III. Reich - Erinnerungsbuch der Gruppe von Kleist - Mit dem K durch Frankreich,

Kampferlebnisse aus dem Kriege an der Westfront 1940. Nach Schilderungen von Frontkämpfern.
Berlin, Verlag Mittler & Sohn, 1941, Halbleineneinband mit Schutzumschlag (dieser leicht gerissen), Querformat, 243 Seiten, Bildband. Im Original-Versandkarton des Verlages. So sehr selten zu finden. Zustand 2
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250,00

III. Reich - Erinnerungsbuch der Gruppe von Kleist - Mit dem K durch Frankreich,

Historischer Kontext: Propagandaliteratur der Wehrmacht im Westfeldzug 1940

Das vorliegende Erinnerungsbuch “Mit dem K durch Frankreich” stellt ein bedeutendes Beispiel der nationalsozialistischen Militärpropaganda dar, das unmittelbar nach dem erfolgreichen Westfeldzug von 1940 veröffentlicht wurde. Das Werk dokumentiert die Kampferlebnisse der Heeresgruppe von Kleist, einer der wichtigsten deutschen Panzerverbände während der Eroberung Frankreichs.

Die Heeresgruppe von Kleist

Generaloberst Ewald von Kleist (1881-1954) kommandierte während des Westfeldzugs die nach ihm benannte Panzergruppe, die eine entscheidende Rolle beim Durchbruch durch die Ardennen spielte. Die Panzergruppe von Kleist bildete den Schwerpunkt des deutschen Angriffs und umfasste die stärksten motorisierten Verbände der Wehrmacht. Vom 10. Mai bis zum 25. Juni 1940 führte dieser Verband den Hauptstoß durch Luxemburg und Belgien nach Frankreich, durchbrach die französischen Verteidigungslinien bei Sedan und erreichte innerhalb weniger Tage die Kanalküste. Diese militärische Operation gilt als eine der erfolgreichsten Blitzkrieg-Kampagnen der deutschen Militärgeschichte.

Der Verlag Mittler & Sohn

Das Buch wurde vom traditionsreichen Verlag E.S. Mittler & Sohn in Berlin publiziert, der seit 1789 als führender deutscher Militärverlag etabliert war. Mittler & Sohn veröffentlichte während des Dritten Reiches zahlreiche militärische Fachbücher, Erinnerungsbände und Propagandaschriften. Der Verlag genoss hohes Ansehen in militärischen Kreisen und hatte bereits im Ersten Weltkrieg ähnliche Publikationen herausgegeben. Die Zusammenarbeit mit dem NS-Regime war eng, und viele Veröffentlichungen dienten der Glorifizierung militärischer Erfolge und der ideologischen Indoktrination.

Propagandistische Funktion

Die Publikation von 1941 erfüllte mehrere propagandistische Zwecke. Erstens sollte sie den schnellen Sieg über Frankreich als heroische Leistung der deutschen Wehrmacht darstellen. Zweitens diente sie der Hebung der Moral an der Heimatfront und bei den Truppen. Drittens war sie Teil der umfassenden NS-Propaganda, die militärische Erfolge zur Legitimierung des Regimes nutzte. Das Querformat und die reichhaltige Bebilderung waren typisch für derartige Prestigepublikationen, die sowohl Soldaten als auch Zivilbevölkerung ansprechen sollten.

Solche “Erinnerungsbücher” folgten einem etablierten Muster: Sie präsentierten den Krieg als Abenteuer, betonten Kameradschaft und Heldentum und verschwiegen weitgehend die brutale Realität des Krieges. Die Darstellung basierte auf “Schilderungen von Frontkämpfern”, was den Anspruch auf Authentizität erheben sollte, wobei diese Berichte redaktionell bearbeitet und ideologisch gerahmt wurden.

Bibliophile Aspekte

Die Ausstattung mit Halbleineneinband und Schutzumschlag sowie die Lieferung im Original-Versandkarton des Verlages zeigen, dass es sich um eine hochwertige Publikation handelte. Das Querformat ermöglichte großformatige Fotografien und Karten, die den visuellen Eindruck verstärkten. Mit 243 Seiten als Bildband konzipiert, richtete sich das Werk an ein breites Publikum, das nicht nur Text, sondern vor allem visuelle Eindrücke des Feldzugs erwartete.

Historische Einordnung

Das Jahr 1941 als Publikationsdatum ist bedeutsam: Der Westfeldzug war abgeschlossen, der Unternehmen Barbarossa gegen die Sowjetunion begann im Juni 1941. Die Veröffentlichung fiel in eine Phase, in der das NS-Regime auf dem Höhepunkt seiner militärischen Erfolge stand. Solche Publikationen dienten dazu, die Siegesgewissheit zu festigen und weitere Opfer zu rechtfertigen.

Sammlerwert und Forschungsbedeutung

Heute sind derartige Publikationen wichtige Quellen für die Erforschung der NS-Propaganda und der Darstellung des Zweiten Weltkriegs in der zeitgenössischen Literatur. Sie dokumentieren, wie das Regime militärische Erfolge inszenierte und der Bevölkerung präsentierte. Die Tatsache, dass das vorliegende Exemplar im Original-Versandkarton erhalten ist, macht es besonders selten und für Sammler sowie Historiker wertvoll.

Militaria-Sammler schätzen solche Objekte als zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in die Propaganda-Maschinerie des Dritten Reiches geben. Für die Geschichtswissenschaft sind sie unverzichtbare Primärquellen zur Analyse der medialen Kriegsführung und der Konstruktion von Kriegsnarrativen im Nationalsozialismus.