SS-Porzellanmanufaktur Allach - stehendes Lamm.
Die SS-Porzellanmanufaktur Allach repräsentiert ein komplexes Kapitel der deutschen Keramikgeschichte während des Dritten Reiches. Diese Manufaktur, die 1935 unter der Schirmherrschaft der SS gegründet wurde, produzierte hochwertige Porzellanwaren, die sowohl künstlerischen als auch ideologischen Zwecken dienten.
Das hier beschriebene stehende Lamm von Professor Kärner (Modell Nr. 107) ist ein typisches Beispiel für die Produktpalette der Manufaktur. Franz Nagy, der später den Namen Kärner annahm, war einer der bedeutendsten Bildhauer, die für Allach arbeiteten. Seine Tierfiguren, insbesondere die Lammdarstellungen, gehörten zu den beliebten Motiven der Manufaktur und spiegelten die zeitgenössische Vorliebe für idealisierende Naturdarstellungen wider.
Die Manufaktur Allach wurde ursprünglich in Allach bei München etabliert und später um ein Werk in Dachau erweitert. Unter der Leitung von Heinrich Himmler und dem direkten Management von SS-Oberführer Günther Pancke entwickelte sich die Manufaktur zu einem prestigeträchtigen Unternehmen. Die Produktion umfasste sowohl zivile Gebrauchsgegenstände als auch repräsentative Stücke für SS-Angehörige und NS-Funktionäre.
Die Qualität der Allach-Produkte war außergewöhnlich hoch. Die Manufaktur beschäftigte erfahrene Handwerker und renommierte Künstler, die traditionelle bayerische Porzellankunst mit zeitgenössischen Designelementen verbanden. Das weiße Porzellan, aus dem das stehende Lamm gefertigt wurde, war charakteristisch für viele Allach-Produkte und demonstrierte die technische Perfektion der Manufaktur.
Nach 1945 wurde die Produktion eingestellt, und die Manufaktur wurde von den Alliierten geschlossen. Heute sind Allach-Porzellane wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Kunstproduktion während der NS-Zeit geben. Sie werden in Museen und Privatsammlungen als Zeugnisse einer komplexen historischen Periode aufbewahrt und erforscht.