Luftwaffe 2 Ellenbogenschützer für Bordschützen
Die Ellenbogenschützer für Bordschützen der Luftwaffe stellen ein faszinierendes Beispiel für die spezialisierte Schutzausrüstung dar, die während des Zweiten Weltkriegs für Flugzeugbesatzungen entwickelt wurde. Diese praktischen Ausrüstungsgegenstände waren ein wesentlicher Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung von Bordschützen, die in den beengten und gefährlichen Verhältnissen deutscher Kampf- und Bomberflugzeuge operierten.
Historischer Kontext und Entwicklung
Mit der zunehmenden Bedeutung strategischer Bombenangriffe und der Notwendigkeit, Flugzeuge gegen feindliche Jäger zu verteidigen, wurde die Rolle des Bordschützen in den 1930er und 1940er Jahren immer wichtiger. Die deutsche Luftwaffe setzte Bordschützen in verschiedenen Flugzeugtypen ein, darunter die Heinkel He 111, Junkers Ju 88, Dornier Do 17 und die viermotorige Focke-Wulf Fw 200 Condor. Diese Besatzungsmitglieder bedienten die MG 15, MG 81 oder die späteren MG 131 Maschinengewehre von verschiedenen Positionen aus.
Die Arbeitsbedingungen für Bordschützen waren extrem anspruchsvoll. Sie mussten in engen Geschütztürmen oder offenen Positionen arbeiten, oft bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt in großen Höhen. Die ständige Bewegung der schweren Maschinengewehre, kombiniert mit den harten metallischen Oberflächen der Flugzeuginnenwände und Lafetten, führte zu erheblichen Belastungen der Ellenbogen.
Konstruktion und Material
Die Ellenbogenschützer wurden typischerweise aus braunem Leder gefertigt, einem Material, das sich durch seine Robustheit und Langlebigkeit auszeichnete. Das Leder wurde gegerbt und behandelt, um den extremen Bedingungen standzuhalten. Die Polsterung im Inneren bestand meist aus Filz, Baumwolle oder anderen dämpfenden Materialien, die Stöße und Reibung absorbierten.
Die Befestigung erfolgte üblicherweise durch elastische Bänder, die um den Arm geschnallt wurden. Diese Bänder waren oft in grüner oder feldgrauer Farbe gehalten und ermöglichten eine flexible Anpassung an verschiedene Armstärken und über unterschiedlichen Bekleidungsschichten – von der Sommeruniform bis zur dicken Winterfliegerjacke. Die Elastizität war entscheidend, um die Durchblutung nicht zu beeinträchtigen, während gleichzeitig ein sicherer Halt gewährleistet wurde.
Verwendung und Praxis
Bordschützen trugen diese Schützer während Einsätzen, um ihre Ellenbogen vor den harten Kanten der Geschützlafetten, Turmrahmen und Flugzeugstruktur zu schützen. Bei der Verfolgung feindlicher Jäger mussten sie ihre Waffen schnell schwenken, wobei ihre Ellenbogen ständig mit metallischen Oberflächen in Kontakt kamen. Ohne angemessenen Schutz führte dies zu schmerzhaften Prellungen, Abschürfungen und in extremen Fällen zu Verletzungen, die die Einsatzfähigkeit beeinträchtigen konnten.
Die Ausrüstungsgegenstände wurden durch die Luftwaffen-Bekleidungsämter beschafft und verteilt. Während einige Teile der Fliegerausrüstung streng standardisiert waren, zeigten Ellenbogenschützer oft Variationen in Design und Ausführung, abhängig vom Hersteller und Produktionszeitraum. Viele trugen Herstellerstempel oder Abnahmezeichen der Luftwaffe, obwohl dies nicht bei allen Exemplaren der Fall war.
Produktion und Varianten
Die Produktion solcher Schutzausrüstungen erfolgte durch verschiedene Zulieferbetriebe im gesamten Deutschen Reich und später in besetzten Gebieten. Mit fortschreitendem Krieg und zunehmender Materialknappheit kam es zu Vereinfachungen im Design und zur Verwendung von Ersatzmaterialien. Kunstleder oder minderwertiges Leder wurden häufiger eingesetzt, und die Qualität der Polsterung variierte.
Bedeutung für die Museumssammlung
Ellenbogenschützer für Bordschützen sind heute relativ seltene Sammlerstücke. Viele Ausrüstungsgegenstände der Bordbesatzungen gingen während des Krieges verloren oder wurden nach Kriegsende entsorgt. Erhaltene Exemplare bieten wertvolle Einblicke in die alltäglichen Herausforderungen und praktischen Lösungen, mit denen Flugzeugbesatzungen konfrontiert waren – Aspekte der Luftkriegsführung, die oft von dramatischeren Ereignissen überschattet werden, aber für das Verständnis der historischen Realität von großer Bedeutung sind.