SS/SD Operation Bernhard : gefälschte 20 Pound Banknote, hergestellt im Konzentrationslager Sachsenhausen

Perfekt gedruckte Fälschung einer "20 Pounds" Banknote, datiert 15.8.1933, Leichte Altersspuren, Zustand 2. Die Banknote war tatsächlich im Umlauf, gestempelt "Falsification" durch die Bank of England.

Im Zweiten Weltkrieg führte der Sicherheitsdienst (SD) die größte Geldfälschaktion der Welt durch: Das Ziel der „Operation Bernhard“ war es, eine große Menge an britischem Falschgeld in Umlauf zu bringen und dadurch den Wert des britischen Pfund zu beschädigen. Die daraus resultierende Schwächung der Wirtschaft hätte unter anderem einen Rückgang der britischen Kriegsproduktionen zur Folge gehabt. Bereits kurz nach Kriegsausbruch wurde eine Geldfälscherwerkstatt in den Räumlichkeiten des Reichsicherheitshauptamtes (RSHA) eingerichtet. Hitler, der die Operation persönlich abzeichnete, empfahl, sich als erstes auf Pfundnoten der „Bank of England“ zu konzentrieren. Der Name der „Operation Bernhard“ lässt sich auf deren Leiter, SS-Sturmbannführer Bernhard Krüger, zurückführen. Die Aktion war streng geheim, es durften nicht einmal Gerüchte über das Falschgeld nach Großbritannien gelangen. Der kleinste Hinweis auf die deutschen Pläne hätte die Aktion noch vor ihrem Start zum Scheitern verurteilt.  Aus diesem Grund griffen die Deutschen auf Zwangsarbeiter zurück. Gezielt suchte man unter jüdischen Häftlingen nach Facharbeitern der Druckertechnik, Graphikern, Graveuren sowie Papierfachleuten und brachte sie mitsamt Ausrüstung in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Dort dienten die Baracken 18 und 19 ab 1942 als Geldfälscherwerkstatt. Damit die anderen Häftlinge in Sachsenhausen nichts von der Aktion mitbekamen, wurden die beiden Baracken durch hohe Zäune vom restlichen Lager getrennt. Die 144 dort tätigen Häftlinge fälschten Banknoten im Wert von 5, 10, 20 und 50 Pfund Sterling. Die Blüten waren teils von so außergewöhnlich guter Qualität, dass selbst Mitarbeiter der „Bank of England“ die Fälschungen nicht erkannten. Die jüdischen Fälscher erfuhren eine bessere Behandlung als ihre Mithäftlinge im restlichen Lager. Beispielsweise konnten sie sich im abgegrenzten Bereich frei bewegen, bekamen mehr Essen, konnten normale Kleidung tragen oder sich die Haare wachsen lassen.  Insgesamt wurde Geld in Höhe von etwa 132 Millionen Pfund gedruckt. Die Qualität schwankte freilich stark: von Scheinen der A-Klasse, die selbst von der Bank of England akzeptiert wurden, bis zu Scheinen der C-Klasse, die für den Abwurf über England bestimmt waren. Da bei diesen Scheinen an ein Einschleusen in dem Wirtschaftskreislauf auf dem offiziellen Weg nicht zu denken war, hoffte man, dass das von den Menschen aufgesammelte Geld in kleinen Mengen ausgegeben wurde.  Der ursprüngliche Plan, England mit massenhaften Mengen an Falschgeld zu überschwemmen, wurde letztlich nicht umgesetzt, nur wenige Scheine kamen in Umlauf. Das lag auch daran, dass die Zwangsarbeiter die Produktion und Auslieferung heimlich verzögerten. Um die Operation bei Kriegsende zu vertuschen, wurde das Equipment und viele tausend Noten Falschgeld im österreichischen Toplitzsee versenkt. Die „Operation Bernhard“ blieb auch viele Jahre nach Ende des Krieges weitgehend unbekannt. Im Zuge der Vernichtung der Gerätschaften sollten auch die Häftlinge ermordet werden. Zum Glück für die Gefangenen kam es nicht so weit und sie wurden gemeinsam mit dem restlichen Lager am 06. Mai 1945 von den amerikanischen Truppen befreit. Vor allem durch die befreiten Gefangenen wurden die Alliierten auf die Operation aufmerksam. Sicherheitshalber rief die Bank of England daher alle im Umlauf befindlichen Pfund-Noten ab fünf Pfund zurück, vernichtete sie und gab schließlich neue Noten heraus. Erst mit der teilweisen Bergung der Druckerplatten und Blüten aus dem Toplitzsee ab dem Jahr 1959 wurde die Aktion der Öffentlichkeit bekannt. 
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SS/SD Operation Bernhard : gefälschte 20 Pound Banknote, hergestellt im Konzentrationslager Sachsenhausen

Operation Bernhard war die größte Geldfälschungsaktion der Geschichte und stellt eines der außergewöhnlichsten kriminellen Unternehmen des Zweiten Weltkriegs dar. Die vom Sicherheitsdienst (SD) und dem Reichssicherheitshauptamt (RSHA) durchgeführte Operation hatte das Ziel, durch massive Fälschung britischer Pfundnoten die britische Wirtschaft zu destabilisieren und damit die Kriegsproduktion des Feindes zu schwächen.

Die Initiative zur Operation ging auf höchste Stellen zurück: Adolf Hitler persönlich zeichnete den Plan ab und empfahl, sich zunächst auf Banknoten der Bank of England zu konzentrieren. Bereits kurz nach Kriegsausbruch 1939 wurden erste Vorbereitungen getroffen, und in den Räumlichkeiten des RSHA in Berlin wurde eine Fälscherwerkstatt eingerichtet. Die Operation erhielt ihren Namen nach ihrem Leiter, SS-Sturmbannführer Bernhard Krüger, der die technische und organisatorische Durchführung verantwortete.

Die Geheimhaltung war von absoluter Priorität. Jeder Hinweis auf die deutschen Pläne hätte die britischen Behörden gewarnt und die gesamte Operation zum Scheitern gebracht. Aus diesem Grund entschied man sich, ausschließlich Zwangsarbeiter einzusetzen, die man bei Bedarf liquidieren konnte. Gezielt suchten SS-Offiziere in verschiedenen Konzentrationslagern nach jüdischen Häftlingen mit speziellen Fachkenntnissen: Drucker, Graveure, Graphiker, Papierfachleute, Fotografen und andere Spezialisten wurden identifiziert und nach Sachsenhausen transportiert.

Ab 1942 dienten die Baracken 18 und 19 im Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin als hochspezialisierte Fälscherwerkstatt. Diese beiden Baracken wurden durch hohe Zäune vom restlichen Lager abgetrennt, um absolute Geheimhaltung zu gewährleisten. Insgesamt arbeiteten etwa 144 Häftlinge in dieser geheimen Einrichtung unter strenger Bewachung.

Die Arbeitsbedingungen für diese Häftlinge unterschieden sich erheblich von denen im übrigen Lager. Sie erhielten bessere Nahrungsrationen, durften zivile Kleidung tragen, mussten sich nicht die Haare scheren lassen und konnten sich innerhalb des abgesperrten Bereichs relativ frei bewegen. Diese Privilegien dienten nicht der Humanität, sondern ausschließlich dem Zweck, die Arbeitsleistung und Qualität der Fälschungen zu maximieren. Die Häftlinge lebten dennoch in ständiger Angst, da ihnen bewusst war, dass sie nach Abschluss der Operation wahrscheinlich ermordet werden würden, um das Geheimnis zu wahren.

Die technische Herausforderung war immens. Britische Pfundnoten galten als besonders fälschungssicher, mit komplexen Wasserzeichen, speziellen Papierqualitäten und aufwendigen Drucktechniken. Die Häftlinge mussten zunächst das richtige Papier entwickeln, was monatelange Experimente erforderte. Schließlich gelang es, durch Zusatz von Lumpenfasern und andere Verfahren ein Papier herzustellen, das dem Original täuschend ähnlich war. Auch die Wasserzeichen, Seriennummern und Druckfarben mussten perfekt nachgeahmt werden.

Die Produktion umfasste Banknoten im Wert von 5, 10, 20 und 50 Pfund Sterling. Die Qualität der Fälschungen wurde in drei Klassen eingeteilt: A-Klasse-Scheine waren von so hervorragender Qualität, dass selbst Experten der Bank of England sie nicht von echten Noten unterscheiden konnten. B-Klasse-Scheine wiesen kleinere Mängel auf, waren aber noch gut genug für den normalen Zahlungsverkehr. C-Klasse-Scheine waren für den Abwurf über England aus Flugzeugen bestimmt, da man hoffte, dass gefundene Scheine in kleinen Mengen ausgegeben würden, bevor ihre Mängel auffielen.

Insgesamt wurden Banknoten im Wert von etwa 132 Millionen Pfund hergestellt – eine gigantische Summe, die einem erheblichen Teil der damals im Umlauf befindlichen britischen Geldmenge entsprach. Der ursprüngliche Plan sah vor, diese Masse an Falschgeld über verschiedene Kanäle in den britischen Wirtschaftskreislauf einzuschleusen: durch Agenten, über neutrale Länder, durch Abwurf aus Flugzeugen und andere Methoden.

Jedoch wurde dieser Plan nie vollständig umgesetzt. Nur ein kleiner Teil der gefälschten Noten gelangte tatsächlich in Umlauf. Die Gründe dafür waren vielfältig: Logistische Schwierigkeiten, sich ändernde strategische Prioritäten und nicht zuletzt die heimliche Sabotage durch die Häftlinge selbst, die die Produktion verlangsamten und Fehler einbauten, wo sie konnten.

Bei Kriegsende versuchten die SS-Verantwortlichen verzweifelt, alle Spuren der Operation zu verwischen. Im Mai 1945 wurden Druckplatten, Ausrüstung und Hunderttausende gefälschter Banknoten im Toplitzsee in Österreich versenkt. Die Häftlinge sollten ermordet werden, doch durch das Chaos der letzten Kriegstage und den schnellen Vormarsch der Alliierten kam es nicht mehr dazu. Am 6. Mai 1945 wurden sie von amerikanischen Truppen befreit.

Nach der Befreiung informierten die überlebenden Häftlinge die Alliierten über die Operation. Die Bank of England reagierte umgehend und rief sicherheitshalber alle Banknoten ab fünf Pfund aus dem Verkehr, vernichtete sie und gab neue Serien aus. Erst ab 1959, als Taucher begannen, Material aus dem Toplitzsee zu bergen, wurde das volle Ausmaß der Operation Bernhard der Öffentlichkeit bekannt. Die Geschichte wurde später in Büchern und Filmen dokumentiert, darunter der Film “Die Fälscher” von 2007, der einen Oscar gewann.

Heute sind authentische Banknoten aus der Operation Bernhard, besonders solche mit dem Stempel “Falsification” der Bank of England, seltene historische Dokumente. Sie zeugen von einem einzigartigen Kapitel der Kriegsgeschichte und erinnern zugleich an das Leiden der jüdischen Häftlinge, die unter unmenschlichen Bedingungen zur Arbeit gezwungen wurden.