Elastolin - Heer Generalstabsoffizier stehend

7,5 cm, Zustand 2.
405922
30,00

Elastolin - Heer Generalstabsoffizier stehend

Die Elastolin-Figur eines stehenden Generalstabsoffiziers des Heeres repräsentiert ein faszinierendes Kapitel deutscher Spielzeuggeschichte und militärischer Darstellung. Mit einer Höhe von 7,5 Zentimetern gehört diese Figur zur klassischen Standardgröße der Hausser-Elastolin-Serie, die zwischen den 1920er Jahren und dem Ende des Zweiten Weltkriegs produziert wurde.

Die Firma O. & M. Hausser in Ludwigsburg bei Stuttgart revolutionierte die Spielzeugbranche mit der Entwicklung von Elastolin, einem patentierten Verbundmaterial aus Kasein, Leinöl, Kreide und anderen Zusätzen. Dieses Material erwies sich als widerstandsfähiger als herkömmliche Masse- oder Papierfiguren und ermöglichte detailliertere Modellierungen. Die Produktion begann bereits vor dem Ersten Weltkrieg, erreichte aber ihre Blütezeit in den 1930er Jahren.

Ein Generalstabsoffizier des deutschen Heeres stellte in der militärischen Hierarchie eine Elite dar. Diese Offiziere hatten die anspruchsvolle Kriegsakademie absolviert und trugen als Kennzeichen ihrer Zugehörigkeit zum Generalstab charakteristische Rangabzeichen und die traditionellen Karmesinroten Streifen an der Uniformhose. Die Generalstabsausbildung galt als Höhepunkt der militärischen Karriere und war nur den fähigsten Offizieren vorbehalten.

Die Elastolin-Figuren dieser Kategorie wurden mit beachtlicher Detailtreue gefertigt. Typischerweise zeigen sie den Offizier in der regulären Heeresuniform der Wehrmacht, erkennbar an feldgrauer Färbung, Schirmmütze, Koppelschloss und den entsprechenden Rangabzeichen. Die stehende Pose vermittelt Autorität und Kommandopräsenz, charakteristisch für Stabsoffiziere in Führungsfunktionen.

Die Herstellung erfolgte in mehreren Arbeitsschritten: Zunächst wurde das Elastolin-Material in Metallformen gepresst, nach dem Aushärten erfolgte die Bemalung von Hand durch geschulte Arbeiter, überwiegend Arbeiterinnen. Die Qualität der Bemalung variierte je nach Produktionszeitpunkt und verfügbaren Ressourcen. Figuren aus den frühen 1930er Jahren weisen oft eine präzisere und detailliertere Bemalung auf als Exemplare aus der späteren Kriegszeit, als Material- und Arbeitskräftemangel die Produktion beeinträchtigten.

Der angegebene Zustand 2 entspricht in der sammlerischen Bewertungsskala einem sehr guten Erhaltungszustand mit nur geringen Gebrauchsspuren. Dies ist bemerkenswert für Objekte, die oft 80 Jahre oder älter sind und ursprünglich als Kinderspielzeug konzipiert wurden.

Die historische Bedeutung solcher Figuren geht über ihren Spielzeugcharakter hinaus. Sie dokumentieren die visuelle Militärkultur ihrer Entstehungszeit und dienten auch der Vermittlung militärischer Ideale an die jüngere Generation. In den 1930er Jahren wurden diese Figuren nicht nur als Spielzeug, sondern auch als Sammelobjekte und Lehrmittel verwendet.

Nach 1945 wurde die Produktion von Elastolin-Figuren mit Wehrmachtsbezug eingestellt. Die Firma Hausser produzierte weiterhin Spielzeugfiguren, konzentrierte sich aber auf andere Themen. Heute sind originale Elastolin-Militärfiguren begehrte Sammlerobjekte, deren Wert von Seltenheit, Erhaltungszustand, Detailtreue und historischer Bedeutung bestimmt wird.

Für Sammler und Historiker bieten diese Figuren wertvolle Einblicke in die materielle Kultur der Zwischenkriegszeit und des Zweiten Weltkriegs. Sie illustrieren, wie militärische Hierarchien und Uniformen in Miniatur nachgebildet wurden und welche Rolle militärische Spielzeuge in der deutschen Gesellschaft jener Epoche spielten.