Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 - Verleihungsurkunde 

Verleihungsurkunde für die Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938, ausgestellt in Berlin am 12. September 1939, gerichtet an den Polizeirevieroberwachtmeister aus Hamburg Wandsbek, gelocht, Zustand 2
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80,00

Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 - Verleihungsurkunde 

Die Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938, auch bekannt als Sudetenland-Medaille, war eine Auszeichnung des nationalsozialistischen Deutschen Reiches, die zur Erinnerung an die Annexion des Sudetenlandes gestiftet wurde. Die hier vorliegende Verleihungsurkunde dokumentiert die offizielle Zuerkennung dieser Medaille an einen Polizeirevieroberwachtmeister aus Hamburg-Wandsbek, ausgestellt am 12. September 1939 in Berlin.

Die Medaille wurde durch den Erlass vom 18. Oktober 1938 von Adolf Hitler gestiftet und war für alle Angehörigen der Wehrmacht, SS, SA, NSKK und Polizei vorgesehen, die zwischen dem 1. Oktober 1938 und dem 10. Oktober 1938 beim Einmarsch ins Sudetenland beteiligt waren oder in bestimmten Gebieten ihren Dienst versahen. Die Auszeichnung konnte auch an Zivilpersonen verliehen werden, die sich um die Eingliederung des Sudetenlandes besondere Verdienste erworben hatten.

Das Münchner Abkommen vom 29. September 1938 zwischen Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien hatte die Abtretung der sudetendeutschen Gebiete der Tschechoslowakei an das Deutsche Reich beschlossen. Die Besetzung begann am 1. Oktober 1938 und wurde als friedliche Heimkehr der Sudetendeutschen ins Reich propagiert. Die Medaille sollte dieses Ereignis für die Nachwelt festhalten und die Teilnehmer ehren.

Die Verleihungsurkunde selbst war ein wichtiger Bestandteil der Auszeichnung. Sie wurde auf hochwertigem Papier gedruckt und trug die Unterschrift der ausstellenden Behörde sowie entsprechende Siegel und Stempel. Das Datum der Ausstellung dieser Urkunde, der 12. September 1939, fällt in die ersten Tage des Zweiten Weltkrieges, der am 1. September 1939 mit dem Überfall auf Polen begonnen hatte. Dies zeigt, dass die Verwaltung solcher Auszeichnungen auch in den ersten Kriegstagen fortgeführt wurde.

Der Empfänger war ein Angehöriger der Polizei im Rang eines Revieroberwachtmeisters in Hamburg-Wandsbek. Die Polizei spielte bei der Eingliederung der annektierten Gebiete eine zentrale Rolle, da sie für die Aufrechterhaltung der Ordnung und die Durchsetzung der neuen Verwaltungsstrukturen zuständig war. Polizeibeamte aus dem gesamten Reich wurden für diese Aufgaben herangezogen, auch aus norddeutschen Städten wie Hamburg.

Die Lochung der Urkunde ist ein typisches Merkmal, das häufig bei Dokumenten aus Personalakten oder offiziellen Sammlungen zu finden ist. Sie deutet darauf hin, dass die Urkunde in einer Akte abgeheftet wurde, vermutlich in der Personalakte des Empfängers bei der Polizeibehörde. Nach dem Krieg wurden viele solcher Dokumente aus ihren ursprünglichen Aktenbeständen entfernt, was die Lochung erklärt.

Die Sudetenland-Medaille wurde in verschiedenen Ausführungen vergeben. Die Grundversion war für Teilnehmer am Einmarsch bestimmt, während eine Variante mit der Spange “Prager Burg” für diejenigen vorgesehen war, die am 15. März 1939 bei der Besetzung der Rest-Tschechei beteiligt waren. Insgesamt wurden über 1,1 Millionen dieser Medaillen verliehen, was sie zu einer der häufigsten Auszeichnungen des Dritten Reiches macht.

Die Verleihungsurkunden sind heute wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Vergabepraxis nationalsozialistischer Auszeichnungen geben. Sie dokumentieren nicht nur die Beteiligung einzelner Personen an bestimmten historischen Ereignissen, sondern auch die bürokratischen Abläufe und die Bedeutung, die das Regime solchen symbolischen Ehrungen beimaß. Für die militärhistorische Forschung sind sie wertvolle Quellen zur Rekonstruktion von Einheiten, Einsatzorten und der Chronologie militärischer und polizeilicher Operationen.

Der Zustand 2 weist darauf hin, dass die Urkunde gut erhalten ist, trotz der Lochung und des Alters von über acht Jahrzehnten. Solche Dokumente überdauerten die Zeit oft in Familiennachlässen oder wurden später von Sammlern und Museen bewahrt. Sie dienen heute als Zeugnisse einer Zeit, die maßgeblich zur Eskalation führte, die im Zweiten Weltkrieg gipfelte.