NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Motor-Brigade Westfalen - Sauerländische Geländefahrt 10. Mai 1936 "

Buntmetall vergoldet, 55 x 85 mm, mit 4 Bohrungen, Hersteller : Ernst Quambusch Hagen-Haspe, Zustand 2.
338922
280,00

NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Motor-Brigade Westfalen - Sauerländische Geländefahrt 10. Mai 1936 "

Die NSKK-Teilnehmerplakette für die Sauerländische Geländefahrt vom 10. Mai 1936 stellt ein authentisches Zeugnis der motorisierten Aktivitäten des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) in der Vorkriegszeit dar. Diese nichttragbare Plakette wurde von der Motor-Brigade Westfalen anlässlich einer regional bedeutsamen Motorsportveranstaltung herausgegeben.

Das NSKK wurde am 1. April 1930 zunächst als Unterorganisation der SA gegründet und entwickelte sich bis 1934 zu einer eigenständigen Formation der NSDAP. Unter der Führung von Adolf Hühnlein, der ab 1931 das NSKK leitete, wurde die Organisation zu einem zentralen Instrument der nationalsozialistischen Motorisierungspolitik. Das NSKK hatte die Aufgabe, die wehrsportliche Ausbildung von Kraftfahrern zu organisieren und die Bevölkerung für die Bedeutung des Kraftfahrwesens zu sensibilisieren.

Die Motor-Brigade Westfalen war eine der regionalen Gliederungen des NSKK, die das Gebiet Westfalen umfasste. Das NSKK war hierarchisch in Gruppen, Brigaden, Standarten, Stürme und Scharen organisiert. Die Brigaden bildeten wichtige mittlere Führungsebenen, die für die Koordination der Aktivitäten in ihren jeweiligen Regionen verantwortlich waren.

Geländefahrten gehörten zu den zentralen Aktivitäten des NSKK in den 1930er Jahren. Diese Veranstaltungen dienten mehreren Zwecken: Sie sollten die fahrerischen Fähigkeiten der Teilnehmer unter schwierigen Bedingungen schulen, den Gemeinschaftsgeist fördern und nicht zuletzt das NSKK und seine Ideologie in der Öffentlichkeit präsentieren. Die Sauerländische Geländefahrt vom Mai 1936 fand in einer Zeit statt, als das NS-Regime seine Machtposition bereits gefestigt hatte und verstärkt auf die militärische Ausbildung der Bevölkerung hinarbeitete.

Die vorliegende Plakette wurde von der Firma Ernst Quambusch in Hagen-Haspe hergestellt, einem bekannten Hersteller von Auszeichnungen und Abzeichen dieser Zeit. Die Firma Quambusch war einer von mehreren spezialisierten Betrieben im Raum Hagen und Lüdenscheid, die für ihre Expertise in der Herstellung von Orden, Ehrenzeichen und Plaketten bekannt waren. Die technische Ausführung mit Vergoldung und die Größe von 55 x 85 mm entsprechen dem Standard für nichttragbare Erinnerungsplaketten dieser Epoche.

Die vier Bohrungen an der Plakette weisen darauf hin, dass sie zur dauerhaften Befestigung, vermutlich an einer Holztafel oder in einem Rahmen, vorgesehen war. Im Gegensatz zu tragbaren Auszeichnungen, die am Uniformrock oder an der Zivilkleidung getragen wurden, dienten nichttragbare Plaketten als Erinnerungsstücke und Trophäen, die an der Wand oder in Vitrinen präsentiert wurden.

Das Jahr 1936 war für das nationalsozialistische Deutschland von besonderer Bedeutung. Im März hatte die Wehrmacht das entmilitarisierte Rheinland besetzt, und im August sollten die Olympischen Spiele in Berlin dem Regime eine internationale Bühne bieten. Die Motorisierung wurde als Symbol für Modernität und technischen Fortschritt propagiert, und das NSKK spielte dabei eine wichtige Rolle als Massenorganisation, die bis 1939 auf über 500.000 Mitglieder anwuchs.

Solche Teilnehmerplaketten dokumentieren die ausgeprägte Erinnerungskultur des NSKK und der NS-Organisationen allgemein. Nahezu jede Veranstaltung, jedes Treffen und jede Aktivität wurde durch spezielle Abzeichen, Plaketten oder Urkunden dokumentiert. Dies diente einerseits der Motivation der Mitglieder und andererseits der Schaffung einer kollektiven Identität innerhalb der Organisation.

Heute sind solche Objekte wichtige historische Quellen für die Erforschung der NS-Zeit. Sie geben Aufschluss über die Organisationsstruktur, die Aktivitäten und die Propaganda der nationalsozialistischen Formationen. Gleichzeitig werfen sie Fragen über die regionale Verankerung des Regimes und die Teilnahme der Bevölkerung an seinen Aktivitäten auf. Die Sauerländische Geländefahrt von 1936 war eine von zahllosen lokalen Veranstaltungen, durch die das NSKK in den Alltag der Menschen eindrang und die nationalsozialistische Ideologie verbreitete.

Als Sammlerstücke sind NSKK-Plaketten heute Teil der militärhistorischen Dokumentation. Ihr Studium trägt zum Verständnis der Mechanismen bei, durch die das NS-Regime seine Herrschaft organisierte und legitimierte. Die handwerkliche Qualität und die detaillierte Ausführung solcher Objekte reflektieren zudem die hohe Bedeutung, die symbolischen Ausdrucksformen im Dritten Reich beigemessen wurde.