Marine-Verwundetenabzeichen in Silber - Miniatur

20 mm, versilbert und massiv geprägt, an langer Nadel, Zustand 2.
519521
185,00

Marine-Verwundetenabzeichen in Silber - Miniatur

Das Marine-Verwundetenabzeichen in Silber in Miniaturausführung repräsentiert eine bedeutende Auszeichnung der kaiserlichen deutschen Marine aus den letzten Monaten des Ersten Weltkriegs. Kaiser Wilhelm II. stiftete diese Dekoration am 24. Juni 1918 für Angehörige der Kaiserlichen Marine, die in Seegefechten während des Krieges verwundet wurden. Die Einführung erfolgte nach denselben Bestimmungen und in denselben Klassen wie das am 3. März 1918 gestiftete Heeresverwundetenabzeichen, jedoch mit einem distinkt maritimen Design.

Die vorliegende Miniatur misst 20 mm und ist nach der Objektbeschreibung versilbert und massiv geprägt, mit einer langen Nadel als Befestigungselement. Im Gegensatz dazu weisen reguläre Ausführungen des Abzeichens Dimensionen von ungefähr 41,05 mm (Breite) mal 46,14 mm (Höhe) auf und wiegen etwa 7,3 Gramm. Die Form besteht aus einem vertikalen Oval, das von einer Ankerkettenbordüre eingefasst wird, mit einem zentralen Anker, über dem sich zwei aufwärts gerichtete gekreuzte Schwerter befinden. Das Material der Abzeichen variierte: versilbertes Messing (Tombak) oder versilbertes Metall wurden verwendet. Offiziell ausgegebene Exemplare waren nahtlos mit einer gekörnte Oberfläche gefertigt, während privat erworbene Abzeichen oft elegante durchbrochene Designs aufwiesen.

Das Marine-Verwundetenabzeichen in Silber wurde für drei oder vier Verwundungen verliehen, die Angehörige der Kaiserlichen Marine in Seegefechten oder maritimen Kampfhandlungen erlitten hatten. Es konnte auch für schwere Verwundungen verliehen werden, etwa bei Verlust von Gliedmaßen oder Augenlicht, selbst wenn weniger Verwundungen vorlagen. Die Verwundungen mussten durch medizinisches Personal verifiziert und durch feindliche Kampfhandlungen verursacht worden sein. Das Abzeichen wurde auf der unteren linken Brustseite der Uniform unterhalb anderer Auszeichnungen getragen.

Das Klassifizierungssystem umfasste drei Stufen: Schwarz für ein bis zwei Verwundungen, Silber für drei bis vier Verwundungen und Gold für fünf oder mehr Verwundungen oder schwere Invalidität. Das maritime Design unterschied sich deutlich vom Heeresverwundetenabzeichen, das einen Helm und Lorbeerkranz zeigte. Miniaturen von ungefähr 20 mm wurden für das Tragen an Bandschnallen oder auf Zivilkleidung produziert und unterschieden sich von den Standardabzeichen in voller Größe.

Die späte Stiftung im Juni 1918, in der Schlussphase des Ersten Weltkriegs, bedeutete, dass viele berechtigte Matrosen das Abzeichen während des Krieges nie erhielten. Die historische Bedeutung dieser Auszeichnung erstreckt sich jedoch weit über das Kriegsende hinaus. Ab 1936 konnten Veteranen des Ersten Weltkriegs das Abzeichen rückwirkend beantragen, sofern sie dokumentierte Nachweise über qualifizierende Verwundungen vorlegen konnten. Diese Berechtigung für Veteranen wurde bis Ende 1941 aufrechterhalten.

Das kaiserliche Marine-Verwundetenabzeichen wurde nach dem Ersten Weltkrieg nicht wieder ausgegeben oder verwendet. Als Hitler 1939 für den Zweiten Weltkrieg Verwundetenabzeichen wieder einführte, wurde ein einheitliches Design für alle Zweige der Wehrmacht übernommen. Das marinesspezifische Abzeichen von 1918 wurde nicht neu aufgelegt; stattdessen erhielten alle Wehrmachtsangehörigen – Heer, Marine, Luftwaffe und Waffen-SS – ein universal einheitliches Verwundetenabzeichen mit einem Design, das einen Helm von 1935 statt des Ankermotivs aufwies.

Miniaturversionen wie das hier vorliegende Exemplar im Zustand 2 (guter bis sehr guter Erhaltungszustand mit geringfügigen Gebrauchsspuren) wurden während der Zwischenkriegszeit und darüber hinaus weiterhin von den Trägern an Zivilkleidung und Bandschnallen getragen. Diese Miniaturen dienten als dezente, aber würdevolle Erinnerung an den im Dienst der Kaiserlichen Marine erlittenen Opferdienst und repräsentieren ein wichtiges Kapitel deutscher Marinegeschichte aus der finalen Phase des Ersten Weltkriegs.