SA - große nichttragbare Anerkennungsplakette - " SA-Wintersportkämpfe Gruppe Bayerische Ostmark 4/5 Februar 1939 - Ich danke für ihre Mithilfe am Gelingen der Wintersportkämpfe in Eisenstein Markt 1939 - Der Führer der SA-Gruppe Bayr.Ostmark "

Feinzink versilbert, 80 x 80 mm, komplett mit der schwarzen Samteinlage aus dem Verleihungsetui, Zustand 2.
380922
650,00

SA - große nichttragbare Anerkennungsplakette - " SA-Wintersportkämpfe Gruppe Bayerische Ostmark 4/5 Februar 1939 - Ich danke für ihre Mithilfe am Gelingen der Wintersportkämpfe in Eisenstein Markt 1939 - Der Führer der SA-Gruppe Bayr.Ostmark "

Die vorliegende SA-Anerkennungsplakette dokumentiert ein lokales Sportereignis der Sturmabteilung (SA) im Februar 1939 und bietet einen Einblick in die Organisationsstruktur und Aktivitäten dieser paramilitärischen Formation während der NS-Zeit. Die Plakette wurde anlässlich der SA-Wintersportkämpfe der Gruppe Bayerische Ostmark verliehen, die am 4. und 5. Februar 1939 in Eisenstein Markt (heute Železná Ruda in Tschechien) stattfanden.

Die Sturmabteilung wurde 1920/21 als Ordnertruppe der NSDAP gegründet und entwickelte sich zur größten paramilitärischen Organisation des Dritten Reiches. Nach der sogenannten Röhm-Affäre vom 30. Juni 1934, bei der die SA-Führung ausgeschaltet wurde, verlor die Organisation erheblich an politischem Einfluss. Dennoch blieb sie als Massenorganisation mit mehreren Millionen Mitgliedern bestehen und konzentrierte sich verstärkt auf vormilitärische Ausbildung, Wehrsport und körperliche Ertüchtigung ihrer Mitglieder.

Die SA-Gruppe Bayerische Ostmark war eine der territorialen Gliederungseinheiten der SA. Das Gebiet der Bayerischen Ostmark umfasste den östlichen Teil Bayerns, insbesondere die Regionen Oberpfalz und Niederbayern. Die SA war nach dem Führerprinzip hierarchisch in Gruppen, Brigaden, Standarten, Sturmbanne, Stürme und Scharen gegliedert. An der Spitze jeder Gruppe stand ein SA-Gruppenführer, der für sein Territorium verantwortlich war.

Die Wintersportkämpfe waren Teil eines umfassenden Sportprogramms der SA, das neben ideologischer Schulung einen Schwerpunkt der Organisation nach 1934 bildete. Diese Veranstaltungen dienten mehreren Zwecken: Sie sollten die körperliche Fitness der SA-Männer fördern, den Gemeinschaftsgeist stärken und die Präsenz der Organisation in der Öffentlichkeit demonstrieren. Eisenstein Markt, im Bayerischen Wald gelegen, bot mit seiner Lage im Böhmerwald ideale Bedingungen für Wintersportveranstaltungen.

Die Plakette selbst ist aus versilbertem Feinzink gefertigt, einem für dekorative Auszeichnungen dieser Zeit typischen Material. Mit Abmessungen von 80 x 80 mm gehört sie zu den größeren nichttragbaren Anerkennungsplaketten. Die Bezeichnung “nichttragbar” bedeutet, dass diese Plakette nicht wie Orden oder Ehrenzeichen an der Uniform getragen werden sollte, sondern als Erinnerungsstück zur Aufbewahrung gedacht war. Die Inschrift “Ich danke für ihre Mithilfe am Gelingen der Wintersportkämpfe in Eisenstein Markt 1939 - Der Führer der SA-Gruppe Bayr. Ostmark” zeigt, dass diese Plakette an Helfer und Organisatoren der Veranstaltung verliehen wurde, nicht notwendigerweise an die sportlichen Wettkämpfer selbst.

Solche Anerkennungsplaketten waren im System der NS-Auszeichnungen weit verbreitet. Sie stellten eine kostengünstige Möglichkeit dar, Anerkennung für Dienste und Mitarbeit auszusprechen, ohne offizielle staatliche Auszeichnungen verleihen zu müssen. Die SA verfügte über ein umfangreiches System von Ehrenzeichen, Abzeichen und Plaketten, das die hierarchische Struktur und das Anerkennungssystem der Organisation widerspiegelte.

Die Verleihung erfolgte üblicherweise in einem speziellen Etui, das mit schwarzem Samt ausgelegt war, was der Auszeichnung einen offiziellen und würdigen Rahmen verlieh. Diese Präsentationsform war bei NS-Organisationen standardisiert und betonte den zeremoniellen Charakter der Verleihung.

Im historischen Kontext des Jahres 1939 fand diese Veranstaltung nur wenige Monate vor Beginn des Zweiten Weltkrieges statt. Die SA befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer Phase relativer Bedeutungslosigkeit gegenüber der SS und der Wehrmacht. Dennoch wurden solche Veranstaltungen fortgeführt, um die Mitgliederbindung aufrechtzuerhalten und die Präsenz der Organisation zu demonstrieren.

Heute sind solche Objekte wichtige zeithistorische Dokumente, die Einblick in die Alltagskultur und Organisationsstrukturen des NS-Regimes geben. Sie dokumentieren die Durchdringung aller Lebensbereiche durch nationalsozialistische Organisationen und deren Versuch, auch Freizeitaktivitäten wie den Sport für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit solchen Objekten ist Teil der kritischen Aufarbeitung dieser historischen Epoche.