Kriegsmarine dunkelblaue Tellermütze für Mannschaften

Kammerstück, um 1940/42Dunkelblaue Tellermütze mit abnehmbarem Deckel, komplett mit Metallfaden gewebtem Mützenband "Kriegsmarine", sowie Hoheitsadler über Kokarde. Innen mit braunem Schweißband, im schwarzen Futter mit Kriegsmarine Kammerstücke, Größe 56. Deutlich getragen,einige kleine Mottenschäden, Zustand 2-.
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900,00

Kriegsmarine dunkelblaue Tellermütze für Mannschaften

Die Tellermütze der Kriegsmarine gehört zu den charakteristischsten Kopfbedeckungen der deutschen Marinestreitkräfte während des Zweiten Weltkriegs. Diese dunkelblaue Mütze für Mannschaften repräsentiert nicht nur ein funktionales Kleidungsstück, sondern auch ein wichtiges Symbol der maritimen Tradition und militärischen Organisation des nationalsozialistischen Deutschlands.

Die Bezeichnung “Tellermütze” leitet sich von der charakteristischen flachen, tellerförmigen Form des Mützenschirms ab. Diese Kopfbedeckung wurde gemäß der Anzugsordnung für die Kriegsmarine von 1935 und deren späteren Ergänzungen getragen. Das hier beschriebene Exemplar aus der Zeit um 1940/42 repräsentiert die Standardausführung für Mannschaftsdienstgrade der Kriegsmarine.

Die Konstruktion der Mütze folgte präzisen militärischen Vorschriften. Der abnehmbare Deckel ermöglichte eine Anpassung an verschiedene Witterungsbedingungen und Einsatzsituationen. Das dunkelblaue Tuch entsprach der traditionellen Farbe der deutschen Marine, die ihre Wurzeln in der Kaiserlichen Marine hatte. Das Material musste robust genug sein, um den harten Bedingungen an Bord von Kriegsschiffen standzuhalten.

Ein besonders charakteristisches Element war das Mützenband mit der Aufschrift “Kriegsmarine”. Dieses in Metallfaden gewebte Band ersetzte die in der Kaiserlichen Marine üblichen Schiffsnamen. Nach der Machtübernahme 1933 und der Umbenennung der Reichsmarine in Kriegsmarine im Jahr 1935 wurde die einheitliche Bezeichnung “Kriegsmarine” für alle Mannschaftsdienstgrade eingeführt. Dies symbolisierte die Vereinheitlichung und zentrale Kontrolle aller Seestreitkräfte unter dem NS-Regime.

Die Insignien auf der Mütze folgten der nationalsozialistischen Symbolik: Der Hoheitsadler mit Hakenkreuz über der Kokarde in den deutschen Nationalfarben (Schwarz-Weiß-Rot) waren seit 1935 vorgeschriebene Abzeichen. Der Adler blickte nach rechts und hielt das Hakenkreuz in seinen Fängen. Diese Kombination aus traditionellen deutschen maritimen Symbolen und NS-Emblematik war typisch für die Uniformgestaltung der Wehrmacht.

Die Bezeichnung “Kammerstück” gibt wichtige Hinweise auf die Herkunft und Verwendung dieser Mütze. Kammerstücke waren Uniformteile, die aus dem Bekleidungsamt bzw. der Kammer einer militärischen Einheit ausgegeben wurden. Sie waren Eigentum der Marine und wurden bei Versetzung oder Entlassung zurückgegeben. Dies stand im Gegensatz zu privat beschafften Uniformstücken, die Offiziere und Unteroffiziere oft aus eigenen Mitteln erwarben.

Die Größenangabe 56 entspricht dem Kopfumfang in Zentimetern und war Teil des standardisierten Größensystems der Wehrmacht. Das braune Schweißband im Inneren diente dem Tragekomfort und der Aufnahme von Feuchtigkeit. Das schwarze Futter mit entsprechenden Kammerstempeln dokumentiert die militärische Herkunft und Verwaltung des Stücks.

Der Erhaltungszustand mit deutlichen Gebrauchsspuren und Mottenschäden erzählt von der tatsächlichen Verwendung dieser Mütze. Solche Spuren sind typisch für authentische Tragebeispiele und unterscheiden sie von später gefertigten Reproduktionen. Die Mottenschäden deuten darauf hin, dass die Mütze über längere Zeit unter nicht optimalen Bedingungen gelagert wurde.

Die Produktionszeit um 1940/42 fällt in eine Phase intensiver militärischer Aktivität der Kriegsmarine. In diesen Jahren waren deutsche U-Boote und Überwasserstreitkräfte in der Atlantikschlacht, im Mittelmeer und in nordeuropäischen Gewässern im Einsatz. Zehntausende von Matrosen trugen diese charakteristische Kopfbedeckung während ihres Dienstes.

Aus historischer Perspektive ist die Tellermütze ein wichtiges Zeitdokument. Sie repräsentiert die materielle Kultur einer militärischen Organisation, die Teil des verbrecherischen NS-Regimes war. Die Kriegsmarine war an Kriegsverbrechen beteiligt und Teil des deutschen Angriffs- und Vernichtungskrieges. Gleichzeitig ermöglichen solche Objekte heute ein besseres Verständnis der militärischen Alltagskultur und der Lebenswelt einfacher Soldaten.

Für Sammler und Historiker sind authentische Kammerstücke besonders wertvoll, da sie dokumentierbare Herkunft und typische Gebrauchsspuren aufweisen. Sie erlauben Einblicke in Herstellungsverfahren, Materialverwendung und militärische Verwaltungspraktiken der Zeit.

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