III. Reich Herstelleretikett für Blankwaffen von "Carl Eickhorn Solingen" .

Pappetikett, schildförmig mit Aufdruck. Unbenutzt, Zustand 2
261221
100,00

III. Reich Herstelleretikett für Blankwaffen von "Carl Eickhorn Solingen" .

Das vorliegende Herstelleretikett der Firma Carl Eickhorn Solingen repräsentiert ein faszinierendes Zeugnis der deutschen Blankwaffenindustrie während der Zeit des Dritten Reiches (1933-1945). Solche Etiketten wurden von Herstellern an ihren Produkten angebracht, um die Authentizität und Herkunft der Waffen zu dokumentieren.

Die Firma Carl Eickhorn zählte zu den bedeutendsten und renommiertesten Blankwaffenherstellern in Solingen, der traditionellen Klingenstadt Deutschlands. Das Unternehmen wurde im 19. Jahrhundert gegründet und entwickelte sich zu einem der wichtigsten Lieferanten für militärische Blankwaffen, insbesondere für Säbel, Dolche und Seitengewehre. Während der NS-Zeit produzierte Eickhorn eine Vielzahl von Waffen für verschiedene Organisationen, darunter die Wehrmacht, die Luftwaffe, die Kriegsmarine, sowie para-militärische Formationen wie die SA, SS und das NSKK.

Die Verwendung von Pappe-Etiketten war in der damaligen Fertigungspraxis üblich. Diese wurden meist am Griff oder der Scheide befestigt und dienten mehreren Zwecken: Sie identifizierten den Hersteller, dokumentierten die Einhaltung militärischer Spezifikationen und fungierten als Qualitätssiegel. Die schildförmige Gestaltung war charakteristisch für viele Solinger Hersteller und sollte einen professionellen, offiziellen Eindruck vermitteln.

Solinger Blankwaffenproduktion hatte eine jahrhundertelange Tradition. Seit dem Mittelalter war die Stadt für ihre hervorragenden Klingen bekannt. Im 20. Jahrhundert konzentrierten sich dort mehrere bedeutende Hersteller, darunter neben Eickhorn auch Firmen wie WKC (Weyersberg, Kirschbaum & Co.), Paul Weyersberg, E. & F. Hörster und Alexander Coppel. Diese Unternehmen unterstanden während des Dritten Reiches strengen staatlichen Kontrollen und Produktionsvorgaben.

Die Qualitätskontrolle und Standardisierung militärischer Blankwaffen wurde durch verschiedene Heeresverwaltungsvorschriften geregelt. Hersteller mussten ihre Produkte mit spezifischen Kennzeichnungen versehen, die neben dem Herstellernamen auch Prüfzeichen und manchmal Produktionsjahre umfassten. Die Etiketten ergänzten die eingestanzten oder eingeätzten Markierungen auf den Waffen selbst.

Carl Eickhorn verwendete verschiedene Logos und Markierungen im Laufe seiner Geschichte. Das bekannteste war der Eickhornkopf (Eichhörnchen), der als Markenzeichen diente. Auf Etiketten fanden sich typischerweise der Firmenname, die Ortsangabe “Solingen” und häufig zusätzliche grafische Elemente oder Qualitätsbezeichnungen.

Die Produktion von Blankwaffen während der NS-Zeit unterlag einer enormen Expansion. Mit der Aufrüstung der Wehrmacht ab 1935 und der späteren Mobilmachung für den Zweiten Weltkrieg stieg der Bedarf an militärischer Ausrüstung dramatisch an. Solinger Hersteller arbeiteten unter Hochdruck, um die Nachfrage zu decken. Dies führte teilweise zu Vereinfachungen in der Produktion und zu Materialeinsparungen, besonders in den späteren Kriegsjahren.

Unbenutzte Etiketten wie das vorliegende Exemplar sind heute selten erhalten. Die meisten wurden mit den Waffen ausgeliefert und gingen im Laufe der Zeit verloren oder wurden bei der Nutzung der Waffen beschädigt. Sammler und Historiker schätzen solche Originaldokumente, da sie authentische Einblicke in die Produktions- und Vertriebspraktiken der damaligen Zeit bieten.

Nach 1945 wurde die Produktion militärischer Blankwaffen in Deutschland stark eingeschränkt. Viele Solinger Hersteller stellten auf zivile Produkte um oder spezialisierten sich auf zeremonielle Waffen für andere Länder. Die Firma Eickhorn selbst durchlief verschiedene Transformationen und existiert in veränderter Form bis heute. Das historische Erbe der Solinger Klingenindustrie wird in mehreren Museen dokumentiert, insbesondere im Deutschen Klingenmuseum in Solingen.

Für Sammler und Forscher sind solche Herstelleretiketten wichtige Referenzobjekte zur Authentifizierung und Datierung von Blankwaffen. Sie helfen, Fälschungen zu identifizieren und die Produktionsgeschichte einzelner Waffenmodelle nachzuvollziehen. Der Erhaltungszustand “Zustand 2” deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar mit minimalen Gebrauchsspuren hin, was bei Papiermaterialien aus dieser Zeit bemerkenswert ist.

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