1. Weltkrieg Fliegertruppe - Originalunterschrift des Pour le Mérite Trägers Oberleutnant Freiherr von Althaus

, auf der Sanke Foto-Postkarte 7751 Deutsche Fliegerhelden, mit sehr schöner Tintenunterschrift " Frhr.v.Althaus ", ungelaufen, Zustand 2.
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550,00

1. Weltkrieg Fliegertruppe - Originalunterschrift des Pour le Mérite Trägers Oberleutnant Freiherr von Althaus

Die vorliegende Sanke-Postkarte Nr. 7751 aus der Serie “Deutsche Fliegerhelden” trägt die originale Tintenunterschrift des Oberleutnant Freiherr von Althaus, eines der bedeutendsten deutschen Jagdflieger des Ersten Weltkriegs und Träger des Pour le Mérite, der höchsten preußischen Militärauszeichnung.

Der Verlag Gustav Liersch & Co. (Sanke) in Berlin war während des Ersten Weltkriegs der führende Herausgeber von Propagandapostkarten, insbesondere von Fotografien deutscher Fliegerasse. Die Firma produzierte Hunderte von Postkartenmotiven, die die Piloten der kaiserlichen Fliegertruppe zeigten und diese zu wahren Volkshelden stilisierten. Diese Karten wurden in großen Auflagen gedruckt und waren bei der Zivilbevölkerung äußerst beliebt. Sie dienten sowohl der Hebung der Moral an der Heimatfront als auch der Personifizierung des technologischen Krieges.

Oberleutnant Wilhelm Freiherr von Althaus (1890-1945) gehörte zu den erfolgreichsten deutschen Jagdfliegern mit 27 bestätigten Luftsiegen. Geboren in Dresden, trat er zunächst in das 2. Sächsische Jäger-Bataillon Nr. 13 ein, bevor er 1913 zur Fliegertruppe wechselte. Sein Weg führte ihn über verschiedene Einheiten, darunter die Feldfliegerabteilung 23 und später zur legendären Jagdstaffel 10, die zeitweise auch von dem berühmten Manfred von Richthofen geführt wurde.

Seine größten Erfolge erzielte von Althaus 1916 und 1917. Am 14. Dezember 1916 wurde ihm für seine Verdienste der Pour le Mérite verliehen, nachdem er zu diesem Zeitpunkt bereits 18 feindliche Flugzeuge abgeschossen hatte. Diese Auszeichnung, im Volksmund auch “Blauer Max” genannt, wurde nur an 81 Flieger während des gesamten Krieges verliehen und markierte die absolute Elite der kaiserlichen Luftstreitkräfte.

Die Praxis, Fotografien von Fliegerassen mit Originalunterschriften zu versehen, war während des Ersten Weltkriegs weit verbreitet. Piloten signierten ihre Postkarten bei verschiedenen Gelegenheiten: bei öffentlichen Auftritten, während Lazarettbesuchen oder auf speziellen Veranstaltungen. Diese signierten Karten waren begehrte Sammlerstücke und wurden oft als patriotische Erinnerungsstücke aufbewahrt. Die vorliegende Karte trägt die charakteristische Unterschrift “Frhr.v.Althaus” in Tinte, was ihre Authentizität unterstreicht.

Die deutsche Fliegertruppe des Ersten Weltkriegs entwickelte sich von einer kleinen Aufklärungseinheit zu einer schlagkräftigen Waffengattung. Zu Kriegsbeginn 1914 verfügte Deutschland über etwa 230 Flugzeuge; bei Kriegsende waren es mehrere Tausend. Die Organisation in Jagdstaffeln (Jastas) ab 1916 revolutionierte die Luftkriegsführung. Diese Einheiten, bestehend aus 12-14 Flugzeugen, waren spezialisierte Jagdverbände, die die Luftüberlegenheit erkämpfen sollten.

Die Kultivierung von Fliegerassen als Kriegshelden hatte mehrere Funktionen: Sie gaben dem anonymen Massenkrieg ein menschliches Gesicht, verkörperten ritterliche Ideale in einer zunehmend technisierten und entmenschlichten Kriegsführung, und sie dienten der Propaganda. Die Sanke-Postkarten waren ein wesentliches Element dieser Heroisierung. Sie zeigten die Piloten meist in ihrer Uniform, oft mit Orden geschmückt, und vermittelten das Bild tapferer, individueller Krieger im Gegensatz zu den namenlosen Massen in den Schützengräben.

Nach dem Krieg setzte von Althaus seine militärische Karriere fort. Er gehörte zu den wenigen Fliegerassen, die auch im Zweiten Weltkrieg wieder in der Luftwaffe dienten. Er erreichte den Rang eines Oberst und wurde 1945 in sowjetische Kriegsgefangenschaft genommen, wo er im selben Jahr verstarb.

Aus sammlerischer Sicht sind originalsignierte Sanke-Karten von Pour le Mérite-Trägern heute besonders gesuchte Objekte der Militaria. Die Authentizität der Unterschrift ist dabei von entscheidender Bedeutung. Experten prüfen die Signatur anhand von Vergleichsmaterial, der verwendeten Tinte, und dem allgemeinen Erhaltungszustand der Karte. Ungelaufene Karten in gutem Zustand sind dabei besonders wertvoll, da sie nie postalisch verwendet wurden und daher keine Stempel oder Knicke aufweisen.

Diese historischen Dokumente sind nicht nur Sammlerstücke, sondern auch wichtige Quellen für die Erforschung der Militärgeschichte, der Propagandageschichte und der Alltagskultur während des Ersten Weltkriegs. Sie dokumentieren, wie der Krieg der Heimatbevölkerung präsentiert wurde und welche Rolle die Heroisierung einzelner Soldaten in der Kriegsführung spielte.