Hamburg Mitgliedsabzeichen für 10 Jahre "Verein ehemaliger Angehöriger 9. Dragoner Hamburg" 

emailiert, Hersteller: Emil Büttner, für das Knopfloch. Zustand 2.
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60,00

Hamburg Mitgliedsabzeichen für 10 Jahre "Verein ehemaliger Angehöriger 9. Dragoner Hamburg" 

Das Mitgliedsabzeichen für 10 Jahre Verein ehemaliger Angehöriger des 9. Dragoner-Regiments Hamburg repräsentiert eine bedeutende Tradition des deutschen Militärvereins- und Veteranenwesens im späten Kaiserreich und der Weimarer Republik. Diese emaillierten Abzeichen wurden von spezialisierten Herstellern wie Emil Büttner produziert und dienten als sichtbares Zeichen der Verbundenheit ehemaliger Soldaten mit ihrer militärischen Vergangenheit.

Das 9. Dragoner-Regiment, auch bekannt als “Oldenburgisches Dragoner-Regiment Nr. 19”, war ein traditionsreiches Kavallerieregiment der preußischen Armee, das in Hamburg stationiert war. Die Dragoner stellten eine besondere Waffengattung dar, die sowohl beritten als auch zu Fuß kämpfen konnte. Das Regiment hatte eine lange Geschichte, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreichte, und spielte eine wichtige Rolle in verschiedenen Feldzügen, einschließlich der Napoleonischen Kriege und des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71.

Nach dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) und der nachfolgenden Auflösung vieler traditioneller Regimenter durch den Versailler Vertrag gewannen Veteranenvereine an Bedeutung. Diese Vereinigungen ehemaliger Soldaten dienten mehreren Zwecken: Sie pflegten die Kameradschaft, bewahrten die Regimentstraditionen, unterstützten bedürftige Kameraden und deren Hinterbliebene und organisierten regelmäßige Treffen und Gedenkveranstaltungen.

Die Mitgliedsabzeichen waren ein wesentlicher Bestandteil dieser Vereinskultur. Sie wurden typischerweise als Knopflochnadeln getragen und zeigten die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Regiment sowie die Dauer der Mitgliedschaft. Das vorliegende Abzeichen würdigte eine zehnjährige Mitgliedschaft im Verein, was auf eine besondere Treue und Verbundenheit hinwies. Solche Jubiläumsabzeichen waren oft aufwendiger gestaltet als einfache Mitgliedsabzeichen und wurden bei feierlichen Anlässen verliehen.

Der Hersteller Emil Büttner war einer von mehreren spezialisierten Produzenten militärischer Abzeichen und Auszeichnungen im deutschen Raum. Firmen wie Büttner verfügten über die notwendige Expertise in der Emaillierkunst, die für die Herstellung dieser hochwertigen Abzeichen erforderlich war. Die Emailletechnik ermöglichte es, farbige, dauerhafte und detaillierte Designs auf Metalluntergründen zu schaffen, die den häufigen Gebrauch und die Jahre überdauerten.

Die technische Ausführung solcher Abzeichen war anspruchsvoll. Zunächst wurde die Metallform, meist aus Bronze oder Messing, gegossen oder gestanzt. Anschließend wurden die verschiedenen Emailfarben in mehreren Arbeitsschritten aufgetragen und bei hohen Temperaturen eingebrannt. Jede Farbe erforderte einen separaten Brennvorgang, was den Herstellungsprozess aufwendig und kostspielig machte. Die fertigen Abzeichen waren nicht nur Schmuckstücke, sondern auch handwerkliche Meisterwerke.

In der Zeit der Weimarer Republik (1919-1933) erlebten diese Veteranenvereine eine Blütezeit. Viele ehemalige Soldaten suchten nach dem verlorenen Krieg und den gesellschaftlichen Umbrüchen Halt in der Gemeinschaft ihrer ehemaligen Kameraden. Die Vereine organisierten regelmäßige Treffen, Gedenkfeiern für gefallene Kameraden und soziale Unterstützung. Die Hamburg-Verbindung war dabei besonders bedeutsam, da die Stadt als wichtiger Militärstandort und Hansestadt eine lange Tradition in der Pflege militärischer Traditionen hatte.

Die Abzeichen wurden typischerweise bei offiziellen Veranstaltungen, Veteranentreffen und nationalen Feiertagen getragen. Sie dienten als Erkennungszeichen unter Gleichgesinnten und als Ausdruck von Stolz auf die gemeinsame militärische Vergangenheit. Die Knopflochform ermöglichte es, das Abzeichen diskret an der Zivilkleidung zu befestigen, ohne die militärische Vergangenheit zu dominieren, aber dennoch sichtbar zu machen.

Nach 1933 und während der NS-Zeit wurden viele dieser traditionellen Veteranenvereine gleichgeschaltet oder aufgelöst, da das Regime eigene Organisationen bevorzugte. Nach dem Zweiten Weltkrieg endete die Tradition dieser Vereine weitgehend, und heute sind die erhaltenen Abzeichen wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Veteranenkultur und das gesellschaftliche Leben der Zwischenkriegszeit geben.

Für Sammler und Historiker stellen solche Abzeichen wertvolle Quellen dar. Sie dokumentieren nicht nur die militärische Geschichte einzelner Regimenter, sondern auch die soziale und kulturelle Geschichte der Veteranenbewegung. Der Erhaltungszustand, die Herstellermarkierung und die spezifische Gestaltung geben Aufschluss über Produktionsmethoden, künstlerische Strömungen und die Bedeutung militärischer Traditionen in der deutschen Gesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts.

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