Reichskriegerbund - 50 jähr. Bestehen der Kriegerkameradschaft Asemissen Lippe 18.,19.u.20. Juni 1938

Blechabzeichen, an Nadel, Zustand 2.
389420
30,00

Reichskriegerbund - 50 jähr. Bestehen der Kriegerkameradschaft Asemissen Lippe 18.,19.u.20. Juni 1938

Das vorliegende Blechabzeichen dokumentiert das 50-jährige Jubiläum der Kriegerkameradschaft Asemissen in Lippe, das vom 18. bis 20. Juni 1938 gefeiert wurde. Dieses Abzeichen ist ein bedeutendes Zeitzeugnis der deutschen Veteranenorganisationen während der Zeit des Nationalsozialismus und spiegelt die komplexe Geschichte der Militärvereine im Deutschen Reich wider.

Der Reichskriegerbund, dessen Name auf dem Abzeichen erscheint, war die ab 1938 offiziell verwendete Bezeichnung für den Kyffhäuserbund, den deutschen Dachverband der Kriegerveteranen- und Soldatenvereine. Diese Organisation hatte ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert, als nach den Einigungskriegen zahlreiche Kriegervereine gegründet wurden. Der ursprüngliche Kyffhäuserbund der Deutschen Landeskriegerverbände wurde 1900 gegründet und entwickelte sich zur größten Veteranenorganisation Deutschlands mit mehreren Millionen Mitgliedern.

Die Kriegerkameradschaft Asemissen wurde demnach 1888 gegründet, eine Zeit intensiver Vereinsgründungen im Deutschen Kaiserreich. In dieser Epoche entstanden in nahezu jeder deutschen Gemeinde Kriegervereine, die mehrere Funktionen erfüllten: Sie dienten der Pflege kameradschaftlicher Beziehungen ehemaliger Soldaten, der Unterstützung kriegsversehrter Veteranen und ihrer Hinterbliebenen sowie der Aufrechterhaltung militärischer Traditionen und vaterländischer Gesinnung.

Nach der Machtergreifung 1933 wurden auch die Kriegervereine dem nationalsozialistischen Staat untergeordnet. Der Kyffhäuserbund wurde 1938 in NS-Reichskriegerbund (Kyffhäuserbund) umbenannt und dem Führungsanspruch der NSDAP unterworfen. Oberster Führer wurde der SA-Stabschef Wilhelm Schepmann. Die traditionellen Kriegervereine behielten zwar ihre lokalen Strukturen, wurden aber ideologisch und organisatorisch in das nationalsozialistische System eingebunden.

Das Jahr 1938, in dem das Jubiläum stattfand, war ein bedeutsames Jahr in der Geschichte des NS-Staates: der Anschluss Österreichs, die Sudetenkrise und die zunehmende Kriegsvorbereitung prägten diese Zeit. Jubiläumsveranstaltungen wie die in Asemissen wurden für propagandistische Zwecke genutzt, um die Bevölkerung auf den kommenden Krieg einzustimmen und die militärischen Traditionen zu glorifizieren.

Solche Jubiläumsabzeichen waren typische Produkte der deutschen Vereinskultur. Sie wurden aus Blech gefertigt, häufig emailliert oder bemalt, und mit einer Nadel zur Befestigung an der Kleidung versehen. Die Abzeichen wurden während der Festtage von Teilnehmern und Gästen getragen und dienten als Erinnerungsstücke. Üblicherweise zeigten sie lokale Symbole, Vereinswappen, Datumsangaben und häufig auch militärische oder vaterländische Motive.

Die dreitägige Feier vom 18. bis 20. Juni 1938 entsprach dem üblichen Format größerer Veteranentreffen: Festumzüge, Kranzniederlegungen an Kriegerdenkmälern, Festakte mit Ansprachen lokaler und regionaler Funktionäre, gesellige Zusammenkünfte und oft auch Wettkämpfe. Solche Veranstaltungen stärkten die lokale Identität und die Verbundenheit mit militärischen Traditionen.

Asemissen ist ein Ortsteil der Stadt Leopoldshöhe im Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen. Die Region Lippe hatte eine lange militärische Tradition, die bis zum eigenständigen Fürstentum Lippe zurückreichte. Die lippischen Soldaten kämpften in verschiedenen Kriegen, darunter die Befreiungskriege gegen Napoleon und der Deutsch-Französische Krieg 1870/71, aus dem viele Veteranen stammten, die 1888 die Kameradschaft gründeten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden alle nationalsozialistischen Organisationen, einschließlich des Reichskriegerbundes, durch die Alliierten aufgelöst. Die Tradition der Kriegervereine wurde jedoch in modifizierter Form in der Bundesrepublik Deutschland fortgesetzt, allerdings mit stärkerer Betonung auf Friedenserhaltung und europäischer Versöhnung. Der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr und lokale Schützenvereine übernahmen teilweise die gesellschaftlichen Funktionen der früheren Kriegervereine.

Solche Abzeichen sind heute wichtige Sammlerstücke und historische Dokumente. Sie erlauben Einblicke in die lokale Geschichte, die Vereinskultur und die Militärgeschichte Deutschlands. Der als “Zustand 2” beschriebene Erhaltungszustand deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, das seine historische Aussagekraft bewahrt hat.

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