Preußen 1. Weltkrieg Einzel Schulterklappe feldgrau für Mannschaften im Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 13

Um 1916. Ein paar kleine Mottenlöcher. Zustand 2.

Das Regiment wurde Ende 1914 aufgestellt und war der 13. Reserve-Division zugeordnet. Die Division kämpfte durchgängig an der Westfront und war 1916 bei Verdun eingesetzt.
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Preußen 1. Weltkrieg Einzel Schulterklappe feldgrau für Mannschaften im Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 13

Die vorliegende Einzelschulterklappe für Mannschaften des Reserve-Feldartillerie-Regiments Nr. 13 repräsentiert ein authentisches Ausrüstungsstück der preußischen Armee aus dem Ersten Weltkrieg, wahrscheinlich aus der Zeit um 1916. Schulterklappen waren wesentliche Bestandteile der militärischen Uniformierung und dienten nicht nur der Befestigung von Ausrüstungsgegenständen, sondern vor allem der schnellen Identifikation von Truppenzugehörigkeit und Dienstgrad.

Das Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 13 wurde Ende 1914 im Zuge der massiven Mobilmachung und Truppenaufstellung aufgestellt, die nach Beginn des Ersten Weltkriegs notwendig geworden war. Die rasche Expansion der deutschen Streitkräfte erforderte die Schaffung zahlreicher neuer Verbände, insbesondere Reserve- und Ersatzeinheiten. Das Regiment wurde der 13. Reserve-Division zugeordnet, einem Großverband, der ausschließlich an der Westfront eingesetzt wurde.

Die feldgraue Farbe der Schulterklappe entspricht der ab 1910 eingeführten neuen Uniformfarbe der deutschen Armee, die die zuvor verwendeten bunten Uniformen ersetzte. Feldgrau bot bessere Tarnung auf dem modernen Schlachtfeld und wurde zur charakteristischen Farbe der deutschen Streitkräfte im Ersten Weltkrieg. Die Schulterklappen der Mannschaften waren schlicht gehalten und trugen die Regimentsnummer in roter Farbe – rot war die traditionelle Waffenfarbe der Feldartillerie.

Die 13. Reserve-Division nahm an zahlreichen bedeutenden Operationen der Westfront teil. Besonders hervorzuheben ist ihr Einsatz während der Schlacht von Verdun im Jahr 1916, einer der längsten und verlustreichsten Schlachten des gesamten Krieges. Von Februar bis Dezember 1916 versuchte die deutsche Armee, die französische Festungsstadt Verdun zu erobern, was zu katastrophalen Verlusten auf beiden Seiten führte. Die Artillerie spielte in dieser Schlacht eine zentrale Rolle, da beide Seiten massiven Gebrauch von Geschützfeuer machten.

Die vorliegende Schulterklappe zeigt typische Gebrauchsspuren in Form von Mottenlöchern, die darauf hindeuten, dass es sich um ein echtes Feldausrüstungsstück handelt, das unter schwierigen Bedingungen getragen und anschließend über Jahrzehnte aufbewahrt wurde. Solche Beschädigungen sind bei Textilien aus dieser Zeit durchaus üblich und mindern den historischen Wert nur geringfügig.

Die Feldartillerie war der größte Waffenzweig der deutschen Armee im Ersten Weltkrieg. Artillerieregimenter waren mit verschiedenen Kaliber-Geschützen ausgestattet, typischerweise mit 77-mm-Feldkanonen und 105-mm-Feldhaubitzen. Die Reserve-Feldartillerie-Regimenter wurden aus mobilisierten Reservisten gebildet, die ihre Grundausbildung bereits abgeschlossen hatten und nun zum aktiven Dienst eingezogen wurden.

Schulterklappen wurden paarweise getragen, jeweils eine auf jeder Schulter, und mit Knöpfen am Uniformrock befestigt. Sie bestanden aus Grundtuch in der entsprechenden Grundfarbe – hier feldgrau – und trugen Abzeichen und Nummern, die die Truppenzugehörigkeit kennzeichneten. Für Mannschaften waren sie relativ einfach gestaltet, während Unteroffiziere und Offiziere aufwendigere Versionen mit Metalllitzen oder Sternen trugen.

Die Tatsache, dass es sich um eine Einzelschulterklappe handelt, ist nicht ungewöhnlich. Im Laufe des Krieges gingen häufig einzelne Stücke verloren oder wurden beschädigt, und Paare wurden getrennt. Sammler und Museen bewahren oft einzelne Schulterklappen auf, die dennoch wichtige historische Zeugnisse darstellen.

Die Erhaltung solcher Uniformteile ist für die militärhistorische Forschung von großer Bedeutung. Sie ermöglichen es, die Entwicklung von Uniformvorschriften, die Organisation militärischer Einheiten und die materielle Kultur des Krieges zu rekonstruieren. Für das Verständnis des Ersten Weltkriegs sind solche scheinbar unbedeutenden Objekte oft aufschlussreicher als große Waffensysteme, da sie den Alltag der einfachen Soldaten dokumentieren.

Das Reserve-Feldartillerie-Regiment Nr. 13 und die 13. Reserve-Division repräsentieren die massive Militärmaschinerie des Deutschen Kaiserreichs während des Ersten Weltkriegs. Die Division kämpfte vier Jahre lang ununterbrochen an der Westfront und erlitt dabei erhebliche Verluste, wurde aber immer wieder aufgefüllt und blieb bis zum Kriegsende im Einsatz.