Elastolin - Heer Offizier stehend mit Fernglas

7,5 cm, Zustand 2.
405923
25,00

Elastolin - Heer Offizier stehend mit Fernglas

Die Elastolin-Figur eines stehenden Heeroffiziers mit Fernglas repräsentiert ein faszinierendes Kapitel der deutschen Spielzeuggeschichte und militärischen Sammelkultur des 20. Jahrhunderts. Diese 7,5 cm große Figur stammt aus der Produktion der Firma Hausser, die unter dem Markennamen Elastolin weltweit bekannt wurde.

Die O. & M. Hausser GmbH wurde 1904 in Ludwigsburg gegründet und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Hersteller von Spielzeugfiguren in Deutschland. Der Name Elastolin leitet sich vom verwendeten Material ab, einer innovativen Masse aus Kasein, Kreide, Glyzerin und weiteren Zusatzstoffen, die eine gewisse Elastizität aufwies und robuster als herkömmliche Materialien war. Diese Zusammensetzung ermöglichte detaillierte Modellierungen und war gleichzeitig widerstandsfähiger als Bleifiguren.

Die Darstellung eines Offiziers der Wehrmacht-Heer mit Fernglas zeigt eine typische Szene aus dem militärischen Alltag. Das Fernglas war ein unverzichtbares Ausrüstungsstück für Offiziere aller Waffengattungen, insbesondere für die Gefechtsbeobachtung und taktische Aufklärung. Die Wehrmacht verwendete verschiedene Modelle, darunter das weit verbreitete 6x30 Dienstglas und hochwertigere Zeiss-Ferngläser für höhere Offiziersränge.

Die Produktionszeit solcher Figuren erstreckte sich hauptsächlich von den 1930er Jahren bis in die Kriegsjahre des Zweiten Weltkriegs. Während der NS-Zeit erlebte die Firma Hausser einen Aufschwung, da militärische Spielzeugfiguren der staatlichen Erziehungsideologie entsprachen und die Wehrhaftmachung der Jugend unterstützen sollten. Die Figuren wurden mit großer Detailtreue gefertigt und zeigten authentische Uniformen, Abzeichen und Ausrüstungsgegenstände.

Die Uniformdarstellung auf solchen Elastolin-Figuren folgte in der Regel den offiziellen Heeres-Dienstvorschriften (H.Dv.). Die Offiziere trugen typischerweise die feldgraue Uniform mit entsprechenden Rangabzeichen, Schulterstücken und gegebenenfalls Auszeichnungen. Die Modelleure bei Hausser legten großen Wert auf historische Genauigkeit, was diese Figuren heute zu wertvollen Studienobjekten für Uniformkundler macht.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Produktion militärischer Figuren zunächst von den Alliierten untersagt. Die Firma Hausser stellte auf zivile Themen um und produzierte Figuren aus anderen Bereichen. In den 1950er Jahren nahm man die Produktion von Militärfiguren wieder auf, nun aber mit stärkerer Betonung auf historische und internationale Themen statt zeitgenössischer deutscher Militaria.

Der Sammlerwert solcher Elastolin-Figuren hängt von verschiedenen Faktoren ab: dem Erhaltungszustand, der Seltenheit der Pose, der Qualität der Bemalung und der Vollständigkeit eventueller Zubehörteile. Die Zustandsangabe “2” deutet auf einen sehr guten Erhaltungszustand hin, was bei Elastolin-Figuren bedeutet, dass die Bemalung weitgehend original erhalten ist und das Material keine größeren Beschädigungen oder Risse aufweist.

Heute sind diese Figuren begehrte Sammlerobjekte, die nicht nur spielzeughistorisch, sondern auch kulturgeschichtlich von Bedeutung sind. Sie dokumentieren die Spielzeugkultur einer bestimmten Epoche und geben Einblick in die gesellschaftlichen Vorstellungen und die Ästhetik ihrer Entstehungszeit. Museen und private Sammler bewahren diese Objekte als Zeugnisse der Alltagskultur und Militärgeschichte.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten erfolgt im Rahmen der Spielzeugforschung, der Uniformkunde und der Sozialgeschichte. Sie ermöglichen Rückschlüsse auf Produktionstechniken, künstlerische Gestaltung und die gesellschaftliche Rolle des Militärspielzeugs in verschiedenen historischen Kontexten.

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