III. Reich / Wehrmacht Sturmlaterne Feuerhand 176 "Pilzkopf"

Aus Eisen, lackiert, Herstellermarkierung "Feuerhand, Made in Germany, No. 176", Funktion nicht geprüft. Zustand 2.
402321
€ 430,00

III. Reich / Wehrmacht Sturmlaterne Feuerhand 176 "Pilzkopf"

Die Feuerhand Sturmlaterne Nr. 176, auch unter der Bezeichnung “Pilzkopf” bekannt, stellt ein charakteristisches Beispiel deutscher Ingenieurskunst und militärischer Ausrüstungsgegenstände aus der Zeit des Dritten Reiches dar. Diese robuste Petroleumlaterne wurde während der 1930er und 1940er Jahre von der Firma Nier Feuerhand in Beienrode bei Braunschweig hergestellt und fand weitverbreitete Verwendung bei der Wehrmacht sowie in zivilen Anwendungen.

Die Firma Nier Feuerhand, gegründet 1893 von Hermann Nier, hatte sich bereits vor dem Ersten Weltkrieg einen Namen als Hersteller hochwertiger Sturmlaternen gemacht. Die charakteristische Bauform mit dem pilzförmigen Kopf, der dem Modell 176 seinen Spitznamen verlieh, wurde entwickelt, um optimalen Schutz gegen Wind und Witterung zu bieten. Die Laterne basierte auf dem Prinzip der Heißluftführung, bei dem die aufsteigende heiße Luft durch einen ausgeklügelten Luftstrom kontrolliert wurde, was die Flamme auch unter extremen Bedingungen stabil hielt.

Die militärische Bedeutung solcher Sturmlaternen während des Zweiten Weltkrieges kann nicht unterschätzt werden. In einer Zeit, in der elektrische Beleuchtung oft nicht verfügbar war oder aus taktischen Gründen vermieden werden musste, stellten Petroleumlaternen eine unverzichtbare Lichtquelle dar. Die Wehrmacht nutzte diese Laternen für vielfältige Zwecke: in Feldlagern, bei Nachtwachen, in Fahrzeugen, bei Reparaturarbeiten im Feld, in temporären Lazaretten und Kommandoständen. Die Robustheit der Konstruktion machte sie ideal für den Einsatz unter Kriegsbedingungen.

Die technischen Merkmale der Feuerhand 176 zeugten von durchdachter Konstruktion. Der Korpus aus lackiertem Eisen bot einen guten Kompromiss zwischen Gewicht und Stabilität. Der charakteristische Brenner mit seiner speziellen Luftführung ermöglichte eine Brenndauer von bis zu 20 Stunden mit einer Tankfüllung. Die pilzförmige Kappe schützte nicht nur vor Wind, sondern reflektierte auch das Licht nach unten, was die praktische Nutzbarkeit erhöhte. Die Laterne konnte getragen, aufgehängt oder aufgestellt werden, was ihre Vielseitigkeit unterstreicht.

Die Markierung “Made in Germany” auf diesen Laternen ist historisch interessant, da sie die Exportorientierung des Herstellers auch während der Kriegsjahre belegt. Feuerhand-Laternen wurden nicht nur an die Wehrmacht geliefert, sondern auch in neutrale Länder exportiert. Nach 1945 wurde die Produktion in der sowjetischen Besatzungszone zunächst fortgeführt, bevor das Werk 1952 in Volkseigentum überführt wurde.

Im militärischen Kontext wurden solche Laternen gemäß den Heeresvorschriften als Teil der Feldausrüstung verschiedener Einheiten geführt. Sie fanden sich in den Ausrüstungslisten von Pioniereinheiten, Nachrichteneinheiten, Sanitätstruppen und Versorgungseinheiten. Auch bei der Luftwaffe und der Kriegsmarine kamen vergleichbare Modelle zum Einsatz, insbesondere in Bodenstationen und auf Schiffen.

Die Sammlerbedeutung solcher Objekte heute liegt in ihrer Rolle als Zeitzeugen. Sie dokumentieren den Alltag der Soldaten, die oft unter primitiven Bedingungen ihren Dienst verrichten mussten. Während spektakuläre Waffensysteme häufig im Mittelpunkt des historischen Interesses stehen, erzählen solche alltäglichen Gebrauchsgegenstände die Geschichte der Menschen, die diese Ausrüstung nutzten. Der Erhaltungszustand solcher Laternen variiert stark, da sie intensiv genutzt wurden und Witterungseinflüssen ausgesetzt waren.

Es ist wichtig zu betonen, dass solche Objekte heute ausschließlich unter historischen und dokumentarischen Gesichtspunkten von Interesse sind. Sie dienen der wissenschaftlichen Erforschung der Militärgeschichte und der Materialkultur des 20. Jahrhunderts. Die Feuerhand 176 steht exemplarisch für die industrielle Produktion jener Zeit und für die pragmatischen Lösungen, die für die grundlegenden Bedürfnisse militärischer Operationen entwickelt wurden.