Königreich Hannover Helm für Offiziere im 3. Regiment Cambridge-Dragoner

Standort Celle. Um 1835. Hoher „Raupenhelm“ in allerfeinster Qualität, komplett mit allen Beschlägen in vergoldeter Ausführung. Der Korpus aus schwarz lackiertem Leder, innen die Glocke aus Filz. Vorne der hohe Schild aus Messing vergoldet mit einer Randverzierung von Eichenlaubdekor, mittig aufgelegt der echt silberne (!) Stern des Hausordens mit Schwertern, im Zentrum das „hannoversche Pferd“ und der Wahlspruch «nec aspera terrent», darüber die Königskrone, darunter separat aufgelegt das ebenfalls echt silberne (!) Ehrenbandeau mit Lorbeerdekor und den Schlachtorten «Peninsula Waterloo Göhrde». Große gewölbte Schuppenketten befestigt an halbplastischen Löwenköpfen. Auf beiden Seiten die Hiebspangen in Schlangen- bzw. Rankenform. Auf der linken Seite des Helmes die Etikette der königlichen Sammlung im Schloss Marienburg. Der Helm oben mit schwarzem Lederkamm mit vergoldeten Messingbeschlägen und schwarzer Wollraupe, vorne aufgesetzt der halbplastische Löwenkopf aus vergoldetem Messing. Innen mit feinem schwarzen Seidenfutter, seitlich an schwarzem Samt, in der Glocke großes Etikett des Lieferanten «C.A. Wagner Königl. Hof-Hutmacher Hannover». Größe geschätzt 53/54. Sehr schön erhalten! Zustand 2.

Extrem selten! Es ist dies der einzige Helm dieses Regiments, der uns bekannt ist! Und auch erst der zweite Helm für Dragoner, den wir in über 40 Jahren am Markt anbieten können!

Der Helm stammt aus der königlichen Sammlung im Schloss Marienburg, die im Oktober 2005 bei der Sotheby's Auktion auf der Marienburg bei Hildesheim versteigert wurde. Aufgrund der Herkunft und der hohen Qualität des Helmes gehen wir davon aus, dass der Helm aus königlichem Besitz stammt.

Das „3. Regiment Cambridge-Dragoner“ wurde um 1833 aus dem „3. (Göttingischen) Regiment Herzog von Cambridge-Husaren und dem „4. (Lüneburgischen) Regiment Kronprinz-Husaren gebildet. Um 1835 erfolgte die Ausrüstung der Offiziere mit diesem Helm-Modell. 1849/50 wiederum erfolgte die Einführung des Helmes nach preußischem Muster. Der hier vorliegende Helm wurde also nur ca. 15 Jahre getragen.


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19.500,00

Raupenhelm für Offiziere des 3. Regiments Cambridge-Dragoner, Königreich Hannover

Unter den seltensten Kopfbedeckungen der deutschen Militärgeschichte nimmt der Raupenhelm der hannoverschen Kavallerie eine besondere Stellung ein. Das vorliegende Exemplar, gefertigt um 1835 für einen Offizier des 3. Regiments Cambridge-Dragoner, ist nach Angaben des Anbieters der einzige bekannte Helm dieses Regiments und erst der zweite Dragonerhelm, der in über 40 Jahren auf dem Markt angeboten werden konnte. Es handelt sich um ein Stück von außergewöhnlicher Qualität und bemerkenswerter Provenienz, das aus der königlichen Sammlung im Schloss Marienburg stammt.

Die Geschichte des Regiments

Das 3. Regiment Cambridge-Dragoner stand in der Tradition des 3. Leichten Dragoner-Regiments der King's German Legion, das 1811 in das 3. Husaren-Regiment der King's German Legion umbenannt wurde. Die King's German Legion war 1803 aus hannoverschen Soldaten gebildet worden, die vor der französischen Besetzung Hannovers geflohen waren. Diese Einheit diente unter britischem Kommando und erwarb sich in den Napoleonischen Kriegen hohen Ruhm. Das Regiment nahm unter anderem an der Schlacht bei Göhrde im Jahr 1813 teil, die als einer der Schlachtorte auf dem Helm verewigt ist.

Nach der Wiederherstellung des Königreichs Hannover wurden die Truppen der King's German Legion 1816 in die neu formierte hannoversche Armee eingegliedert. Im Jahr 1833 wurde das Regiment zum «3. Regiment Herzog von Cambridge-Dragoner» umbenannt. Die auf dem Helm verzeichneten Schlachtehren «Peninsula – Waterloo – Göhrde» zeugen von den Leistungen der Vorgängereinheit während der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel, bei Waterloo und bei Göhrde.

Der Standort des Regiments war Celle, eine der traditionsreichen Garnisonstädte des Königreichs Hannover. 1848 wurde das Regiment in «Regiment Herzog von Cambridge-Dragoner» umbenannt. Es nahm 1864 am Deutsch-Dänischen Krieg teil, jedoch ohne in Kampfhandlungen verwickelt zu werden. Seinen letzten großen Einsatz erlebte das Regiment in der Schlacht bei Langensalza im Jahr 1866 während des Deutschen Krieges, wo es sich auszeichnete. Nach der Kapitulation des Königreichs Hannover im selben Jahr wurde die Einheit aufgelöst.

Die Traditionen des Regiments wurden nicht vergessen: 1899 übernahm das 1. Hannoversche Dragoner-Regiment Nr. 9 die Traditionen, das 1907 in Dragoner-Regiment König Karl I. von Rumänien (1. Hannoversches) Nr. 9 umbenannt wurde.

Der Raupenhelm als Helmtyp

Der Raupenhelm – benannt nach dem raupenförmigen Wollkamm auf der Helmspitze – war ein charakteristischer Helmtyp mehrerer deutscher Staaten. Im Königreich Hannover wurde dieser Helmtyp um 1835 speziell für die Dragoneroffiziere eingeführt. Seine Nutzungsdauer war jedoch vergleichsweise kurz: Bereits um 1849/50 erfolgte die Einführung des Helmes nach preußischem Muster, womit der Raupenhelm nach nur etwa 15 Jahren außer Dienst gestellt wurde. Zum Vergleich: Das Königreich Bayern behielt den Raupenhelmstil bis 1886 bei, während Hannover bereits deutlich früher den preußischen Pickelhaube-Typ übernahm.

Beschreibung und Ausstattung

Dieser Helm präsentiert sich als hoher Raupenhelm von allerfeinster Qualität. Der Korpus besteht aus schwarz lackiertem Leder mit einer Filzglocke im Inneren. Der hohe Frontschild ist aus vergoldetem Messing gefertigt und mit einem Eichenlaubdekor am Rand verziert. Im Zentrum befindet sich der echt silberne Stern des Hausordens mit Schwertern, der das berühmte «Hannoversche Pferd» und den Wahlspruch «nec aspera terrent» («Widrigkeiten schrecken nicht») zeigt. Darüber thront die Königskrone. Unterhalb des Sterns ist das ebenfalls echt silberne Ehrenbandeau mit Lorbeerdekor separat aufgelegt, das die Schlachtehren «Peninsula Waterloo Göhrde» trägt.

Der Helm ist mit großen gewölbten Schuppenketten ausgestattet, die an halbplastischen Löwenköpfen befestigt sind. Auf beiden Seiten befinden sich Hiebspangen in Schlangen- bzw. Rankenform. Der schwarze Lederkamm mit vergoldeten Messingbeschlägen trägt die namensgebende schwarze Wollraupe, und vorne ist ein halbplastischer Löwenkopf aus vergoldetem Messing aufgesetzt. Im Inneren findet sich ein feines schwarzes Seidenfutter mit schwarzem Samt an den Seiten sowie das große Etikett des Lieferanten «C.A. Wagner Königl. Hof-Hutmacher Hannover».

Provenienz

Die Herkunft dieses Helmes ist von besonderer Bedeutung für Sammler. Er trägt auf der linken Seite die Etikette der königlichen Sammlung im Schloss Marienburg. Das Schloss Marienburg bei Hildesheim diente der hannoverschen Königsfamilie als Residenz. Nach der preußischen Annexion Hannovers im Jahr 1866, die auf die Schlacht bei Langensalza folgte, emigrierte die königliche Familie nach Gmunden in Österreich. Das Schloss blieb fast 80 Jahre lang unbewohnt, bis die Familie Ende 1945 zurückkehrte.

Der Helm wurde bei der Sotheby's-Auktion «Works of Art from the Royal House of Hanover» versteigert, die vom 5. bis 15. Oktober 2005 auf Schloss Marienburg stattfand. Aufgrund der Herkunft aus der königlichen Sammlung und der außergewöhnlich hohen Qualität des Stückes wird angenommen, dass der Helm aus königlichem Besitz stammt und möglicherweise von einem Mitglied der hannoverschen Königsfamilie getragen wurde, das als Offizier im Regiment diente.

Dieses Stück vereint in sich die militärische Tradition einer der angesehensten Kavallerieeinheiten des Königreichs Hannover, die Handwerkskunst eines königlichen Hoflieferanten und die Provenienz aus einer der bedeutendsten dynastischen Sammlungen Deutschlands – ein Zusammentreffen, das es zu einem der herausragendsten Objekte der hannoverschen Militaria macht.

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