Nationalsozialistische Betriebszellen-Organisation ( NSBO )

Mitgliedsabzeichen 1. Form noch ohne Schriftzug, an langer Nadel, Zustand 2.
525522
€ 30,00

Nationalsozialistische Betriebszellen-Organisation ( NSBO )

Das vorliegende Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Betriebszellen-Organisation (NSBO) in seiner ersten Form stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Arbeiterbewegung in der Weimarer Republik dar. Diese frühe Ausführung unterscheidet sich von späteren Varianten durch das charakteristische Fehlen einer Schriftumrandung und dokumentiert die Anfangsphase einer Organisation, die eine zentrale Rolle bei der Zerschlagung der deutschen Gewerkschaftsbewegung spielen sollte.

Die NSBO entwickelte sich aus verschiedenen nationalsozialistischen Betriebszellen, die seit den späten 1920er Jahren in deutschen Industriebetrieben aktiv waren, insbesondere im Berliner Raum ab 1927. Offiziell gegründet wurde die Organisation 1928 und am 15. Januar 1931 als Reichsbetriebszellenabteilung innerhalb der NSDAP anerkannt. Unter der Führung von Walter Schuhmann und Reinhold Muchow verfolgte die NSBO aggressive Rekrutierungskampagnen unter dem Slogan “Hinein in die Betriebe!” (abgekürzt “Hib”). Das Ziel war eindeutig: Arbeiter und Angestellte für die nationalsozialistische Bewegung zu gewinnen und die Macht der freien Gewerkschaften zu brechen.

Das Mitgliedsabzeichen selbst zeigt das Emblem der Organisation: eine rechte Hand, die einen Hammer hält, dessen Kopf ein Hakenkreuz trägt, überlagert von einem Zahnradsektor. Diese Symbolik vereinte die Arbeiterbewegung mit der nationalsozialistischen Ideologie. Die erste Form zeichnet sich durch das Fehlen jeglicher Schriftumrandung aus, während spätere Varianten die Aufschrift “NSBO” oder den vollständigen Organisationsnamen trugen. Das Abzeichen wurde typischerweise in der Mitte des linken Ärmels getragen, um die Mitgliedschaft sichtbar zu machen. Gefertigt aus unedlem Metall, oft versilbert oder vergoldet, existieren verschiedene Ausführungen mit unterschiedlichen Herstellermarkierungen, darunter RZM-Kennzeichnungen.

Die Mitglieder der NSBO rekrutierten sich vornehmlich aus Industriearbeitern, Fabrikbeschäftigten und Angestellten in deutschen Industriebetrieben. Regionale Schwerpunkte bildeten Gebiete wie Westfalen-Nord, Schlesien und Berlin, wo die Organisation besonders im Transportsektor bis 1932 etwa 1.300 Mitglieder zählte. Bei ungelernten Proletariern, die den marxistischen Gewerkschaften treu blieben, hatte die NSBO allerdings weniger Erfolg. Trotz intensiver Bemühungen blieb die Organisation im Vergleich zu den etablierten demokratischen und christlichen Gewerkschaften mit über fünf Millionen Mitgliedern zunächst bescheiden. Die Mitgliederzahl wuchs von lediglich 3.000 im Januar 1931 auf etwa 300.000 Mitglieder bis Ende 1931 beziehungsweise 1932, und erreichte im März 1933 ungefähr 372.473 bis 400.000 Mitglieder.

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung am 30. Januar 1933 änderte sich die Situation dramatisch. Die NSBO spielte eine aktive Rolle bei der Zerschlagung der freien Gewerkschaften am 2. Mai 1933 und wurde vorübergehend zur einzigen Arbeiterorganisation in Deutschland. Diese Vorherrschaft war jedoch kurzlebig. Mit der Gründung der Deutschen Arbeitsfront (DAF) unter Robert Ley am 10. Mai 1933 verlor die NSBO ihre eigenständige Bedeutung und wurde schließlich in die DAF eingegliedert. Die genauen Umstände und das Datum der endgültigen Auflösung sind in den Quellen nicht eindeutig geklärt.

Die Mitgliedsabzeichen wurden auch nach der Auflösung der Organisation weitergetragen, um die frühe Zugehörigkeit zur nationalsozialistischen Bewegung zu dokumentieren. Heute werden NSBO-Abzeichen in Museen wie den Imperial War Museums und in Privatsammlungen als historische Dokumentation der nationalsozialistischen Organisationsstruktur und der Gleichschaltungspolitik bewahrt, die die deutsche Arbeiterbewegung zerstörte. Das vorliegende Exemplar in Form 1 mit langer Nadel repräsentiert somit ein frühes Kapitel dieser verhängnisvollen Entwicklung.