Panzerkampfabzeichen in Silber - R.R.S. Rudolf Richter classic grass

Feinzink, rückseitig mit Herstellerbezeichnung "R.R.S.". Getragen, Zustand 2
494321
650,00

Panzerkampfabzeichen in Silber - R.R.S. Rudolf Richter classic grass

Das Panzerkampfabzeichen in Silber gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen der deutschen Panzertruppen während des Zweiten Weltkriegs. Diese militärische Auszeichnung wurde am 20. Dezember 1939 durch den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Walther von Brauchitsch, gestiftet und sollte die besonderen Leistungen der Panzerbesatzungen würdigen.

Die Verleihungskriterien für das Panzerkampfabzeichen in Silber waren präzise festgelegt: Es wurde an Angehörige der Panzertruppen verliehen, die an mindestens drei Panzerkampftagen oder drei motorisierten Angriffen teilgenommen hatten. Alternativ konnte es auch für Verwundungen im Panzerkampf verliehen werden. Das Abzeichen dokumentierte somit die aktive Teilnahme an Gefechtshandlungen und war ein sichtbares Zeichen des Fronteinsatzes.

Das vorliegende Exemplar trägt die Herstellermarkierung “R.R.S.”, die für die Firma Rudolf Richter aus Suhl steht. Rudolf Richter war einer der zahlreichen autorisierten Hersteller von Orden und Ehrenzeichen während der Zeit des Dritten Reiches. Die Firma befand sich in Suhl, Thüringen, einer Stadt mit langer Tradition in der Metallverarbeitung und Waffenherstellung. Die Bezeichnung “classic grass” bezieht sich auf eine spezifische Gestaltungsvariante des Eichenlaubkranzes auf dem Abzeichen.

Das Abzeichen selbst besteht aus Feinzink, einem Material, das insbesondere in den späteren Kriegsjahren häufiger verwendet wurde, als hochwertigere Materialien knapper wurden. Die Gestaltung folgt dem klassischen Design: Ein ovaler Eichenlaubkranz umrahmt einen Panzer in Frontalansicht, der typischerweise einen Panzer III oder Panzer IV darstellt. Das silberne Abzeichen unterschied sich damit von der bronzenen Version, die nach weniger Kampfeinsätzen verliehen wurde.

Die Herstellung von Orden und Ehrenzeichen im Dritten Reich unterlag strengen Qualitätskontrollen durch das Präsidialkanzlei des Führers und später durch das Heereswaffenamt. Hersteller mussten ihre Produkte genehmigen lassen und verwendeten Herstellermarkierungen zur Identifikation. Die Markierung “R.R.S.” auf der Rückseite dieses Exemplars ist charakteristisch für die Produkte der Firma Rudolf Richter.

Das Panzerkampfabzeichen wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb der Ordensschnalle für das Eiserne Kreuz. Seine Trageweise war in den militärischen Bekleidungsvorschriften genau geregelt. Für Träger war es nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch ein Identifikationsmerkmal innerhalb der Wehrmacht, das Respekt und Anerkennung signalisierte.

Die Produktionszahlen dieser Abzeichen waren beträchtlich, da sie während des gesamten Krieges verliehen wurden. Verschiedene Hersteller wie Juncker, Assmann, Friedrich Linden und eben Rudolf Richter fertigten diese Auszeichnungen in unterschiedlichen Varianten und Qualitäten. Die Unterschiede in der Ausführung, wie die “classic grass”-Variante, ermöglichen heute Sammlern und Historikern eine genaue Zuordnung und Datierung.

Der Erhaltungszustand dieses Exemplars wird als “Zustand 2” beschrieben, was auf ein getragenes Stück hinweist. Dies unterstreicht die historische Authentizität des Objekts, da es tatsächlich von einem Soldaten getragen wurde. Gebrauchsspuren wie Oxidation, Abnutzung der Versilberung oder kleine Beschädigungen sind typisch für originale, getragene Stücke und erhöhen ihren historischen Wert.

Aus militärhistorischer Perspektive dokumentiert das Panzerkampfabzeichen die zentrale Rolle der Panzertruppen in der deutschen Kriegsführung. Die Blitzkrieg-Taktik, die auf schnellen Panzervorstößen basierte, prägte die ersten Kriegsjahre entscheidend. Das Abzeichen symbolisiert somit nicht nur individuelle Tapferkeit, sondern auch eine spezifische militärische Doktrin.

Heute sind solche Auszeichnungen wichtige Studienobjekte für Militärhistoriker und werden in Museen und Sammlungen aufbewahrt. Sie dienen der historischen Forschung und Bildung, indem sie als materielle Zeugnisse einer dunklen Epoche der deutschen Geschichte fungieren. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten erfolgt stets im Kontext der kritischen Auseinandersetzung mit der NS-Zeit und ihren Verbrechen.