trug Wilhelm II. diese ranghöchsten militärischen Insignien während einer der dramatischsten Perioden der europäischen Geschichte.

Die Schulterstücke datieren in die Zeit um 1900 und zeigen die charakteristischen Merkmale der höchsten militärischen Rangabzeichen des Deutschen Kaiserreiches. Das schwere Gold- und Silbergeflecht mit schwarzen Durchzügen entsprach den Vorschriften für Generalfeldmarschälle, wie sie in den preußischen Ranglisten und Uniformvorschriften dieser Epoche festgelegt waren. Die aufgelegten silbernen Generalfeldmarschallstäbe – gekreuzte Marschallstäbe – waren das unverwechselbare Kennzeichen dieses höchsten militärischen Ranges, den im Deutschen Reich nur eine Handvoll Offiziere erreichten.

Besonders bedeutsam ist die gekrönte vergoldete Chiffre “W”, die Wilhelm II. auf allen seinen Schulterstücken trug. Diese persönliche kaiserliche Chiffre unterschied die Epauletten des Monarchen von denen anderer Generalfeldmarschälle und unterstrich seinen Status als Summus Episcopus der militärischen Hierarchie. Die Krone über dem “W” symbolisierte seine Stellung als König von Preußen, während die Rangabzeichen seine Funktion als oberster Befehlshaber der Streitkräfte verdeutlichten.

Wilhelm II. erhielt den Rang eines Generalfeldmarschalls nicht durch militärische Verdienste im herkömmlichen Sinne, sondern kraft seiner Position als regierender Monarch. Nach preußischer Tradition wurde der König automatisch zum obersten Kriegsherrn ernannt. Der Kaiser nahm diese Rolle äußerst ernst und trug bei zahllosen militärischen Anlässen, Paraden, Manövern und offiziellen Empfängen die entsprechenden Uniformen mit den zugehörigen Schulterstücken.

Die rote Tuchunterlage der Schulterstücke entspricht der traditionellen Waffenfarbe der preußischen Generalität. Diese Farbgebung hatte ihre Wurzeln in der preußischen Uniformtradition des 18. Jahrhunderts und wurde bis zum Ende der Monarchie 1918 beibehalten. Die vorhandenen Schlaufen dienten der praktischen Befestigung auf den Uniformen.

Der deutliche Tragegebrauch dieser Schulterstücke ist von besonderer historischer Bedeutung. Während viele Epauletten aus dem Besitz Wilhelms II., die heute in Sammlungen zu finden sind, aus seiner Exilzeit im Haus Doorn in den Niederlanden (1920-1941) stammen und häufig ungetragen sind, zeigen diese Exemplare eindeutige Spuren intensiver Nutzung. Dies deutet darauf hin, dass sie tatsächlich während der aktiven Regierungszeit des Kaisers, möglicherweise während des Ersten Weltkrieges (1914-1918), getragen wurden.

Während des Ersten Weltkrieges fungierte Wilhelm II. offiziell als Oberbefehlshaber des Deutschen Heeres, obwohl die tatsächliche militärische Führung zunehmend in den Händen der Obersten Heeresleitung unter Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg und General Erich Ludendorff lag. Dennoch repräsentierte der Kaiser die symbolische Einheit der Streitkräfte und erschien regelmäßig bei Truppenbesuchen, Lagebesprechungen im Großen Hauptquartier und offiziellen militärischen Zeremonien.

Nach dem Uniformreglement von 1915 wurden einige Modifikationen an militärischen Rangabzeichen vorgenommen, was erklärt, warum spätere Schulterstücke aus dem Exil oft das “Modell 1915” darstellen. Die hier beschriebenen Exemplare aus der Zeit um 1900 repräsentieren damit die ältere, wilhelminische Tradition.

Mit der Abdankung des Kaisers am 9. November 1918 und seinem Exil in den Niederlanden endete die Ära der kaiserlichen Schulterstücke als aktive Dienstabzeichen. Im Exil behielt Wilhelm II. jedoch seine militärischen Uniformen und Insignien bei, die für ihn nicht nur Erinnerungsstücke, sondern Symbole seiner niemals aufgegebenen Ansprüche auf den Thron waren.

Schulterstücke dieser Art sind heute äußerst seltene Zeugnisse der deutschen Militärgeschichte. Sie verkörpern nicht nur die handwerkliche Qualität preußischer Militäreffekten-Herstellung, sondern auch die komplexe Geschichte des Deutschen Kaiserreiches, seiner militärischen Traditionen und des Übergangs von der Monarchie zur Republik. Als persönliche Insignien des letzten deutschen Kaisers besitzen sie einen einzigartigen historischen und kulturellen Wert.