Wehrmacht Heer (WH)-Löwenkopfsäbel für Offiziere "Höller No. 21".
Gesamtlänge: 1005mm
Der Löwenkopfsäbel für Offiziere der Wehrmacht Heer stellt einen bedeutenden Teil der militärischen Ausrüstung und Tradition der deutschen Streitkräfte zwischen 1935 und 1945 dar. Diese Waffe verkörpert die Kontinuität preußisch-deutscher Militärtraditionen im Kontext des nationalsozialistischen Deutschlands und diente als Statussymbol sowie Zeremonialwaffe für Offiziere des Heeres.
Mit der Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht am 16. März 1935 und der offiziellen Gründung der Wehrmacht begann auch die Standardisierung der Uniformen und Ausrüstungsgegenstände. Der Löwenkopfsäbel wurde durch die Heeresverordnungsblätter als offizielle Blankwaffe für Offiziere des Heeres festgelegt. Die Bezeichnung “Löwenkopfsäbel” bezieht sich auf den charakteristischen Löwenkopf am Griff, der als Knauf dient und mit roten Glasaugen versehen ist – ein Symbol für Mut und militärische Stärke.
Die Firma F.W. Höller aus Solingen gehörte zu den renommierten Herstellern von Blankwaffen für die Wehrmacht. Solingen hatte seit Jahrhunderten den Ruf als Zentrum der deutschen Klingenproduktion und beherbergte zahlreiche Manufakturen, die Militär- und Zivilwaffen herstellten. Die Qualität Solinger Klingen war weltweit anerkannt, und Firmen wie Höller, Eickhorn, WKC und andere erhielten offizielle Aufträge zur Produktion von Offizierssäbeln nach genau festgelegten Spezifikationen.
Die Kennzeichnung “No. 21” bezieht sich auf eine spezifische Modellvariante oder Produktionsserie des Herstellers. Jeder Hersteller musste seine Klingen mit dem Firmennamen oder Herstellerzeichen versehen, um die Qualitätskontrolle zu gewährleisten.
Der beschriebene Säbel weist die typischen Merkmale eines Wehrmacht-Heer Offizierssäbels auf: Das vergoldete Messinggefäß mit dem charakteristischen Löwenkopf, dessen rote Glasaugen ein besonders markantes Detail darstellen, symbolisiert Wachsamkeit und Stärke. Der große Hoheitsadler mit hängenden Flügeln auf dem Griffbügel ist das offizielle Hoheitszeichen der Wehrmacht und unterscheidet diesen Säbel deutlich von Modellen anderer Wehrmachtsteile wie Luftwaffe oder Kriegsmarine, die jeweils eigene Adlerdarstellungen verwendeten.
Der schwarze Kunststoffgriff mit intakter Drahtwicklung folgt den standardisierten Vorgaben für Heeressäbel. Die Drahtwicklung diente nicht nur der Dekoration, sondern auch dem sicheren Griff der Waffe. Die schwarze Stahlscheide entspricht ebenfalls den Vorschriften für Heeresoffiziere und unterscheidet sich von den vernickelten Scheiden anderer Waffengattungen.
Der Offizierssäbel war integraler Bestandteil der Paradeuniform und wurde bei offiziellen Anlässen, Zeremonien und Paraden getragen. Der beigefügte Lederhänger ermöglichte das Tragen am Koppel. Obwohl der Säbel theoretisch eine Waffe darstellte, war seine Funktion im Zweiten Weltkrieg primär zeremoniell und symbolisch. Er repräsentierte den Offiziersstand und die militärische Tradition.
Die genauen Spezifikationen für Offizierssäbel waren in den Anzugsordnungen der Wehrmacht detailliert festgelegt. Diese Vorschriften regelten Abmessungen, Materialien, Verzierungen und Trageweise. Offiziere waren verpflichtet, ihre Ausrüstung auf eigene Kosten zu beschaffen, was erklärt, warum verschiedene Hersteller und qualitative Unterschiede existierten, solange die grundlegenden Spezifikationen eingehalten wurden.
Heute sind Wehrmacht-Offizierssäbel bedeutende militärhistorische Objekte, die Einblick in die materielle Kultur und Traditionen der deutschen Streitkräfte des Zweiten Weltkriegs geben. Sie dokumentieren sowohl die handwerkliche Qualität deutscher Waffenschmieden als auch die Kontinuität militärischer Traditionen. Für die historische Forschung sind solche Objekte wichtige Primärquellen zum Verständnis von Hierarchie, Symbolik und Selbstverständnis des deutschen Offizierkorps dieser Epoche.
Die Gesamtlänge von 1005 mm entspricht den standardisierten Maßen für Heeresoffizierssäbel und zeigt die Einhaltung der offiziellen Vorgaben. Der Erhaltungszustand mit normalen Altersspuren und nachträglich lackierter Scheide ist typisch für Objekte, die tatsächlich getragen und über Jahrzehnte aufbewahrt wurden.