Preußen Helm für einen Fähnrich der Regimenter Jäger zu Pferde

Eleganter, leichter Helm in feiner Offiziersqualität, um 1912. Die Stahlglocke brüniert in Offiziersausführung mit gestuftem Vorderschirm, komplett mit allen Beschlägen. Der Helmadler, Spitze, Nieten und Randeinfassung in silberfarbener Ausführung. Die Schuppenketten in Messingausführung. Der Adler "frostig" versilbert in feiner Offiziersqualität, die gewölbten Schuppenketten an Rosetten mit Schrauben, die beiden großen Kokarden in Mannschaftsausführung. Innen mit hellem Lederschweißband und beige-gelbem Ripsfutter. der Vorderschirm grün gefüttert, der Nackenschirm mit weißem Samt gefüttert. Größe ca 58. Leicht getragen, Zustand 2.
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Preußen Helm für einen Fähnrich der Regimenter Jäger zu Pferde

Der vorliegende Helm repräsentiert ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte der preußischen Kavallerie des frühen 20. Jahrhunderts. Er wurde um 1912 für einen Fähnrich der Jäger zu Pferde-Regimenter gefertigt, einer Truppengattung leichter Kavallerie, die vornehmlich für Aufklärungs- und Sicherungsaufgaben eingesetzt wurde. Die Jäger zu Pferde führten in Preußen wie die übrige Kavallerie auch die Lanze.

Die Geschichte dieser Truppengattung begann mit der Allerhöchsten-Kabinetts-Order vom 25. März 1901, durch die mit Wirkung zum 1. Oktober 1901 ein kombiniertes Jäger-Regiment zu Pferde aufgestellt wurde. Da das 2. Leib-Husaren-Regiment “Königin Viktoria von Preußen” Nr. 2, das in Posen stationiert war, nach Danzig verlegt worden war, erschien es notwendig, in Posen ein neues Kavallerieregiment zu etablieren. Zu diesem Zweck wurden die fünf Meldereiterschwadronen des II., III., IV., V. und VI. Armeekorps in Posen zu einem Regiment zusammengefasst und in der ehemaligen Husarenkaserne untergebracht. Die Jäger zu Pferde entstanden somit aus Meldereiter-Detachements, die aufgestellt wurden, um die Regimentsstäbe der Kavallerieregimenter von Ordonnanz- und Meldediensten zu entlasten.

Insgesamt wurden dreizehn preußische Regimenter geschaffen: Nach dem ersten Regiment im Jahr 1901 folgten die Regimenter Nr. 2 und 3 im Jahr 1905, Nr. 4 im Jahr 1906, Nr. 5 im Jahr 1908, Nr. 6 im Jahr 1910 und schließlich die Regimenter Nr. 7 bis 13 im Jahr 1913. Der hier beschriebene Helm datiert auf circa 1912 und wurde während der Kaiserzeit in feiner, privat beschaffter Qualität für einen Fähnrich hergestellt.

Der Fähnrich nahm eine Zwischenstellung zwischen Mannschaften und Offizieren ein, was sich in der charakteristischen Ausstattung dieses Helmes widerspiegelt. Während die Konstruktion in feiner Offiziersqualität ausgeführt ist – mit versilbertem Adler und messingfarbenen Schuppenketten an Rosetten mit Schrauben – sind beide Kokarden in Mannschaftsausführung gefertigt. Diese Kombination ist typisch für Offiziersanwärter, die zwischen Mannschaften und vollwertigen Offizieren rangierten.

Die Helmform orientierte sich ursprünglich am Kürassierhelm. Alle Ränge trugen zunächst die brünierte Version des Kürassierhelms mit silberfarbenen Beschlägen für die Regimenter 1 bis 7 und vergoldeten für die Regimenter 8 bis 13, wobei Schuppenketten und Kleeblattrosetten für alle stets vergoldet waren. Offiziere der Regimenter 1 bis 7 trugen Beschläge aus Nickel, während die der Regimenter 8 bis 13 vergoldete Beschläge verwendeten, wobei die Schuppenketten vergoldet blieben. Die Regimenter 1 bis 4 trugen Helme mit silberfarbenen Beschlägen, abgesehen von vergoldeten oder messingfarbenen Schuppenketten und silbernen Adlerplatten. Die Regimenter 5 und 6 waren identisch, bis auf schwarze Schuppenketten. Im Jahr 1913 erhielt das Regiment 7 Beschläge und Schuppenketten aus Tombak (Messing), und die Regimenter 8 bis 13 erhielten einen Leder-Pickelhaube-Helm mit Dragoneradelplatte für Unteroffiziere und Mannschaften, während Offiziere den brünierten Metallhelm mit vollständig vergoldeten Beschlägen trugen.

Der vorliegende Helm ist aus brüniertem Stahl in Offiziersqualität gefertigt, komplett mit allen Beschlägen. Die silberfarbenen Beschläge umfassen Helmadler, Spitze, Nieten und Randeinfassung, während die Schuppenketten aus Messing gefertigt sind. Der Adler ist “frostig” versilbert in feiner Offiziersqualität, und die gewölbten Schuppenketten sind an Rosetten mit Schrauben befestigt. Diese Merkmale weisen auf die Regimenter 1 bis 7 hin, die silberfarbene Beschläge und messingfarbene Schuppenketten verwendeten.

Im Stellungskrieg des Ersten Weltkriegs verlor die Kavallerie im Allgemeinen ihre Bedeutung und wurde meist als Infanterie eingesetzt. In der Reichswehr wurde keine Unterscheidung mehr zwischen einzelnen Truppengattungen wie Husaren, Dragonern, Kürassieren oder Jäger zu Pferde gemacht, und die Regimentstraditionen gingen auf territorialer statt auf waffengattungsbezogener Basis an Kavallerieregimenter über. Mit dem Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreichs 1918 war die Pickelhaube nicht mehr Bestandteil der militärischen Uniform.