Bund Deutscher Mädel Foto eines Mädchen des Gebiets " Süd Bayrische Ostmark "  

ca. Postkartengröße, Zustand 2
472420
50,00

Bund Deutscher Mädel Foto eines Mädchen des Gebiets " Süd Bayrische Ostmark "  

Das vorliegende Objekt ist ein Fotoporträt eines Mädchens des Bund Deutscher Mädel (BDM), aufgenommen im Gebiet "Süd Bayrische Ostmark". Dieses historische Dokument in Postkartengröße bietet einen authentischen Einblick in die Jugendorganisation des nationalsozialistischen Regimes während der Zeit von 1933 bis 1945.

Der Bund Deutscher Mädel wurde 1930 als weiblicher Zweig der Hitler-Jugend gegründet und war ab 1936 die einzige staatlich anerkannte Mädchenorganisation im Deutschen Reich. Nach dem Gesetz über die Hitler-Jugend vom Dezember 1936 wurde die Mitgliedschaft faktisch verpflichtend. Der BDM war in verschiedene Altersgruppen unterteilt: Das Jungmädelbund (JM) für 10- bis 14-jährige Mädchen und der eigentliche BDM für 14- bis 18-jährige.

Die organisatorische Struktur des BDM folgte einem hierarchischen System. Das Reich war in Obergaue unterteilt, die wiederum in Gaue und Gebiete gegliedert wurden. Das Gebiet "Süd Bayrische Ostmark" bezeichnete eine spezifische regionale Verwaltungseinheit im südöstlichen Bayern. Der Begriff "Ostmark" erhielt nach dem Anschluss Österreichs 1938 besondere Bedeutung, da Österreich fortan als "Ostmark" bezeichnet wurde. Die Gebietsbezeichnung deutet auf die administrative Neuorganisation nach der territorialen Expansion des Deutschen Reiches hin.

Fotografien wie diese waren im Dritten Reich weit verbreitet und erfüllten mehrere Funktionen. Sie dienten der persönlichen Dokumentation, wurden aber auch für Propagandazwecke verwendet. Porträts von BDM-Mädchen in Uniform sollten das Ideal der deutschen Jugend verkörpern und die Geschlossenheit der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft demonstrieren.

Die BDM-Uniform bestand typischerweise aus einem dunkelblauen Rock, einer weißen Bluse, einem schwarzen Halstuch mit Lederknoten und einer dunklen Jacke. Je nach Anlass und Jahreszeit gab es verschiedene Uniform-Varianten. Abzeichen auf der Uniform kennzeichneten die Zugehörigkeit zu bestimmten Einheiten und Rängen innerhalb der Organisation.

Im BDM wurde den Mädchen eine Erziehung zuteil, die sie auf ihre Rolle als Mütter und Ehefrauen im nationalsozialistischen Staat vorbereiten sollte. Das Programm umfasste körperliche Ertüchtigung, Heimatabende mit ideologischer Schulung, hauswirtschaftliche Ausbildung und gemeinschaftliche Aktivitäten. Gleichzeitig wurde systematisch nationalsozialistische Ideologie vermittelt, einschließlich rassistischer und antisemitischer Inhalte.

Die Postkartengröße des Fotos entspricht den damaligen Standards für Porträtfotografien. Solche Fotos wurden häufig in professionellen Fotostudios oder bei offiziellen BDM-Veranstaltungen angefertigt. Sie dienten als Erinnerungsstücke für Familien oder zum Austausch zwischen Freundinnen und wurden in Alben aufbewahrt.

Nach 1945 wurde der BDM wie alle nationalsozialistischen Organisationen durch die Alliierten aufgelöst und verboten. Fotografien wie diese sind heute wichtige historische Quellen für die Erforschung der nationalsozialistischen Jugenderziehung und des Alltags im Dritten Reich. Sie dokumentieren die Vereinnahmung der Jugend durch das totalitäre Regime und helfen, die Mechanismen der ideologischen Indoktrination zu verstehen.

Für Sammler und Historiker sind solche Fotografien bedeutsam, da sie authentische Zeugnisse einer dunklen Epoche deutscher Geschichte darstellen. Sie erinnern an die systematische Erfassung und Ideologisierung der Jugend und mahnen zur Wachsamkeit gegenüber totalitären Bestrebungen.