Deutscher Schützenbund ( DSB ) - Kleine Schießnadel in Bronze " Luftgewehr "
Deutscher Schützenbund (DSB) - Kleine Schießnadel in Bronze “Luftgewehr”
Die kleine Schießnadel in Bronze des Deutschen Schützenbundes (DSB) mit der Bezeichnung “Luftgewehr” repräsentiert eine bedeutende Tradition des deutschen Schießsportwesens, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Diese Auszeichnung wurde an Schützen verliehen, die bestimmte Leistungen im Luftgewehrschießen erbracht hatten, einer Disziplin, die besonders für Training und Wettkämpfe in geschlossenen Räumen geeignet war.
Der Deutsche Schützenbund hat seine Wurzeln in der langen Tradition deutscher Schützengesellschaften, die sich im 19. Jahrhundert zu regionalen und schließlich nationalen Verbänden zusammenschlossen. Nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 erlebte das organisierte Schützenwesen einen erheblichen Aufschwung. Der DSB selbst wurde 1861 als Deutscher Schützenbund gegründet und entwickelte sich zur Dachorganisation für Sportschützen in Deutschland.
Das Luftgewehrschießen gewann im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung. Anders als das Schießen mit scharfer Munition ermöglichte das Luftgewehr ein kostengünstiges und sicheres Training in städtischen Gebieten und Schießhallen. Die Disziplin wurde sowohl für sportliche Wettkämpfe als auch für die grundlegende Schießausbildung genutzt.
Die vorliegende Nadel wurde vom Hersteller ST. & L. GES.GESCH. (Steinhauer & Lück, Gesetzlich Geschützt) gefertigt, einem renommierten Unternehmen für Orden und Ehrenzeichen in Lüdenscheid. Diese Firma war für die Qualität ihrer Auszeichnungen bekannt und belieferte zahlreiche Vereine und Verbände.
Die Clipnadel-Konstruktion war typisch für Vereinsabzeichen der Zeit und ermöglichte ein einfaches Befestigen an der Kleidung ohne Beschädigung des Stoffes. Die Bronze-Ausführung kennzeichnete eine der untersten Stufen in der Hierarchie der Schießauszeichnungen. Üblicherweise gab es gestaffelte Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold, wobei Bronze für Anfänger oder grundlegende Leistungen stand.
Im System des Deutschen Schützenbundes mussten Schützen bestimmte Ringzahlen oder Punktwerte erreichen, um für eine Auszeichnung in Frage zu kommen. Die genauen Anforderungen variierten über die Jahrzehnte und wurden in den Satzungen und Sportordnungen des DSB festgelegt. Die Verleihung solcher Nadeln diente nicht nur der Anerkennung sportlicher Leistung, sondern auch der Motivation und der Bindung der Mitglieder an ihre Vereine.
Das deutsche Schützenwesen erfuhr mehrere politische Umbrüche. Während der Weimarer Republik (1918-1933) blieb der zivile Schießsport weitgehend unpolitisch, wurde jedoch während der NS-Zeit (1933-1945) zunehmend gleichgeschaltet und militarisiert. Nach 1945 wurde das Schützenwesen in beiden deutschen Staaten neu organisiert, wobei in der Bundesrepublik die traditionellen Strukturen des DSB wiederaufgebaut wurden.
Solche Schießnadeln sind heute bedeutende Zeugnisse der deutschen Sportgeschichte und der Vereinskultur. Sie dokumentieren die Bedeutung des Schießsports in der deutschen Gesellschaft und die ausgeprägte Tradition des Vereinswesens. Sammler und Historiker schätzen diese Objekte als Quellen zur Sozial- und Kulturgeschichte des Sports.
Die Erhaltung in Zustand 2 (nach gängiger Sammlerbewertung) deutet auf ein gut erhaltenes Stück mit leichten Gebrauchsspuren hin, was für ein Objekt dieser Art und Alters als sehr positiv zu bewerten ist. Die Patina und eventuelle Tragespuren bezeugen die authentische Verwendung durch einen Sportschützen seiner Zeit.