Preußen Koppelschloss am Lederriemen für Mannschaften und Unteroffiziere

Das Schloss Messing mit neusilberner Auflage «♔Gott mit uns», am originalen geschwärzten Lederriemen, der Haken aus Eisen vernickelt. Länge des Lederriemens ca. 94 cm. Zustand 2




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200,00

Preußen Koppelschloss am Lederriemen für Mannschaften und Unteroffiziere

Das preußische Koppelschloss für Mannschaften und Unteroffiziere mit der Inschrift "Gott mit uns" stellt eines der bekanntesten und symbolträchtigsten Ausrüstungsstücke der preußischen und später deutschen Militärgeschichte dar. Dieses spezielle Exemplar besteht aus einem Messingschloss mit neusilberner Auflage, befestigt an einem original geschwärzten Lederriemen mit vernickelttem Eisenhaken.

Die Tradition des Wahlspruchs "Gott mit uns" reicht in der preußischen Geschichte bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück. König Gustav II. Adolf von Schweden verwendete erstmals 1627 die lateinische Variante "Nobiscum Deus" als Losung. Der preußische König Friedrich Wilhelm I. übernahm die deutsche Fassung und führte sie als Devise für die preußische Armee ein. Während der Befreiungskriege gegen Napoleon (1813-1815) erlangte der Spruch besondere Bedeutung und wurde zum festen Bestandteil der militärischen Tradition.

Die offizielle Einführung des Koppelschlosses mit dieser Inschrift erfolgte durch die Allerhöchste Kabinettsorder vom 12. März 1847 unter König Friedrich Wilhelm IV. Diese Order regelte detailliert die Ausführung und Trageweise der Koppelschlösser für alle Waffengattungen der preußischen Armee. Das Koppelschloss diente nicht nur als funktionaler Verschluss für das Koppel, sondern auch als wichtiges Identifikations- und Traditionszeichen der preußischen Streitkräfte.

Die technische Ausführung des beschriebenen Stücks entspricht der typischen Fertigung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Das Messinggrundmaterial bot die notwendige Stabilität und Korrosionsbeständigkeit, während die neusilberne Auflage (eine Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink) den charakteristischen silbrigen Glanz erzeugte und gleichzeitig kostengünstiger als echtes Silber war. Die Inschrift "Gott mit uns" wurde üblicherweise erhaben gestaltet und hob sich deutlich vom Untergrund ab.

Der geschwärzte Lederriemen mit einer Länge von etwa 94 Zentimetern entspricht den militärischen Vorschriften für Mannschaften und Unteroffiziere. Die Schwärzung des Leders erfolgte durch spezielle Behandlungsverfahren, die dem Material zusätzlichen Schutz gegen Witterungseinflüsse boten und gleichzeitig das einheitliche Erscheinungsbild der Truppe gewährleisteten. Der vernickelter Eisenhaken diente der Befestigung am Koppel und musste hohen mechanischen Belastungen standhalten.

Die Unterscheidung zwischen den Koppelschlössern für verschiedene Dienstgrade war in der preußischen Armee genau geregelt. Während Mannschaften und Unteroffiziere das hier beschriebene Modell mit Messingschloss trugen, verwendeten Offiziere aufwendigere Varianten mit vergoldeten oder versilberten Elementen. Diese Hierarchie der Ausrüstung spiegelte die strenge Gliederung der militärischen Gesellschaft im Kaiserreich wider.

Nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 wurde das preußische Koppelschloss mit der Inschrift "Gott mit uns" von der gesamten deutschen Armee übernommen und blieb bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918 in Verwendung. Millionen von Soldaten trugen dieses Symbol während der verschiedenen Konflikte des Kaiserreichs, von den Kolonialkriegen bis zu den verheerenden Schlachten des Ersten Weltkriegs.

Die Herstellung der Koppelschlösser erfolgte in spezialisierten Manufakturen und später in Fabriken, die im Auftrag der Militärverwaltung produzierten. Bekannte Hersteller befanden sich in Berlin, Lüdenscheid und anderen metallverarbeitenden Zentren. Die Qualitätskontrolle war streng, da die Ausrüstungsgegenstände den harten Bedingungen des Militärdienstes standhalten mussten.

Nach 1918 verlor das Koppelschloss seine offizielle Funktion, blieb jedoch in der Reichswehr und später in modifizierter Form in anderen deutschen Streitkräften präsent. Heute sind diese historischen Koppelschlösser begehrte Sammlerobjekte, die wichtige Zeugnisse der deutschen Militärgeschichte darstellen. Sie dokumentieren nicht nur die materielle Kultur des Militärs, sondern auch die ideologischen und religiösen Vorstellungen einer vergangenen Epoche.

Die Erhaltung solcher Objekte ist für die historische Forschung von großer Bedeutung. Sie ermöglichen es, die Alltagsrealität der Soldaten nachzuvollziehen und die Entwicklung militärischer Ausrüstung über verschiedene Epochen hinweg zu studieren. Das beschriebene Exemplar im Zustand 2 weist auf eine gute Erhaltung hin, bei der die wesentlichen Merkmale und die Funktionsfähigkeit erhalten geblieben sind.

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