Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen 5. Form
Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Frauenschaft (NSF) stellt ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Frauenorganisationen im Dritten Reich dar. Die hier beschriebene 5. Form gehört zu den standardisierten Varianten, die während der Herrschaft des NS-Regimes von 1933 bis 1945 hergestellt und getragen wurden.
Die Nationalsozialistische Frauenschaft wurde 1931 als Zusammenschluss verschiedener nationalsozialistischer Frauengruppen gegründet und unterstand ab 1934 der Führung von Gertrud Scholtz-Klink, die als Reichsfrauenführerin fungierte. Die NSF war keine eigenständige Organisation, sondern eine Gliederung der NSDAP und diente der ideologischen Ausrichtung und Mobilisierung deutscher Frauen im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung.
Das vorliegende Abzeichen mit einem Durchmesser von 44 mm entspricht den standardisierten Maßen, wie sie durch die Reichszeugmeisterei (RZM) festgelegt wurden. Die RZM wurde 1929 gegründet und war ab 1933 die zentrale Beschaffungs- und Überwachungsstelle für sämtliche Uniformen, Ausrüstungsgegenstände und Abzeichen der NSDAP und ihrer Gliederungen. Die Kennzeichnung mit der Herstellernummer 92 weist auf einen offiziell lizenzierten Produzenten hin, der nach den strengen Qualitäts- und Gestaltungsrichtlinien der RZM arbeitete.
Die verschiedenen Formen der NSF-Abzeichen entwickelten sich im Laufe der Jahre, wobei insgesamt mehrere offizielle Varianten existierten. Die 5. Form gehört zu den späteren Ausführungen und zeigt typischerweise das charakteristische Hakenkreuz im Zentrum, umgeben von einem Lorbeerkranz oder ähnlichen nationalsozialistischen Symboliken. Diese Abzeichen wurden aus verschiedenen Materialien gefertigt, wobei während des Krieges zunehmend Ersatzmaterialien aufgrund der Rohstoffknappheit verwendet wurden.
Die NSF hatte 1939 etwa 2,3 Millionen Mitglieder und war damit eine der größten Frauenorganisationen im Dritten Reich. Neben der NSF existierte das Deutsche Frauenwerk (DFW), das als Dachorganisation verschiedene traditionelle Frauenverbände vereinte. Beide Organisationen arbeiteten eng zusammen, wobei die NSF die eigentliche Parteigliederung darstellte und das DFW mehr die praktische Arbeit übernahm.
Das Tragen des Mitgliedsabzeichens war für NSF-Angehörige bei offiziellen Anlässen und Veranstaltungen vorgeschrieben. Die Nadelausführung ermöglichte das Anbringen an der Zivilkleidung oder an speziellen NSF-Uniformen. Die Uniformierung der Frauenschaft erfolgte nach genauen Vorschriften, die Schnitt, Farbe und Trageweise regelten.
Die Aufgaben der NSF umfassten die ideologische Schulung ihrer Mitglieder, die Verbreitung der nationalsozialistischen Rassenlehre und Bevölkerungspolitik sowie soziale Betreuungsaufgaben. Während des Krieges verschoben sich die Tätigkeitsschwerpunkte verstärkt auf Kriegshilfsdienste, Sammelaktionen und die Betreuung von Soldatenfamilien.
Nach 1945 wurde die NSF zusammen mit allen anderen NS-Organisationen durch die alliierten Besatzungsmächte aufgelöst und verboten. Das Tragen entsprechender Abzeichen ist in Deutschland heute nach dem Strafgesetzbuch § 86a grundsätzlich verboten, Ausnahmen gelten für historische Forschung, Bildung und Dokumentation.
Für Sammler und Historiker sind solche Abzeichen wichtige Sachzeugen der NS-Zeit. Der angegebene Zustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar hin, bei dem möglicherweise leichte Gebrauchsspuren vorhanden sind, das aber noch alle wesentlichen Details aufweist. Die RZM-Markierung macht das Stück besonders interessant für die historische Forschung, da sie eine eindeutige Zuordnung zu Hersteller und Entstehungszeit ermöglicht.