Polizei Mützenabzeichen für die Einheitsfeldmütze M 43 für Mannschaften der Polizei-Felddivision
Das Polizei-Mützenabzeichen für die Einheitsfeldmütze M 43 stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Polizeigeschichte während des Zweiten Weltkriegs dar. Dieses spezielle Abzeichen wurde von Mannschaften der Polizei-Felddivisionen getragen, jener militärischen Verbände, die aus Polizeikräften gebildet wurden und an verschiedenen Frontabschnitten eingesetzt waren.
Die Einheitsfeldmütze M 43 wurde im Jahr 1943 als vereinfachte Kopfbedeckung für die Wehrmacht eingeführt. Diese Mütze ersetzte zunehmend die bisherigen Modelle und zeichnete sich durch ihre einfachere Herstellung und praktischere Handhabung aus. Das charakteristische Design mit seinen zwei Klappen, die bei Bedarf heruntergeklappt werden konnten, bot besseren Schutz bei schlechtem Wetter und war in der Produktion kostengünstiger als frühere Mützenformen.
Die hier beschriebene Bevo-gewebte Ausführung stellt eine besondere Herstellungstechnik dar. Die Firma Bevo (Bandfabrik Ewald Vorsteher) in Wuppertal war führend in der Produktion gewebter Abzeichen und Insignien. Im Gegensatz zu gestickten oder metallenen Abzeichen wurden Bevo-Abzeichen auf speziellen Webstühlen hergestellt, was eine kostengünstigere Massenproduktion ermöglichte. Diese Technik gewann besonders ab 1943/44 an Bedeutung, als die Ressourcenknappheit im Deutschen Reich zunahm.
Die Polizei-Felddivisionen entstanden aus der Ordnungspolizei und wurden als vollwertige militärische Einheiten eingesetzt. Die erste Polizei-Division wurde bereits 1939 aufgestellt, und im Verlauf des Krieges folgten weitere Divisionen. Diese Einheiten kämpften an verschiedenen Fronten, insbesondere an der Ostfront, und unterstanden militärisch der Wehrmacht, während sie organisatorisch dem Hauptamt Ordnungspolizei zugeordnet blieben.
Die feldgraue Farbe des Trägerstoffs entspricht der Felduniform der Wehrmacht, die auch von den Polizei-Felddivisionen getragen wurde. Dies unterschied diese Einheiten von der regulären Ordnungspolizei, die grüne Uniformen trug. Die Angleichung an die Wehrmacht-Uniformierung unterstreicht den militärischen Charakter dieser Polizeiverbände.
Der ungetragene Zustand des beschriebenen Exemplars aus der Zeit um 1944 ist bemerkenswert. In dieser Phase des Krieges war Deutschland bereits in der Defensive, und die Materialknappheit führte zu weiteren Vereinfachungen in der Ausrüstungsproduktion. Dass dieses Abzeichen nie verwendet wurde, könnte verschiedene Gründe haben: Es könnte aus Überbeständen stammen, die kriegsbedingt nicht mehr ausgegeben wurden, oder es wurde für eine Einheit produziert, die nicht mehr vollständig aufgestellt werden konnte.
Die Verwendung von gewebten Abzeichen anstelle von Metall- oder gestickten Varianten reflektiert die Rohstoffknappheit im späten Kriegsjahr 1944. Alle verfügbaren Metalle wurden für die Rüstungsproduktion benötigt, und selbst bei Uniformabzeichen musste auf alternative Materialien und Herstellungsverfahren zurückgegriffen werden. Die Bevo-Technik bot hier eine praktikable Lösung, die dennoch eine gewisse Qualität und Haltbarkeit gewährleistete.
Die Insignien der Polizei-Felddivisionen unterschieden sich in Details von denen der regulären Wehrmacht, um die besondere Zugehörigkeit zur Polizei zu kennzeichnen. Dies war wichtig für die Identifikation und entsprach den damaligen Uniformvorschriften, die eine klare Unterscheidung der verschiedenen Truppengattungen und Organisationen vorsahen.
Heute sind solche zeitgenössischen Originalstücke von historischem Interesse für Militärhistoriker und Sammler. Sie dokumentieren nicht nur die Uniformgeschichte, sondern auch die organisatorische Entwicklung der deutschen Polizei im Zweiten Weltkrieg und deren zunehmende Militarisierung. Der ungetragene Zustand macht dieses Exemplar zu einem besonders authentischen Zeugnis der damaligen Produktionsstandards und Herstellungstechniken.